Stand: 16.02.2019 14:56 Uhr

HSV punktet bei Heidenheimer Überfliegern

von Hanno Bode, NDR.de
Der HSV um Torschütze Berkay Özcan (l.) holte in Heidenheim zweimal einen Rückstand auf.

Der HSV hat die Gunst der Stunde genutzt und einen wichtigen Zähler auf dem angestrebten Weg in die Bundesliga geholt. Während die Aufstiegskonkurrenten 1. FC Köln (2:3 in Paderborn) und FC St. Pauli (1:2 gegen Aue) patzten, holten die Hamburger beim Überraschungs-Team 1. FC Heidenheim am Sonnabendnachmittag ein 2:2 (1:1)-Remis. Berkay Özcan (30.) und Pierre-Michel Lasogga (70.) waren im Duell zweier Pokal-Viertelfinalisten für die Hanseaten erfolgreich. Niklas Dorsch (16.) und Robert Glatzel (54.) hatten die nun seit acht Begegnungen ungeschlagenen Schwaben zweimal in Front gebracht. Sie haben weiter sechs Zähler Rückstand auf den HSV.

"Wir kommen immer wieder zurück - das zeigt unseren Charakter. Hier wäre heute mehr drin gewesen, aber man muss dann einfach auch mal den Punkt mitnehmen. Wir sind zweimal zurückgekommen, da muss man zufrieden sein", sagte Lasogga im NDR 2 Interview.

Fehlerkette vor dem frühen Rückstand

22.Spieltag, 16.02.2019 13:00 Uhr

Heidenheim

2

Hamburger SV

2

Tore:

  • 1:0 Dorsch (16.)
  • 1:1 B. Özcan (30.)
  • 2:1 Glatzel (54.)
  • 2:2 Lasogga (70.)

Heidenheim: Ke. Müller - Busch, Mainka, Beermann, Theuerkauf - Griesbeck, Dorsch (75. Multhaup), Andrich - Schnatterer (62. Thomalla), Dovedan (90. Thiel) - Glatzel
Hamburger SV: Pollersbeck - G. Jung (67. Arp), van Drongelen, Bates, Narey - Mangala - Hwang (74. Lacroix), L. Holtby, B. Özcan, Jatta (46. Janjicic) - Lasogga
Zuschauer: 15000 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Der sonnige Arbeitstag begann für den HSV mit zwei Rückschlägen. Zunächst verletzte sich Josha Vagnoman beim Aufwärmen, sodass Coach Hannes Wolf die Linksverteidiger-Position kurzfristig neu besetzen musste. Für den als Ersatz für Douglas Santos (Zerrung) vorgesehenen Youngster rückte Hee-chan Hwang in die Startelf. Der Südkoreaner nahm Khaled Nareys Platz im Mittelfeld ein, der seinerseits nun hinten seinen Aufgabenbereich hatte. An dieser Umstellung lag es allerdings nicht, dass die Gäste in der 16. Minute in Rückstand gerieten. Vielmehr zeigte der Tabellenführer bei einem Heidenheimer Eckstoß viel zu wenig Entschlossenheit. Zunächst ließ Bakery Jatta den Ball passieren, dann klärte ihn Lewis Holtby direkt vor die Füße von Dorsch, der frei zum Abschluss kam. Weil Rick van Drongelen den Schuss noch abfälschte, hatte Keeper Julian Pollersbeck keine Abwehrchance.

Glatzel vergibt das 2:0

Es wäre beinahe noch schlimmer gekommen für die Wolf-Equipe. Lediglich 60 Sekunden nach dem Rückstand erlaubte sich van Drongelen einen schlimmen Ballverlust in der gegnerischen Hälfte. Die Hausherren schalteten blitzschnell um, schickten den pfeilschnellen Glatzel auf die Reise und rauften sich kurz darauf - soweit vorhanden - die Haare. Denn kurz vor dem Abschluss des Angreifers versprang der Ball, sodass der Versuch des 25-Jährigen im Fangnetz landete. Duplizität der Ereignisse: Auch im Hinrunden-Duell (3:2 für den HSV) besaßen die Schwaben nach ihrer 1:0-Führung eine große Gelegenheit zum zweiten Treffer. Auch damals vergaben sie die vermeintliche Vorentscheidung. Seinerzeit schlug dann die große Stunde von Lasogga, der seinen Brötchengeber mit einem Hattrick quasi im Alleingang zu drei Punkten schoss.

