Stand: 06.07.2020 09:00 Uhr

Hecking: "HSV muss den Realitätsknopf drücken"

Einen Tag nach der offiziellen Bekanntgabe durch Fußball-Zweitligist Hamburger SV hat sich Trainer Dieter Hecking bei NDR 90,3 zu den Gründen für die Trennung geäußert. "Jonas Boldt (HSV-Sportchef, d.Red.) hat mir klar zu verstehen gegeben, er kann mir überhaupt nichts versprechen, wie das in den nächsten vier, fünf Wochen aussieht. Ob wir als HSV die Möglichkeiten haben, wieder anzugreifen", sagte der 55-Jährige, dessen Vertrag sich nur im Aufstiegsfall automatisch über den 30. Juni hinaus verlängert hätte.

Darum trennen sich der HSV und Hecking

Der HSV und Trainer Dieter Hecking gehen getrennte Wege. NDR Vereinsreporter Michael Maske zu den Gründen und den Plänen der Hamburger.

3,85 bei 13 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Keine Garantie für Kader-Verstärkungen

Die wirtschaftliche Situation beim HSV sei nicht einfach, so Hecking: "Man kann mir eben zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren, dass neue Geldgeber da sind, die es uns auch ermöglichen würden, dann auch die Mannschaft so zu verstärken, dass man die Wahrscheinlichkeit erhöht, aufzusteigen." Die finanziell angeschlagenen Hamburger müssen wegen der Corona-Pandemie den Team-Etat um sieben Millionen Euro senken, zudem sind zwei Verträge mit Top-Sponsoren ausgelaufen.

Mahnende Worte zum Abschied

Er habe sich beim HSV "sehr, sehr wohl" gefühlt, erklärte Hecking, der im vergangenen Sommer als Hoffnungsträger an die Elbe gekommen war - aber ebenso wie sein Vorgänger Hannes Wolf die ersehnte Rückkehr in die Bundesliga verpasste. Seinem Ex-Club gab der Coach mahnende Worte mit auf den weiteren Weg: Vielleicht sei jetzt die Gelegenheit, realistisch in der Zweiten Liga anzukommen. Beim HSV werde immer der Aufstieg erwartet, diese Erwartungshaltung sei nicht hilfreich: "Nicht, dass es jetzt bergab gehen muss, aber alle müssen auf den Realitätsknopf drücken. Dann hat man auch die Chance, etwas Neues zu kreieren."

Weitere Informationen

Thioune wird Hecking-Nachfolger beim HSV

Daniel Thioune wechselt als Trainer innerhalb der zweiten Fußball-Bundesliga vom VfL Osnabrück zum Hamburger SV. Der 45-Jährige unterschrieb an der Elbe einen Vertrag bis 2022. mehr

HSV und Hecking gehen getrennte Wege

Für Dieter Hecking ist die Zeit beim Hamburger SV nach einem Jahr beendet. Der Coach und der Fußball-Zweitligist konnten sich in Gesprächen auf keine weitere Zusammenarbeit einigen. mehr

Kommentar: Der HSV braucht Visionen und Geduld

Die Aussichten auf eine baldige Rückkehr des HSV ins Fußball-Oberhaus sind alles andere als rosig. Denn noch immer fehlen dem Club eine nachhaltige Philosophie und das richtige Führungspersonal. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 05.07.2020 | 22:45 Uhr