Stand: 16.09.2020 14:48 Uhr

HSV verkauft Stadiongrundstück an die Stadt

Der HSV verkauft das Stadiongrundstück - nicht das Volksparkstadion selbst - in Bahrenfeld für 23,5 Millionen Euro an die Stadt Hamburg. Der Fußball-Zweitligist und die Stadt schlossen am Mittwochmorgen eine entsprechende Absichtserklärung ("Letter of Intent"). Damit werden die Modernisierungen für die Fußball-EM 2024 finanziert, aber auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abgefedert. Dem HSV wird im Gegenzug ein Erbbaurecht über die 75.961 Quadratmeter mit einer Laufzeit bis mindestens 2087 eingeräumt, das bis 2117 verlängert werden kann. Der jährliche Erbbauzins werde 1,8 Prozent des Grundstückswertes betragen, so der Club.

Die Vereinbarung mit dem HSV sei eine Art Ewigkeits-Versprechen, sagte Finanz-Senator Andreas Dressel: "Mit dieser Vereinbarung schaffen wir eine langfristige Standortsicherheit für das Volksparkstadion." Nach dem Flughafen-Gelände in Fuhlsbüttel ist das Grundstück das zweitgrößte Gelände mit Erbbaurecht in der gesamten Stadt. Der Verkauf erfolgt nach Zustimmung der Hamburgischen Bürgerschaft, das Geld soll noch in diesem Jahr fließen.

Ein finanzieller Segen für den HSV

Für den HSV ist das Abkommen mit der Stadt ein finanzieller Segen. "Mit dieser Umstrukturierung des Eigentumsverhältnisses am Stadiongrundstück in ein langfristiges Erbbaurecht können wir trotz der immensen wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen wir wegen der Corona-Pandemie stehen, das Volksparkstadion aus eigener Kraft für die Zukunft und insbesondere mit Blick auf die UEFA Euro 2024 ausrichten", sagte HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein. Nach ersten Schätzungen sind dafür zwischen 20 und 30 Millionen Euro notwendig.

"Das ist kein HSV-Rettungsschirm. Der HSV wäre in der laufenden Serie nicht gefährdet." HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein

Mit den Investitionen solle aber "in erster Linie auch der Aufenthalt bei unseren HSV-Heimspielen attraktiver gestaltet werden. Durch diese Vereinbarung können wir die umfangreichen Modernisierungen trotz Corona-Krise und erheblicher Umsatzeinbußen realisieren", so Wettstein weiter. Als große Baustellen nannte er ein neues LED-Flutlicht, die Beschallung des Stadions, Serverräume, die Erneuerung der Sanitärräume und "unabhängig von der EM das Stadiondach". In der Absichtserklärung ist festgelegt, dass der HSV nach dem Erhalt des Geldes für das Grundstück keine weiteren finanziellen Forderungen an die Stadt stellen wird.

Grote: Handlungsfähigkeit des HSV erhalten

"Ich freue mich, wenn auf diesem Weg die Handlungsfähigkeit des größten Sportvereins unserer Stadt erhalten bleibt und die notwendigen Zukunftsinvestitionen gesichert werden können", unterstrich Sportsenator Andy Grote. Zur Euro 2024 solle Hamburg "über ein modernes, attraktives Stadion verfügen, in dem dann hoffentlich nicht nur Gruppenspiele, sondern möglichst auch einzelne Achtel- oder Viertelfinalpartien ausgetragen werden".

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Hamburg Journal | 16.09.2020 | 19:30 Uhr

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