VIDEO: Als Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden Geschichte schrieb (3 Min)

Hansa gegen Dynamo: Keine Fans, trotzdem Derby-Atmosphäre

Stand: 21.11.2020 09:49 Uhr

Das Drittliga-Duell zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden steigt vor leeren Rängen. Der NDR überträgt den Ost-Klassiker heute Nachmittag live.

Was wäre das für ein Derby geworden: Knapp 30 Jahre nach der letzten DDR-Meisterschaft, vor ausverkauftem Haus im Ostseestadion. Doch mitten in der Corona-Krise muss auch der Ost-Klassiker zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden vor leeren Rängen ausgetragen werden. Aus der Ferne zuschauen kann man trotzdem: Der NDR überträgt den Drittliga-Knüller heute ab 14 Uhr live im TV und im Video-Livestream.

Leere Ränge gegen Dresden schon 2011

Ein sogenanntes Geisterspiel ist in der Geschichte der traditionsreichen Clubs beileibe kein Novum: Am 18. Dezember 2011 mussten bei Rostock gegen Dresden alle Fans draußen bleiben, weil der damalige Zweitligist nach Zuschauer-Ausschreitungen beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli (1:3) vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit dieser drakonischen Strafe belegt worden war. Beide Teams trennten sich friedlich 2:2.

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Keine Fans: "Das Herz blutet doppelt"

Nun gibt es ein Wiedersehen in Liga drei, das erste Duell um Punkte seit dem 19. März 2016 (2:2). Hansa und Dynamo stehen punktgleich im oberen Drittel der Tabelle. Der Sieger wird den Anschluss an die Spitzenteams halten. Rostock ist seit sieben Spielen ungeschlagen. "Wenn wir da sind, können wir Dresden Probleme bereiten. Wenn nicht, kann es auch in die andere Richtung gehen", sagte Rostocks Trainer Jens Härtel.

Der Coach bedauert, dass angesichts der großen Fan-Base beider Clubs keine Zuschauer ins Stadion dürfen. "Das Herz blutet doppelt. Die Zuschauer und die Mannschaften hätten sich auf die Atmosphäre gefreut. Dass dieses Ost-Derby ohne Fans stattfindet, ist extrem bitter", sagte Härtel. Dennoch erwartet er "ein sehr intensives Spiel. Ich denke, die Derby-Atmosphäre wird auf dem Platz zu sehen sein." Bis auf Nils Butzen (Schambeinverletzung) seien alle zuletzt angeschlagenen Spieler wieder im Training, auch die, die eine Coronavirus-Infektion überwinden mussten; John Verhoek, Luis Klatte, Gian-Luca Schulz und Luca Horn.

Härtel: 45 Punkte, dann Angriff nach oben

Den Zweitliga-Absteiger aus Dresden hält Härtel für einen der Top-Favoriten in dieser Drittliga-Saison. Aber auch Rostock würden die Fans gern wieder eine Liga höher sehen. "Wir müssen so schnell wie möglich 45 Punkte holen, damit wir safe sind, dann können wir den Angriff nach oben angehen", sagte der beim Thema Aufstieg stets eher zurückhaltende Härtel in einem Interview mit dem MDR. Vielleicht gelingt den beiden Ostclubs ein ähnlicher "Doppelschlag" wie vor fast 30 Jahren: Im Kampf um die letzte DDR-Meisterschaft stürzte Hansa den achtmaligen Meister aus Dresden vom Thron, dennoch lösten beide Clubs damals das Ticket für die Bundesliga.

Mögliche Aufstellungen

Hansa Rostock: Kolke - Riedel, Sonnenberg, Reinthaler - Neidhart, Löhmannsröben, Bahn, Scherff - Vollmann, Breier, Litka
Dynamo Dresden: K. Broll - S. Mai, Mar. Hartmann, Knipping - Königsdörffer, Y. Stark, Will, J. Meier - Stefaniak - Hosiner, Daferner

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 21.11.2020 | 14:00 Uhr

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