Hansa-Profi Jan Löhmannsröben (l.) und Trainer Jens Härtel. © imago images / Jan Huebner

Hansa Rostock und die ungewohnte Rolle des Gejagten

Stand: 05.11.2020 12:10 Uhr

Fußball-Drittligist Hansa Rostock hat die beste erste Saisonphase seit zehn Jahren hingelegt. Die Partie am Sonnabend gegen Aufsteiger Türkgücü München überträgt der NDR live im TV und im Web.

Ähnlich stark starteten die Mecklenburger letztmals 2010/2011 in eine Spielzeit. Unter Trainer Peter Vollmann war Hansa insgesamt achtmal Tabellenführer, wurde am Ende hinter Eintracht Braunschweig Zweiter und stieg in die Zweite Liga auf. Nach dem direkten Wiederabstieg knüpften die Rostocker nie wieder an diese erfolgreiche Zeit an. In der vergangenen Saison war Hansa zum gleichen Zeitpunkt mit zwei Siegen in Folge gerade mal den Abstiegsrängen entkommen.

Trainer Härtel bleibt beim Ziel Klassenerhalt

Deshalb bremst Trainer Jens Härtel auch noch jede aufkommende Euphorie. "In der Dritten Liga kann immer alles passieren - von Woche zu Woche. Fakt ist, dass es hilft, wenn man Spiele gewinnt", sagte der 51-Jährige der "Ostseezeitung". Ohnehin hinke der Vergleich mit der Vorsaison, weil die Norddeutschen zum Ende der Transferperiode noch mal nachgerüstet hatten: "Da stand dann plötzlich eine andere Mannschaft auf dem Platz. Das ist in diesem Jahr anders. Ich bin froh und zufrieden, dass wir diesmal ordentlich reingekommen sind. Das ist viel, viel positiver gelaufen als letztes Jahr, als wir teilweise mit dem Rücken zur Wand gestanden haben." Dennoch gelte auch jetzt: "Wir müssen uns weiter verbessern." Erst ab 45 Zählern und dem damit wohl sicheren Klassenerhalt sei er bereit die nächsten Ziele zu diskutieren.

"St. Pauli Connection" an 13 von 14 Toren beteiligt

Gleichwohl hat Härtel in seinem Team eine neue Mentalität entdeckt. "Das merkt man schon im Training. Wir haben ein paar Jungs dabei, die ungern verlieren." Zum Beispiel die "St. Pauli Connection": Die früheren Kiezkicker John Verhoek (2013-2016), Bentley Baxter Bahn (2013/2014) und Maurica Litka (2006-2018) waren an 13 von 14 Rostocker Toren als Vorbereiter oder Vollstrecker beteiligt.

TV-Tipp
Jubel bei John Verhoek vom FC Hansa Rostock © imago images / Jan Huebner

Hansa Rostock - Türkgücü München am Sonnabend live

Der Sportclub zeigt die Drittliga-Partie am Sonnabend ab 14 Uhr live im TV und bei NDR.de. Kommentator: Jan Neumann; Moderation: Andreas Käckell. mehr

Bahn ist mit sieben Punkten (drei Tore, vier Vorlagen) Hansas bester Scorer. Verhoek - nach seinem Wechsel zu Hansa wegen seiner Torflaute von Fans schon als Fehleinkauf verhöhnt - wirkt wie ausgewechselt. "Trainer und Verein standen immer hinter mir. Ich hatte es sehr schwer, war nicht richtig fit", sagte der 31-Jährige rückblickend, der bei sechs Einsätzen schon drei Treffer erzielt hat. Die Vorjahresmarke (fünf Tore in 26 Spielen) dürfte er knacken. Auch Neuzugang Litka hat sich "bei Hansa und in der Stadt von Beginn an extrem wohlgefühlt". Der Charakter der Mannschaft stimme: "Hier ist es leicht, Leistung abzurufen."

Als Tabellenzweiter erwartet Hansa nun Türkgücü. Der Aufsteiger aus München präsentierte sich bislang überraschend stark und hat erst ein Saisonspiel verloren. Nicht nur deshalb steht für Härtel nach dem Rostocker 0:0 vergangenen Montag beim 1. FC Kaiserslautern fest: "Wir wissen, dass wir uns steigern müssen - sonst wird es schwierig." Auch mit der ungewohnten Rolle des Gejagten.

Weitere Informationen
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