Jens Härtel von Hansa Rostock © imago images/Jan Huebner Foto: Michael Taeger

Härtels Rückkehr nach Magdeburg: Keine Zeit für Nostalgie

Stand: 25.11.2020 05:58 Uhr

Beim 1. FC Magdeburg feierte Jens Härtel mit zwei Aufstiegen seine größten Erfolge als Trainer. Auf seinen Ex-Club kann der 51-Jährige aber keine Rücksicht nehmen, wenn er heute mit Hansa Rostock zurückkehrt. Härtel muss punkten.

Hansa hat im Sommer den neunten Anlauf genommen, in die Zweite Liga zurückzukehren. Wolfgang Wolf, Marc Fascher, Andreas Bergmann, Robert Roelofsen, Dirk Lottner, Peter Vollmann, Karsten Baumann, Christian Brand, Uwe Ehlers und Pavel Dotchev hatten in dieser Zeit mehr oder weniger lange den Cheftrainer-Posten inne. Am erfolgreichsten schnitt noch der Bulgare Dotchev ab, der die Mecklenburger auf Rang sechs führte.

Seit Anfang Januar 2019 hat mittlerweile Härtel das Sagen an der Ostsee. Sein bestes Ergebnis: ebenfalls Platz sechs - gleich zweimal. In dieser Saison soll es nun unbedingt mit dem Aufstieg klappen. Das 1:3 am Sonnabend gegen Dresden war ein herber Rückschlag. Heute Abend (19 Uhr/im Livecenter) gastieren die Rostocker beim 1. FC Magdeburg. "Das ist für mich ein besonderes Spiel. Da lege ich einen besonderen Wert drauf, weil es eine lange Zeit dort war", betonte Härtel, der bei seinem Ex-Club punkten muss, um nicht im Kampf um die vorderen Plätze schon wieder den Anschluss zu verlieren.

Aufstiegskampf mit Hansa, Magdeburg kämpft gegen Abstieg

Ausgerechnet Magdeburg. Die Sachsen-Anhalter führte er 2015 aus der Regionalliga in die Dritte und dann 2018 in die Zweite Liga. Doch sein Kredit war erstaunlich schnell aufgebraucht. Nach gerade einmal zwölf Zweitliga-Partien wurde Härtel beurlaubt. "Da haben nicht ein, zwei Nächte gereicht - ich habe ein paar Wochen gebraucht, um das zu verarbeiten", verriet der 51-Jährige einmal im Interview mit dem NDR.

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Knapp zwei Monate später war er bereits Trainer in Rostock. Und während er nun schon in der Dritten Spielzeit hintereinander um den Aufstieg in die Zweite Liga kämpft, zeigt die Kurve der Magdeburger in die entgegengesetzte Richtung. Nach Härtels Abschied wurde es nicht besser. Der FCM stieg wieder ab, verhinderte im Frühjahr nur knapp das Durchrutschen in die Vierte Liga und ist aktuell Vorletzter - mit gerade einmal halb so vielen Punkten wie Hansa.

Härtel mit fünf Magdeburger Weggefährten in Rostock

Während auf Magdeburger Seite fast nur noch Mittelstürmer Christian Beck, der in dieser Saison noch nicht in Schwung gekommen ist, aus der Härtel-Zeit übrig ist, kehren zusammen mit dem Trainer gleich mehrere heutige Rostocker zu ihrem ehemaligen Verein zurück. Co-Trainer Ronny Thielemann sowie die Spieler Jan Löhmannsröben, Manuel Farrona Pulido, Björn Rother und Nils Butzen, der allerdings verletzt fehlen wird, spielten unter Härtel einst in Magdeburg.

"Magdeburg wieder in einer ordentlichen Verfassung"

Härtel hätte sicher nichts dagegen, wenn es so laufen würde, wie bei seiner ersten und bisher einzigen Rückkehr in die Magdeburger Arena: In der vergangenen Saison siegte Hansa dank eines Treffers von Nik Omladic und einer ganz starken Vorstellung von Torhüter Markus Kolke mit 1:0 (1:0). Aber der Coach warnt vor seinem Ex-Club: "Die Magdeburger haben sich mit dem Sieg gegen die Bayern, dem Punkt in Kaiserslautern und dem guten Spiel in Ingolstadt wieder in eine ordentliche Verfassung gebracht. Das kann man nicht mehr vergleichen mit den ersten Spielen in dieser Saison."

Mögliche Aufstellungen:

Magdeburg: Behrens - Ernst, T. Müller, Koglin, Burger - Jacobsen, A. Müller - Kath, Sliskovic, Obermair - Brünker
Rostock: Kolke - Riedel, Sonnenberg, Roßbach - Neidhart, Löhmannsröben, Bahn, Scherff - Vollmann, Verhoek, Litka

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.11.2020 | 23:03 Uhr

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