Stand: 09.11.2018 20:23 Uhr

Holstein Kiel: Irres Torspektakel endet 4:4

von Thomas Luerweg, NDR.de
Viermal getroffen, aber nur ein Punkt in Paderborn für Holstein Kiel.

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel hat nach einem verrückten Torspektakel in Ostwestfalen ein Remis erreicht: Die Mannschaft von Trainer Tim Walter kam nach einem 1:3-Rückstand beim SC Paderborn am Ende zu einem 4:4 (1:3). Durch das zweitschnellste Tor der Zweitligageschichte geriet die KSV bereits nach neun Sekunden (!) in Rückstand - nicht zum letzten Mal. In der Defensive fehlte Abwehrorganisator Dominik Schmidt an allen Ecken und Enden und so reichten schließlich vier Auswärtstore nicht zu drei Punkten. Eine Führung zehn Minuten vor Schluss konnten die "Störche" nicht über die Zeit retten, sodass nach einem irren Fußballspiel ein unter dem Strich gerechtes Remis zweier starker Offensivreihen stand. Walter war von der Partie im NDR Interviewbegeistert: "Hammer - mir fehlen die Worte!"

0:1 nach neun Sekunden

13.Spieltag, 09.11.2018 18:30 Uhr

SC Paderborn

4

Holstein Kiel

4

Tore:

  • 1:0 Gueye (1.)
  • 1:1 K. Schindler (6.)
  • 2:1 Klement (9.)
  • 3:1 Zolinski (41.)
  • 3:2 Serra (71.)
  • 3:3 Mühling (74.)
  • 3:4 K. Schindler (80., Handelfmeter)
  • 4:4 Zolinski (90.)

SC Paderborn: Zingerle - Dräger, Schonlau, Hünemeier, Collins - Gjasula (82. Ritter) - Tekpetey (90.+2 Düker), Klement, Antwi-Adjej (68. Schwede) - Zolinski, Gueye
Holstein Kiel: Kronholm - Dehm, Thesker (66. Karazor), Wahl, van den Bergh - Meffert - Mühling, Kinsombi - J. Lee (89. Mörschel) - Serra, K. Schindler
Zuschauer: 10035

Weitere Daten zum Spiel

Walter änderte einen Tag nach seinem 43. Geburtstag die Startelf gegenüber dem glücklichen 2:2 gegen Ingolstadt auf drei Positionen: Last-Minute-Torschütze Stefan Thesker vertrat den verletzten Schmidt in der Innenverteidigung. Der gegen die Schanzer schmerzlich vermisste Jonas Meffert kehrte ins defensive Mittelfeld zurück und Janni Serra rückte in die Spitze. Die KSV zeigte sich von Beginn an in Spendierlaune und verteilte Geschenke, allerdings nicht nachträglich an ihren Coach, sondern an die Ostwestfalen: Der Kieler Anstoß führte zum 0:1 in den rekordverdächtigen neun Sekunden. Thesker vertändelte am eigenen Strafraum den Ball, Babacar Gueye lief ein paar Schritte und schob unten rechts ein. Ein unfassbarer Bock! Die Gäste von der Ostsee waren aber unbeeindruckt: Nach einem Schuss von Serra, der rechts Tor vorbeiging (4.), saß der zweite Angriff: Jae-Sung Lee legte im Sechzehner für Kingsley Schindler auf, der cool vollstreckte (6.) - 1:1.

Offensivspektakel auf beiden Seiten

Fünf Minuten nach dem Rückstand war die Partie gedreht - oder doch nicht? An der Spendierlaune der "Störche" hatte der Ausgleich nämlich nichts geändert: Jannik Dehm köpfte den Ball zunächst versehentlich im eigenen Strafraum zu SCP-Rechtsverteidiger Mohamed Dräger, dessen Flanke kam über Hauke Wahl und Gueye zu Paderborns Philipp Klement. Der zog aus acht Metern knallhart ab und traf zum 2:1 (9.). Die Kieler machten weiter Dampf: David Kinsombi scheiterte mit einem Flachschuss am starken SCP-Keeper Leopold Zingerle (10.), danach trafen die Schleswig-Holsteiner dreimal ins Paderborner Tor - jedes Mal aus einer Abseitssituation. Vorne gelang also nichts, hinten gab es weiter Präsente: Dräger jagte Kinsombi auf der linken Kieler Seite den Ball ab und sein Zuspiel verwertete der Ex-Rostocker Ben Zolinski per Schlenzer aus sechzehn Meters zum 3:1 (41.)

Serra bringt Kiel heran

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Serra trifft zum 2:3 für die "Störche".

Die tollen Offensivaktionen der Gäste wogen die Abwehrschwächen nicht auf und so ging die Pausenführung der Paderborner absolut in Ordnung. Nach dem Wechsel warf das Walter-Team alles nach vorn: Schindler scheiterte völlig frei im Eins gegen Eins an Zingerle (46.), Serra setze aus fünf Metern eine Hereingabe über den Kasten (54.). Im Minutentakt gab es jetzt dicke Chancen auf beiden Seiten: Gueye und auf der Gegenseite Schindler aus elf Metern (beide 59.). Eine unübersichtliche Situation im Gewühl vor dem Paderborner Tor, konnte die KSV nicht nutzen (61.), dafür aber die nächste Kopfballchance: Schindler flankte auf Serra, der wunderbar zum 2:3 traf (71.).

Zolinski ist Spielverderber

Die Gäste waren auf den Geschmack gekommen. Drei Minuten später traf Mühling unwiderstehlich aus dem Strafraum ins linke Eck. Ein unglaubliches Spiel. Den Irrsinn komplett machte Schindler mit dem dritten Kieler Treffer nach der Pause: Er traf vom Punkt nach einem Handspiel von Gueye (80.). Die KSV hatte die Partie sensationell gedreht! Ein vermeintlicher weiterer Paderborner Torerfolg wurde wegen Abseits nicht anerkannt (84.), doch der Ausgleich für die Hausherren fiel noch: Erneut war es Zolinski, der eine Vorarbeit von Uwe Hünemeier verwertete (90.). Am Ende das gerechte Ergebnis eines verrückten Fußballspiels.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.11.2018 | 22:40 Uhr

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