Stand: 22.02.2020 06:42 Uhr

HSV - St. Pauli: Wer kriegt den "Kick" im Derby?

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Der HSV will aufsteigen, St. Pauli muss nach unten gucken.

Der HSV will sich reichlich Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf holen, der FC St. Pauli seinen Coup vom Hinspiel (2:0 am Millerntor) wiederholen: Das heutige Hamburger Stadtderby in der Zweiten Liga wird (13 Uhr, im NDR Livecenter) für den Gewinner ein Highlight in dieser Saison sein. Es geht in diesem Duell - natürlich - um jede Menge Prestige. Aber auch in sportlicher Hinsicht steht sehr viel auf dem Spiel: Der HSV will sich unbedingt Punkte für den Aufstieg in die Bundesliga sichern, St. Pauli benötigt jeden Zähler im Kampf um den Klassenerhalt. "Ein Derbysieg kann uns einen Kick für die nächsten Wochen geben", bekräftigte HSV-Coach Dieter Hecking.

Luhukay: "Tagesform entscheidet"

"Ich glaube, dass die Tagesform das Spiel entscheiden wird. Man muss mental richtig stark sein, den Druck und die Spannung loslassen, in gewissen Phasen des Spiels aber auch wieder aufnehmen können", sagte Heckings Pendant Jos Luhukay. In den jüngsten Derbys wurde zwar massiv Pyro gezündet, ansonsten blieb es aber ruhig. Die Partie ist erneut als Risikospiel eingestuft und die Polizei mit rund 1.500 Beamten im Einsatz.

Hecking: "Ein Derby ist ein Derby"

Tabellenstand, die Ergebnisse nach der Winterpause und nicht zuletzt der Heimvorteil sprechen für einen HSV-Sieg. Doch ganz so einfach ist es eben nicht. Zum einen gilt Heckings philosophische Erkenntnis: "Ein Derby ist ein Derby." Zum anderen hat St. Pauli in dieser Saison tatsächlich eine positive Bilanz gegen die drei Topclubs der Liga (zwei Siege, zwei Remis, eine Niederlage) und der HSV nach der Winterpause bislang ausschließlich gegen abstiegsgefährdete Teams gespielt. Dies und der besondere Rahmen des Duells machen auch Luhukay Mut: "Das sind Spiele, die nicht so an Tabellensituationen festgemacht werden können. Es ist ein Stadtderby, in dem es auf beiden Seiten bei den Fans viele Gefühle gibt."  

Dennoch: Die Hausherren haben die bessere Mannschaft, auch wenn Hecking in Jeremy Dudziak und Adrian Fein seine beiden angestammten "Sechser" ersetzen muss. Gideon Jung und David Kinsombi dürften das Defensiv-Duo im Mittelfeld bilden. Im Angriff liefern sich Lukas Hinterseer und Joel Pohjanpalo ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz in der Startelf.

St. Pauli fast in Bestbesetzung

Auch St. Paulis Trainer Luhukay unterstrich die Qualität des Gegners: "Der HSV ist eines der stärksten Teams der Liga." Der Niederländer kann indes fast aus dem Vollen schöpfen. Allerdings schaffte es Innenverteidiger James Lawrence nicht, seinen Trainingsrückstand aufzuholen und fällt weiterhin aus. "Wir müssen 90, 95 Minuten fokussiert sein und ein Topspiel abliefern, um zu punkten", betonte Luhukay.

Hinspiel Ansporn und Warnung für den HSV

Im September des vergangenen Jahres gelang dies St. Pauli beinahe perfekt. Der 2:0-Erfolg gegen den Nachbarn war die beste Leistung der Saison. Für Hecking und den HSV ist die Niederlage Warnung und Ansporn zugleich: "Wir haben im Hinspiel gespürt, wozu St. Pauli in der Lage ist. Das wollen wir nicht noch einmal erleben."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.02.2020 | 13:00 Uhr