"Große Persönlichkeit": HSV trauert um Ex-Präsident Peter Krohn

Stand: 02.04.2021 20:54 Uhr

Dr. Peter Krohn ist am 1. April im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Hamburger SV, den er in den 1970er Jahren maßgeblich mitprägte, trauert in einer Mitteilung um "eine der ganz großen HSV-Persönlichkeiten".

Mit seinen Ideen sorgte der Präsident und spätere Generalmanager in ganz Fußball-Deutschland für Furore. Der HSV spielte in pinken Trikots, um mehr weibliches Publikum für den Club zu begeistern. Aufsehen erregten auch Elefanten auf dem Trainingsplatz. Am meisten Eindruck hat allerdings die Verpflichtung von Kevin Keegan im Jahr 1977 hinterlassen. Der Engländer ist einer der besten Fußballer, die je für die Hamburger gespielt haben.

"Peter Krohn dachte stets groß, dachte in außergewöhnlichen Sphären und dachte grenzenlos", heißt es in einer Mitteilung des Clubs von Karfeitag und zitiert mit Blick auf Keegans erstes Spiel für den HSV, in dem er einen Treffer gegen den FC Barcelona erzielte, einen seiner wohl berühmtesten Sätze: "Ich bin aufgesprungen und habe mir selbst die Hand geschüttelt."

Sieg im DFB- und Europapokal

Sein Vater Hans spielte in den 1920er Jahren für den HSV und wurde 1923 deutscher Meister. Der Sohn gründete nach dem Studium eine eigene Werbeagentur, die ihn 1967 zum HSV führte. 1973 wurde der promovierte Volkswirt Präsident, von 1975 bis 1977 war er dann Generalmanager des Clubs. Als erster im deutschen Fußball trieb er das Marketing konsequent voran.

"Dr. Krohn sanierte in seiner Zeit den finanziell angeschlagenen Verein und führte ihn auch sportlich nach oben", schreibt der Zweitligist. Auch die späteren HSV-Größen Felix Magath und Willi Reimann lotste er an die Elbe.

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Pokaljubel bei den HSV-Spielern Peter Nogly, Willi Reimann und Ole Björnmose (v.l.n.r.). © imago / MKA Foto: MKA

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Der Gewinn des DFB-Pokals 1976 und der Triumph im Europapokal der Pokalsieger im Jahr danach sind bis heute Meilensteine. Auch der Grundstein für die Meisterschaft 1979 wurde schon in den Vorjahren gelegt.

Der Club zeichnete Dr. Krohn, der um die Jahrtausendwende auch noch im Aufsichtsrat saß, mehrfach für seine Verdienste rund um den Verein aus. Seinem HSV blieb Krohn stets treu, sparte allerdings auch nicht mit Kritik an aktuellen Entwicklungen. Nun ist er am 1. April und damit nur 16 Tage nach seiner Ehefrau Doris, mit der er mehr als 50 Jahre verheiratet war, nach langer Krankheit im Alter von 89 Jahren gestorben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 02.04.2021 | 23:03 Uhr

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