Stand: 20.09.2019 20:25 Uhr

Hannover verschärft die Krise von Holstein Kiel

von Martin Schneider, NDR.de

Die Fußballer von Hannover 96 haben am siebten Zweitliga-Spieltag im Nord-Duell bei Holstein Kiel den Befreiungsschlag geschafft, den sich die Gastgeber nach dem Trainerwechsel vergeblich erhofften. Die "Roten" gewannen am Freitagabend das Duell an der Kieler Förde mit 2:1 (1:0). Während das Trainerdebüt für KSV-Interimscoach Ole Werner in die Hose ging, kann der zuletzt in die Kritik geratene Mirko Slomka durchatmen. "Wir haben zu lange gebraucht, um die Verunsicherung der letzten Wochen aus den Knochen zu schütteln. Dennoch hätten wir einen Punkt verdient gehabt", bilanzierte der Trainer Werner nach dem Spiel. "Der Druck von außen war groß, aber wir haben versucht, ihn von der Mannschaft wegzuhalten. Ich bin total froh", zeigte sich der 96-Trainer erleichtert. Sein Team klettert in der Tabelle vorerst auf Rang elf, während Kiel mit lediglich fünf Punkten auf Platz 16 steht.

Werner baut die KSV um

Bei den "Störchen" sorgte der neue Trainer Werner, der den nach der 0:3-Niederlage in Heidenheim entlassenen André Schubert auf der Bank ersetzte, vor der Partie für ein Ausrufezeichen.

7.Spieltag, 20.09.2019 18:30 Uhr

Holstein Kiel

1

Hannover 96

2

Tore:

  • 0:1 Ducksch (43.)
  • 0:2 Teuchert (52.)
  • 1:2 J. Lee (63.)

Holstein Kiel: Gelios - Todorovic, Schmidt, Wahl, van den Bergh - Meffert, Mühling, S. Özcan (64. Khelifi), J. Lee - M. Baku (53. Atanga), Iyoha (46. Serra)
Hannover 96: Zieler - J. Korb, M. Franke, Felipe (18. Elez), Albornoz - Aogo, M. Stendera (70. Bakalorz), Prib, Haraguchi - Ducksch, Teuchert (82. J. Horn)
Zuschauer: 15034

Weitere Daten zum Spiel

Im Tor erhielt der im Sommer von Hansa Rostock an die Förde gewechselte Ioannis Gelios den Vorzug vor Dominik Reimann. Auch in der Abwehr und im Sturm krempelte Werner die Mannschaft um: Die defensiven Darko Todorovic, Dominik Schmidt und Johannes van den Bergh rückten in die Startelf, Emmanuel Iyoha erhielt den Vorzug im Sturm. Hannover musste auf den gesperrten Kapitän Waldemar Anton verzichten, Marc Stendera feierte sein Debüt für die "Roten".

Hannover gibt an der Förde den Ton an

Wer glaubte, dass sich die spielerischen Mängel der KSV durch einen Trainerwechsel und gut zureden kurzfristig lösen lassen, wurde eines Besseren belehrt. 96 attackierte die Kieler früh, die sichtlich Respekt vor den Gästen hatten.

Die Anfangsphase gehörte Hannover, das aus seiner Überlegenheit zunächst kein Kapital schlagen konnten. Es dauerte bis zur 32. Minute, ehe es gefährlich wurde: Genki Haraguchi chippte den Ball in den Kieler Strafraum, Stendera, wahrlich nicht als Kopfballungeheuer bekannt, köpfte in Rücklage über das Gehäuse. Zwei Minuten später leitete erneut Haraguchi den Angriff ein, diesmal bediente er Cedric Teuchert. Der 96-Stürmer scheiterte jedoch am langen Bein des KSV-Keepers.

So stark Gelios in der Situation parierte, umso unglücklicher wirkte er bei der Führung der Niedersachsen in der 43. Minute. Nach einer Flanke von Miiko Albornoz waren sich der Keeper und Hauke Wahl nicht einig. Gelios kam aus seinem Tor, Wahl versuchte, vor ihm per Kopf zu klären, was misslang. Wahls Bogenlampe landete beim Ex-Kieler Marvin Ducksch, der das Geschenk dankend annahm und zum 1:0 ins verwaiste Tor köpfte. Jubeln wollte der Stürmer anschließend nicht.

96 erst eiskalt, dann leichtsinnig

Bei Kiel blieb der unauffällige Iyoha in der Kabine, Janni Serra stürmte im zweiten Durchgang für ihn. Direkter Effekt? Fehlanzeige. 96 blieb das spielbestimmende Team und erhöhte in der 52. Minute. Teuchert wurde 16 Meter vor dem gegnerischen Tor nicht angegriffen und zirkelt den Ball sehenswert zum 2:0 in den rechten Winkel. Die 96-Spieler jubelten vor dem Gästeblock mit ihren zündelnden Fans, die bereits während des ersten Durchgangs ausgiebig Pyrotechnik verwendet hatten. Schiedsrichter Martin Thomsen beließ es bei einer kurzen Unterbrechung im ersten Durchgang.

Teucherts Treffer brachte einen Bruch ins Spiel, Hannover war sich seiner Sache zu sicher und die Gastgeber fanden endlich in die Partie. Jae-Sung Lee nutzte den Kieler Aufwind und traf in der 63. Minute zum 1:2. Der Anschluss beflügelte die Schleswig-Holsteiner, die nun all das auf den Rasen brachten, was sie knapp eine Stunde vermissen ließen: Leidenschaft und offensiv ausgerichteten Fußball. Doch der Ausgleich wollte für die "Störche" trotz minutenlangem Powerplay nicht fallen. 96 war nach dem Gegentreffer zwar angeschlagen, stand defensiv aber sicher. Die beste KSV-Möglichkeit vergab Serra, der in der 69. Minute knapp über das 96-Tor köpfte. Zu mehr reichte es nicht, Hannover brachte den zweiten Auswärtssieg der Saison über die Zeit und fügte den Kielern die erste Heimniederlage der Spielzeit zu.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 20.09.2019 | 22:40 Uhr