Traumpass Holtby - Traumtor Özcan

Beim zweiten Aufeinandertreffen beider Kontrahenten in dieser Serie blieb der 27-Jährige im ersten Abschnitt blass. Das gründete allerdings primär auf dem zunächst viel zu phlegmatischen Offensivspiel seiner Mannschaft. Den Hamburger Angriffen mangelte es bis zum Ausgleich an Tempo und Tiefe. Ein Geistesblitz von Holtby sowie der nicht minder tolle Abschluss von Özcan rüttelte den Klassenprimus dann wach. Der Ex-Nationalspieler passte genau in die Schnittstelle der Heidenheimer Innenverteidigung auf den Winterzugang vom VfB Stuttgart, Özcan machte sich mit einem gefühlvollen Heber ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Er war am Vortag 21 geworden. Hernach kombinierte der HSV endlich etwas flüssiger und agierte zielstrebiger. Holtby hatte das 2:1 auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Keeper Kevin Müller (33.). So schlug zur Pause ein leistungsgerechtes Remis zu Buche.

HSV wankt, fällt aber nicht

Die ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff gehörten den Gastgebern. Marc Schnatterer per Freistoß (53.) und Robert Andrich mit einer Direktabnahme (54.) verpassten die erneute Führung noch knapp, bevor Glatzel Pollersbeck mit einem Schuss aus 16 Metern ins kurze Eck bezwang. Rechtsverteidiger Gideon Jung sowie der zur zweiten Hälfte für Jatta eingewechselte Vasilije Janjicic trugen durch ihr viel zu passives Zweikampfverhalten gegen den Torjäger die Hauptschuld am zweiten Hamburger Gegentreffer. Der Schock bei den Hanseaten saß tief. Nur ganz langsam bekamen sie wieder Stabilität und Struktur in ihr Spiel. Heidenheim war dem 3:1 näher als der HSV dem Ausgleich. Mit etwas Fortune überstanden die Norddeutschen diese kritische Phase und setzten schließlich wieder selbst Offensiv-Akzente.

Lasogga erneut Heidenheim-Schreck

Zunächst scheiterte Özcan noch an der Latte (67.), dann stand Lasogga dort, wo ein klassischer Mittelstürmer wie er stehen muss. Nach einer Flanke von Narey sowie einem abgeblockten Holtby-Schuss staubte der 27-Jährige zum 2:2 ab. Dass er den Ball in gefühlter Schallgeschwindigkeit ins Netz drosch, war gewiss auch ein Ausdruck des Frustes, der sich bis dahin in ihm angesammelt hatte. Denn gelungene Lasogga-Aktionen waren bis zum Ausgleich - gelinde ausgedrückt - rar gewesen. Am Ende wäre der zehnte Saisontreffer des Stürmers allerdings fürs Kollektiv wertlos gewesen, wenn Pollersbeck fünf Minuten vor Ultimo nicht prächtig gegen Glatzel pariert hätte.

Weitere Informationen

Ergebnisse und Tabelle 2. Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

HSV: Minimaler Aufwand, maximale Ausbeute

Nur 28 Tore nach 21 Saisonspielen: Der Zweitliga-Spitzenreiter HSV verfährt nach dem Motto "Geiz ist geil", hat aber trotzdem Erfolg. Am Ende soll der Wiederaufstieg stehen, egal wie. mehr

HSV und Kühne: Weitere zwei Jahre "Volksparkstadion"?

Bei den Gesprächen über die Namensrechte an der HSV-Arena zeichnet sich eine Einigung ab. Offenbar will Investor Klaus-Michael Kühne den Vertrag um zwei Jahre verlängern. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 17.02.2019 | 22:50 Uhr

Mehr Sport

03:52
Hallo Niedersachsen