Dieter Hecking © picture alliance / Sportfoto Zink Foto: Daniel Marr

Hecking freut sich auf "seinen" HSV - und will ihm wehtun

Stand: 09.01.2021 00:26 Uhr

Heute gastiert Zweitliga-Spitzenreiter HSV beim 1. FC Nürnberg und trifft dabei auf zwei alte Bekannte. Sportchef Dieter Hecking und Co-Trainer Tobias Schweinsteiger waren vergangene Saison noch bei den Hanseaten tätig.

"Läuft ja gerade ganz gut in Hamburg", begrüßte Hecking am Mittwoch norddeutsche Medienvertreter bei einer digitalen Presserunde. Der 56-Jährige, der nach dem verpassten Aufstieg im vergangenen Sommer beim HSV vorzeitig keinen neuen Vertrag erhielt, zeigte sich locker und voller Vorfreude auf das erste Wiedersehen mit seiner Ex-Mannschaft. Eine herausragende Bedeutung habe das Duell heute (13 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) aber nicht: "Als Trainer wäre das etwas anderes. Aber als Vorstand Sport hat man den gewissen Abstand."

"Terodde kann ein Tor machen - dann trifft Schäffler eben doppelt"

Wie im Vorjahr sei der HSV Aufstiegsfavorit, der Hauptunterschied sei aber nun, "dass wir einen Torjäger haben", erklärte Hecking mit Blick auf Simon Terodde, "so einen Spielertyp hat kein anderer Verein." Die Wortwahl "wir" zeigt, dass die Hamburger Zeit noch nicht völlig abgelegt ist. Hecking verfolgt die Entwicklung "seines" HSV genauestens und lieferte wie als Beweis Kurzanalysen: So habe sich beispielsweise Stephan Ambrosius "toll entwickelt", Bakery Jatta "die Kurve gekriegt", und "Jerry Dudziak ist ein ganz feiner Fußballer".

Deshalb dürfe man nicht glauben, den HSV zu beherrschen, wenn man Terodde ausgeschaltet habe: "Das geht sowieso nicht. Meinetwegen darf Simon gegen uns ein Tor schießen, dann macht Manuel Schäffler eben zwei", verwies Hecking schmunzelnd darauf, dass auch in den Reihen der "Clubberer" ein treffsicherer Stürmer stehe.

Ex-HSV-Co-Trainer Schweinsteiger an der Seitenlinie

Überhaupt: "Auch wir haben Waffen, die dem HSV wehtun", kündigte Hecking forsch an, seinem Ex-Club in die Aufstiegssuppe spucken zu wollen. Entscheidender Faktor könnte dabei Schweinsteiger werden. Der 38-Jährige, in der vergangenen Saison in gleicher Funktion beim HSV an der Seitenlinie, vertritt am Sonnabend den gesperrten Chefcoach Robert Klauß. Der hatte sich beim jüngsten 0:2 in Heidenheim über die Annullierung eines Nürnberger Treffers aufgeregt, eine Plastikflasche weggekickt und dafür die Rote Karte gesehen.

Thioune: "Wir spielen gegen Nürnberg, nicht gegen Hecking"

"Vielleicht hat Tobias die eine oder andere Idee, die Robert Klauß nicht gehabt hätte." Die HSV-Vergangenheit müsse aber kein Vorteil sein, sagte Hecking: "Das kann auch Motivation für die Hamburger sein: Sie wollen uns zeigen, dass sie sich weiterentwickelt haben." Sein Nachfolger auf der HSV-Trainerbank sieht das anders: "Ich weiß nicht, ob es ein besonderer Anreiz ist, am Wochenende gegen Dieter Hecking zu spielen", sagte Daniel Thioune am Donnerstag bei der Pressekonferenz zum Spiel.

Die Mannschaft sei mit ihm gut als Trainer ausgekommen. "Wir spielen nicht gegen Dieter Hecking, sondern gegen Nürnberg", stellte Thioune klar. Spieler sollten natürlich gern beweisen, dass sie sich entwickelt haben: "Das können sie aber auch in jedem Spiel zeigen."

Mögliche Aufstellungen:

Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Sörensen, Handwerker - Geis, Krauß - Hack, Singh, Nürnberger - Schäffler
HSV: Ulreich - Vagnoman, Leistner, Ambrosius, Leibold - Heyer - Kinsombi, Dudziak - Wintzheimer, Terodde, Jatta

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 09.01.2021 | 13:00 Uhr

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