Stand: 15.04.2019 14:16 Uhr

Hannover 96: Seit Slomka-Aus herrscht Punkte-Armut

von Florian Neuhauss, NDR.de
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Trainer Mirko Slomka (l.) im Gespräch mit seinem Kollegen Thomas Doll.

Kurz nach Weihnachten 2013 ging die Ära Mirko Slomka bei Hannover 96 zu Ende. Knapp vier Jahre lang war der Trainer für die Geschicke der "Roten" verantwortlich. Zwei Europapokal-Teilnahmen sind die Meilensteine für die erfolgreichste Zeit der jüngeren Vereinsgeschichte. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber gemeinsam haben wir die Überzeugung, etwas verändern zu wollen", sagte 96-Sportdirektor Dirk Dufner zur Beurlaubung Slomkas, nachdem die Niedersachsen am letzten Hinrunden-Spieltag der Saison 2013/2014 durch eine 1:2-Niederlage in Freiburg auf Platz 13 abgerutscht waren.

Viele Trainerwechsel, aber kein Erfolg

Wie sich die Zeiten ändern. Rang 13 würde in der aktuellen Lage in Hannover für Jubelstürme sorgen. Doch seit jenem 27. Dezember 2013 ist an der Leine viel passiert - und aktuell erscheint der nächste Bundesliga-Abstieg unausweichlich.

Auf Slomka folgte Tayfun Korkut. Zunächst führte der ehemalige türkische Nationalspieler 96 noch auf den zehnten Platz. Doch das Ende der Saison 2014/2015 erlebte der Coach schon nicht mehr. Der gebürtige Schwabe, so dachte man damals, geizte zu sehr mit den Punkten.

Danach gaben sich die Trainer mehr oder weniger die Klinke in die Hand. Michael Frontzeck, Thomas Schaaf, Daniel Stendel und André Breitenreiter konnten Präsident Martin Kind nicht nachhaltig überzeugen.

Darf Doll über den Sommer hinaus bleiben?

Nun also Thomas Doll. Ein Sieg aus seinen bis dato zehn Partien sind ein denkbar schlechtes Bewerbungsschreiben für eine Beschäftigung über die Saison hinaus. Mit einem Punkteschnitt von 0,3 ist er allerdings noch besser als Schaaf, der jedoch 2016 nach seiner zehnten Niederlage im elften Bundesliga-Spiel gehen musste.

"Ich habe nach so einer Niederlagenserie überragende Argumente", flüchtete sich Doll nach dem 0:1 gegen Gladbach, der achten Pleite in Folge, in Galgenhumor. "So viele Niederlagen hintereinander machen keinen Spaß." Kind, der nach seinem Aus als Präsident mächtiger Geschäftsführer bleibt, hat dem Coach bereits eine Jobgarantie bis zum Saisonende gegeben. Aber womöglich darf der 53-Jährige, der zuvor mit Ferencváros Budapest einmal Meister und dreimal Pokalsieger geworden war, sogar über die Saison hinaus bleiben. Das wollte Kind zuletzt nicht ausschließen.

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Sportclub | 14.04.2019 | 22:50 Uhr