VIDEO: Scheitert der HSV-Aufstieg nach dem 1:1 in Regensburg erneut? (1 Min)

Der HSV wackelt - Trainer Thioune nicht

Stand: 26.04.2021 13:35 Uhr

Im Rennen um den Bundesliga-Aufstieg klammert sich der HSV an kleine Erfolge. Der Punkt in Regensburg zeige, dass die Moral der Mannschaft intakt sei, erklärte Daniel Thioune. Eine Diskussion um den HSV-Coach soll nicht aufkommen.

In der Tat war das 1:1 am Sonntag nicht nur vom Ergebnis her besser als die 1:2-Niederlage in Sandhausen. "Im zweiten Durchgang hat die Mannschaft auch deutlich gezeigt, dass sie lebt", sagte Thioune. "Die Mannschaft hat sich gewehrt, sie ergibt sich nicht. Niemand soll uns abschreiben." Ins gleiche Horn stieß Kapitän Tim Leibold: "Wenn wir so spielen, wie in der zweiten Halbzeit, ist alles drin. Deswegen nehmen wir die 45 Minuten, in denen wir eine tolle Moral gezeigt haben, in die nächsten Partien."

HSV auf Patzer der Konkurrenz angewiesen

Der Haken an diesen Aussagen. Selbst, wenn die Hamburger alle vier verbleibenden Spiele gewinnen, könnte das nicht zum Aufstieg reichen. Nur Fehltritte der Konkurrenz erhalten den Hanseaten die Hoffnung. Spitzenreiter VfL Bochum liegt schon neun Zähler vor den Hanseaten, der Tabellenzweite Fürth drei. Dazu lauert Holstein Kiel auf Rang vier mit nur zwei Punkten Rückstand, aber auch mit noch drei mehr zu absolvierenden Spielen in der Hinterhand. Mit einem Sieg gegen die "Störche" könnte Stadtrivale FC St. Pauli zumindest einmal Schützenhilfe leisten.

"Der HSV wird schon selber dafür sorgen, ob er aufsteigt oder nicht. Unser Stadtnachbar hat genug damit zu tun, sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren und genug Punkte zu holen. Da müssen wir uns nicht auch noch drum kümmern." St.-Pauli-Trainer Timo Schultz

Aber ein Kieler Fehltritt allein reicht eben noch nicht. Vor allem, wenn der HSV die Patzner nicht nutzt - wie die Fürther Niederlage bei den Kiezkickern. Dennoch gab sich HSV-Trainer Thioune zuversichtlich: "Wir müssen ausschließlich auf uns schauen. Vielleicht ist dieser eine Punkt am Ende ausschlaggebend dafür, dass man einen der drei ersten Plätze belegt."

Leibold: "Wir finden nicht die richtigen Lösungen"

Es bleibt die Ratlosigkeit, warum die HSV-Profis bei starkem Gegenwind regelmäßig den Kopf einziehen. Zumindest auch für eine Halbzeit wie in Regensburg. Erneut haben die Norddeutschen gezeigt: Bietet der Gegner die Stirn, attackiert er die ballführenden Hamburger früh und beeindruckt sie mit harten Zweikämpfen und hohem Pressing, ist die Mannschaft nur ein Schatten ihrer selbst.

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Zum dritten Mal in Folge droht der einstige Bundesliga-Dino die Rückkehr ins Oberhaus zu verspielen. Mit einem zum dritten Mal komplett veränderten Team, mit dem dritten Trainer. Tatsache ist, dass kein Spieler konstant seine Topleistung abruft. Selten über 90 Minuten, schon gar nicht über mehrere Spiele hinweg. So hat Top-Torjäger Simon Terodde - auch bedingt durch seine Corona-Infektion - in zwei Monaten lediglich ein Tor erzielt. Ein Kopfproblem sei es nicht, erklärte Kapitän Leibold: "Das ist weder Angst noch Stress, noch irgendwelcher Druck. Das sind wir und das Trainerteam, die wir gemeinsam nicht die richtigen Lösungen finden."

Boldt mit Rückendeckung für Thioune

Immerhin: Im zweiten Durchgang in Regensburg hatte Thioune Lösungen gefunden, stellte taktisch um - mit Erfolg: In der Schlussphase hätte Kittel sogar der Siegtreffer gelingen können. Dieser letzte Eindruck bleibt. Deshalb wollen die Clubverantwortlichen trotz des Absturzes in der Rückrunde mit lediglich zwei Siegen in elf Spielen auch keine Trainerdiskussion an der Elbe aufkommen lassen. "Ich habe keine Zweifel am Trainer", sagte Sportvorstand Jonas Boldt dem TV-Sender "Sky". Der Coach war zu Saisonbeginn vom VfL Osnabrück geholt worden, um eine langfristige und stabile Entwicklung einzuleiten. Möglicherweise muss er dies noch ein Jahr länger in der Zweiten Liga tun.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 25.04.2021 | 22:50 Uhr

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