Stand: 18.05.2019 17:22 Uhr

Trotz guter Moral: 96 verliert zum Abschied

von Thomas Luerweg, NDR.de
Oliver Sorg (r.) unterlag mit Hannover 96 zum Saisonende in Düsseldorf.

Hannover 96 hat sich mit Würde aus der Bundesliga verabschiedet. Beim vorerst letzten Auftritt in der Beletage des deutschen Fußballs überzeugte die Mannschaft von Trainer Thomas Doll am Sonnabend trotz eines 1:2 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf. Eine Woche nach dem 3:0-Erfolg gegen Freiburg, der den Abstieg bedeutet hatte, hielten die "Roten" beim Überraschungsteam aus dem Rheinland lange mit und hätten sogar einen Punkt holen können. Ein Düsseldorfer Doppelschlag in der zweiten Halbzeit sorgte aber für klare Verhältnisse. Der Anschluss war zu wenig für eine Wende. Bei NDR 2 ärgerte sich Doll, dass sich sein Team für die gute Leistung "nicht belohnt" hat. 96 beendet die Saison als Vorletzter auf Tabellenplatz 17. Sie zählen mit der Bilanz von 21 Punkten und 31:71 Toren zu den zehn schlechtesten Absteigern der Bundesligageschichte.

Weydandt verpasst 96-Führung

34.Spieltag, 18.05.2019 15:30 Uhr

F. Düsseldorf

2

Hannover 96

1

Tore:

  • 1:0 Hennings (56.)
  • 2:0 Karaman (61.)
  • 2:1 N. Müller (78.)

F. Düsseldorf: Rensing - Mat. Zimmermann, Ayhan, Kaminski, Gießelmann - Stöger (89. Morales), A. Hoffmann - Lukebakio (79. Barkok), Karaman (79. O. Fink), Raman - Hennings
Hannover 96: Sahin-Radlinger - Sorg, Anton, Ostrzolek - Schwegler - Haraguchi, Maina (77. Albornoz) - Prib (70. Muslija), Walace (70. N. Müller) - Bebou, Weydandt
Zuschauer: 50000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Doll änderte seine Startelf zweimal: Für den vom Gegner Düsseldorf umworbenen Michael Esser gab Samuel Sahin-Radlinger sein Debüt im 96-Tor. Walace ersetzte den angeschlagenen Marvin Bakalorz im Mittelfeld. Hannover spielte von Beginn an unbekümmert nach vorn, da Linton Maina auf der linken Seite viel Platz hatte, um Offensivaktionen einzuleiten. Zwingendes ergab sich dennoch lange nicht. Die beste 96-Chance vergab Hendrik Weydandt, als er völlig unbedrängt eine Flanke von Maina links neben den Pfosten setzte (35.). Auf der anderen Seite parierte Sahin-Radlinger einen Schuss des Ex-96ers Kenan Karaman aus der Drehung (24.). Das Remis zur Pause war leistungsgerecht.

Doppelschlag bringt die Entscheidung

Nach der Pause blieb Hannover stark in der Vorwärtsbewegung: Maina setzte sich auf der linken Seite durch und traf aus kurzer Distanz die Latte (55.). Den direkten Gegenzug nutzte die Fortuna zur Führung. Benito Raman ließ auf dem rechten Flügel Matthias Ostrzolek aussteigen und seine Hereingabe verwertete Rouwen Hennings eiskalt zum 1:0. Das hatte sich nicht abgezeichnet. Aber es kam noch dicker für 96: Sahin-Radlinger wehrte zunächst einen Fernschuss von Kevin Stöger ab, klärte dann gegen Hennings. Den Abstauber nutzte schließlich Karaman gegen seine früheren Teamkollegen - 2:0 (60.). Danach war die Partie entschieden. Ein Abseitstreffer von Andre Hoffman zum vermeintlichen 3:0 wurde zurückgepfiffen, dafür traf der eingewechselte Nicolai Müller zum Anschluss (78.).

Für einen durchaus möglichen Punkt reichte es am Ende nicht mehr, weil Hannover weder die Kraft noch Moral aufbrachte, das Spiel umzubiegen. 96 kann dennoch erhobenen Hauptes an die Leine zurückreisen. Zumindest das Ende der verkorksten Saison war trotz der Niederlage vorzeigbar.

Die zehn schlechtesten Bundesliga-Absteiger

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 18.05.2019 | 15:00 Uhr