Handgreiflichkeit gegen Trainer - VfB Lübeck schließt Riedel aus

Stand: 25.02.2021 15:58 Uhr

Der abstiegsbedrohte Fußball-Drittligist VfB Lübeck hat Florian Riedel wegen Handgreiflichkeiten gegen Trainer Rolf Landerl dauerhaft vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Das teilte der Club am Donnerstag mit.

Lübecks stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Timo Neumann habe laut der VfB-Mitteilung die Information erhalten, dass Riedel in der Halbzeitpause der Partie gegen Türkgücü München (0:2) gegenüber Landerl handgreiflich geworden war. Der VfB-Coach, der diesen Vorfall zunächst mannschaftsintern lösen wollte, habe den Sachverhalt auf Nachfrage des Vorstands ebenso bestätigt wie weitere Zeugen.

Riedels Berater bestätigt Vorfall

Wie der Lübecker Vorstandssprecher Thomas Schikorra im NDR Interview erklärte, sei Neumann durch einen Anruf am Mittwochabend auf den Vorfall in der Kabine aufmerksam gemacht worden. Den Namen des Anrufers nannte Schikorra nicht. "Wir haben auch mit Florian Riedels Berater gesprochen, der nach Rücksprache mit dem Spieler den Vorfall bestätigt hat."

"Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass wir diese Information früher bekommen hätten", erklärte Schikorra. "Aber das ist natürlich etwas, das wir so nicht hinnehmen können." Auf die Frage, was unter Handgreiflichkeiten genau zu verstehen ist, wollte Schikorra nicht näher eingehen. Die Mannschaft wurde nach dem Vormittagstraining über die Maßnahme informiert. "Sie hat es zur Kenntnis genommen, da gab es keine Diskussionen", sagte der Vorstand.

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Florian Riedel vom VfB Lübeck © IMAGO / Claus Bergmann

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Suspendierung nach Interview vor Türkgücü-Spiel

Riedel war nach einem Interview direkt vor dem Spiel gegen Türkgücü, in dem er sich gegen die zuvor von Sportdirektor Rocco Leeser öffentlich geäußerte Kritik an der Mannschaft gewehrt hatte, zunächst nur für eine Woche vom Trainings- und Spielbetrieb der ersten Mannschaft suspendiert worden. Der Routinier hatte sich danach für seine Aussagen entschuldigt.

Die Entscheidung hatte bereits für viel Aufregung in Lübeck gesorgt. Die Clubführung wollte sich zu diesem Zeitpunkt von Riedel trennen, doch die Mannschaft setzte sich für den 30 Jahre alten Leistungsträger ein, hätte laut Lübecks Ex-Kapitän Daniel Halke bei einem Rausschmiss das Training boykottiert. Auch Riedels Geldstrafe, die nach Schikorras Angaben der Spieler selbst angeboten hatte, wollte das Team übernehmen.

Schikorra: "Wir wollen jetzt Ruhe haben"

Im NDR Interview widersprach der Vorstandssprecher beim Thema Streik: "Es war nicht alles richtig, wie es öffentlich dargestellt wurde. Die Mannschaft hat uns nie gedroht oder unter Druck gesetzt." Schikorra würde nun gerne zur Tagesordnung übergehen beim VfB, der als Tabellenletzter dem Abstieg in die Regionalliga ins Auge blickt und am Sonnabend zum Auswärtsspiel beim Halleschen FC antritt. "Der Fall Florian Riedel ist für uns abgeschlossen. Wir wollen jetzt Ruhe haben."

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Tommy Grupe (o.) und Florian Riedel vom VfB Lübeck © imago images/Claus Bergmann

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 25.02.2021 | 19:30 Uhr

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