Stand: 10.11.2019 15:20 Uhr

Desolate Hannoveraner gehen in Heidenheim unter

von Hanno Bode, NDR.de
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96-Keeper Ron-Robert Zieler musste in Heidenheim viermal hinter sich greifen.

Hannover 96 ist weiter auf der Suche nach seiner Form - und einem neuen Trainer. Auch im ersten Spiel nach der Entlassung von Coach Mirko Slomka zeigten die Niedersachsen mit Ausnahme einer Phase in Abschnitt eins eine enttäuschende Vorstellung und verloren beim 1. FC Heidenheim mit 0:4 (0:1). Eine schwache Abwehrleistung sowie eine Rote Karte gegen Marcel Franke (52.) führten am zehnten Todestag des früheren 96-Keepers Robert Enke zur fünften Saisoniederlage des Fußball-Zweitligisten, der von den Co-Trainern Arif Saric und Lars Barlemann betreut wurde.

Zorniger Kandidat auf Slomka-Nachfolge?

Die beiden vormaligen Slomka-Assistenten werden wohl in Kürze wieder ins zweite Glied zurückrücken - wenn der neue Coach denn mit ihnen zusammenarbeiten will. Nach der Absage von Alexander Frei (FC Basel U18), der als Wunschlösung der "Roten" galt, geht die Trainersuche allerdings weiter. Ein Kandidat auf den Posten ist offenbar Alexander Zorniger. Mit dem 52-Jährigen, der zuletzt für den dänischen Verein Bröndby IF arbeitete, wurde in der vergangenen Woche ein Gespräch geführt.

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Bitterer Auftakt für Hannover 96

Nach diesen ergreifenden Momenten vermochten es die Hausherren weitaus besser als der Gast, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren. Das Team von Langzeit-Coach Frank Schmidt (seit 2007 im Amt) ging gleich mit seiner ersten Möglichkeit in Front: Tim Kleindienst köpfte einen verunglückten Schuss von David Otto am langen Pfosten über die Linie. Zu diesem Zeitpunkt waren exakt zwei Minuten und drei Sekunden absolviert - welch ein bitterer Auftakt für die "Roten".

Albornoz scheitert am Pfosten

Und es wäre beinahe noch schlimmer gekommen für die Niedersachsen, die in der Anfangsphase in der Defensive einen sehr unsortierten Eindruck hinterließen. Otto (5.) und Kleindienst (6., 18.) besaßen guten Möglichkeiten zum 2:0. Danach wusste sich Hannover zu steigern. 96 versuchte nun, die Spielkontrolle zu erlangen und initiierte einige ordentliche Angriffe. Der beste davon hätte fast zum Ausgleich geführt. Nach einer Hereingabe des sehr emsigen Hendrik Weydandt wurde Marvin Ducksch' Schuss zwar noch geblockt. Doch der Ball fiel Miiko Albornoz vor die Füße, der aus wenigen Metern den Pfosten traf (26.). Mehr zwingende Offensiv-Aktionen brachten die im Vergleich zur Partie gegen den SV Sandhausen (1:1) am vergangenen Spieltag auf fünf Positionen veränderten Niedersachsen vor der Halbzeit allerdings nicht zustande.

Hannover nach der Pause wieder konfus

13.Spieltag, 10.11.2019 13:30 Uhr

Heidenheim

4

Hannover 96

0

Tore:

  • 1:0 Kleindienst (3.)
  • 2:0 Kleindienst (49.)
  • 3:0 Schnatterer (53., Foulelfmeter)
  • 4:0 Griesbeck (70.)

Heidenheim: Ke. Müller - Busch, Mainka, Hüsing, Theuerkauf - Dorsch, Griesbeck - Schnatterer (65. Leipertz), Kerschbaumer - Otto (63. Schimmer), Kleindienst (81. Feick)
Hannover 96: Zieler - J. Korb, Bakalorz, Elez, Albornoz (81. Muslija) - Anton - M. Franke, Weydandt - Haraguchi, Ducksch (62. M. Stendera), E. Hansson (62. J. Horn)
Zuschauer: 11100

Weitere Daten zum Spiel

Der zweite Durchgang begann wie der erste: Mit einem schnellen Treffer für Heidenheim. Nach einem Eckstoß und einer Kopfballverlängerung von Patrick Mainka brauchte Kleindienst am langen Pfosten den Ball nur noch über die Linie befördern (49.). Als Franke kurz darauf den zweifachen Torschützen im 96-Strafraum nur mit unlauteren Mitteln stoppen konnte, zeigte Referee Lasse Koslowski dem Innenverteidiger Rot und zudem auf den Elfmeterpunkt. FCH-Ikone Marc Schnatterer (seit 2008 im Verein) verwandelte sicher zum 3:0 (53.). Nun ging es für die Gäste lediglich noch um Schadensbegrenzung. Doch auch dieses Unterfangen misslang: Sebastian Griesbeck bezwang Keeper Ron-Robert Zieler nach Flanke von Norman Theuerkauf das vierte Mal (70.). Für den Schlusspunkt der unterhaltsamen Partie hätte dann eigentlich der eingewechselte Florent Muslija sorgen müssen. Dass der 21-Jährige freistehend aus 16 Metern überhastet verzog (86.), passte zu Hannovers Gesamtauftritt.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 10.11.2019 | 23:00 Uhr