Stand: 25.04.2019 16:11 Uhr

Hannover 96: Füllkrug wechselt zu Werder Bremen

Stürmer Niclas Füllkrug verlässt Hannover 96 und wechselt zu Werder Bremen.

Der Abschied von Niclas Füllkrug beim Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist beschlossene Sache. Den derzeit verletzten Stürmer zieht es nach der Saison zu Werder Bremen. Das gab 96 am Donnerstag bekannt. Der Wechsel sei unabhängig von der Ligazugehörigkeit vereinbart, teilten die Niedersachsen mit, die vor dem Abstieg in die Zweite Liga stehen. Über die Ablösemodalitäten und Vertragsinhalte vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Um Ablösesumme gefeilscht

Bis zuletzt hatten beide Clubs um die Ablösesumme für den 26-Jährigen gefeilscht. Bei rund sieben Millionen Euro sollen sich Werder und 96, das am Sonnabend den 1. FSV Mainz 05 empfängt (15.30 Uhr, im NDR Livecenter), jetzt einig geworden sein. Nachdem Füllkrug im vergangenen Jahr 14 Treffer für 96 erzielt hatte, lehnte der Club im vergangenen Sommer ein Angebot von Borussia Mönchengladbach in Höhe von rund 18 Millionen Euro ab.

"Werde 96 weiterhin in meinem Herzen tragen"

"Ich verlasse Hannover 96 mit unglaublichen Erinnerungen, die ich in meinem Leben niemals vergessen werde. Ich werde 96 weiterhin in meinem Herzen tragen und genau verfolgen, was hier passiert", sagte Füllkrug, der sich aber auch auf seine neue Heimat freut: "Ich habe den Großteil meiner Jugend bei Werder und in Bremen verbracht und verspüre daher immer noch eine große Verbundenheit zum Verein. Ich freue mich über meine Rückkehr und vor allem auf die Fans. Im Weser-Stadion zu spielen war und ist für mich etwas Besonderes."

Baumann: "Zu einem etablierten Bundesligaspieler herangereift"

"Niclas ist in den vergangenen Jahren zu einem etablierten Bundesligaspieler herangereift. Wir sind davon überzeugt, dass er eine wichtige Rolle in unserem Angriffsspiel einnehmen kann", erklärte Werders Geschäftsführer Frank Baumann. Über

96 mit 35 Millionen Euro Minus im Abstiegsfall

Hannover hat die Lizenz von der Deutschen Fußball Liga (DFL) nur unter Auflagen bekommen. Kind hatte die wirtschaftliche Lage des Clubs zuletzt als "desaströs" bezeichnet. Im laufenden Geschäftsjahr wird Hannover einen Verlust von 18 Millionen Euro einfahren. Im Falle des Abstiegs kämen laut Kind noch einmal 17 Millionen dazu. Naheliegend, dass die Niedersachsen nun ans Tafelsilber gehen, um durch Transfers Geld zu generieren.

Füllkrug zurück zu Förderer Kohfeldt

Füllkrug war da der erste Kandidat. Da sich der Topstürmer im Dezember 2018 zum dritten Mal einen Knorpelschaden zugezogen hatte, bestanden die Bremer allerdings auf einer umfangreichen medizinische Untersuchung. Von 2006 bis 2013 hatte der Angreifer erst im Nachwuchs und dann als Jungprofi bereits für Bremen gespielt. Der aktuelle Werder-Coach Florian Kohfeldt war sein Ausbilder und Förderer im Jugendbereich. "Ich weiß um seine Qualitäten vor dem Tor. Er ist ein sehr kopfballstarker Angreifer, der vor allem im Strafraum seine Stärken ausspielen kann. Ich habe seinen Weg und seine Entwicklung über die Jahre verfolgt und bin froh, dass er zur neuen Saison ein Teil unseres Kaders sein wird", sagte Kohfeldt.

Bebou für 10 Millionen Euro zu Gladbach?

Neben Füllkrug könnte auch Ihlas Bebou Hannover 96 verlassen. Verschiedenen Medien zufolge hat der Offensivakteur seine Ausstiegsklausel gezogen und wird für die festgeschriebene Ablösesumme von zehn Millionen Euro zum Bundesligisten Borussia Mönchengladbach wechseln. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl dementierte allerdings. "Dass wir einen Transfer perfekt haben, ist totaler Quatsch", sagte Eberl am Donnerstag.

Sollte auch noch Bebou verkauft werden, hätte Hannover die 17 Millionen Euro Minus wieder reingeholt, dafür aber jede Menge sportliche Qualität im Angriff verloren.

Verkaufsverbot von Kind für Anton

Dass weitere, prominente Abgänge folgen, ist so gut wie sicher. Walace und Genki Haraguchi - wie der Brasilianer einer der Spitzenverdiener bei 96 - sind Kandidaten für einen Verkauf. Gerne halten würden die Niedersachsen Waldemar Anton. Doch Berater Rene Neunecker bestätigte dem "kicker", dass das Eigengewächs trotz eines gültigen Vertrags nicht mit in die Zweite Liga gehen wolle. Kind hat ein Verkaufsverbot für den Defensivmann ausgesprochen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 27.04.2019 | 15:00 Uhr

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