Stand: 12.01.2020 14:20 Uhr

HSV plant kontrolliertes Pyro-Abbrennen bei Heimspiel

Fußball-Zweitligist Hamburger SV plant in nächster Zeit das kontrollierte Pyro-Abbrennen fernab des Zuschauerbereichs bei einem Heimspiel. Das kündigte Bernd Hoffmann, Vorstandschef der HSV AG, auf der Mitgliederversammlung des Gesamtvereins am Sonnabend an. "Wir befinden uns da in Gesprächen mit den zuständigen Behörden der Stadt Hamburg. Und wir gehen davon aus, dass wir das noch in dieser Saison realisieren können. Es kann aus unserer Sicht nicht sein, dass das, was bei jedem ortsüblichen Musikkonzert passiert, für den Fußball nicht zulässig sein soll", erklärte der 56-Jährige.

Hoffmann distanziert sich von "durchgeknallten Straftätern"

In seiner Rede zuvor vor den etwas über 400 anwesenden Mitgliedern hatte Hoffmann die aktive Fanszene ausdrücklich gelobt. Zugleich distanzierte er sich von denjenigen, die durch das unkontrollierte Pyro-Abbrennen andere Zuschauer gefährden. "Wir verstehen uns nicht als Anwälte bei der Pyro-Diskussion dieser 20 durchgeknallten Straftäter, denen Gesundheit und Leben ihrer Mitmenschen egal ist, wenn sie unkontrolliert Pyro zündeln", sagte er. "Um das klar zu sagen: Hier gilt eine absolute Null-Toleranz-Politik." Doch betonte Hoffmann auch: "Wir wollen eben auch keine total durchgeplante und durchzertifizierte Liga, in der sich alle in vorauseilender Weise sozial erwünscht verhalten." Stimmung und Atmosphäre im Stadion seien "das Rückgrat des Geschäftsmodells Profi-Fußball".

Hohe Strafen durch den DFB

Die Pyro-Ausfälle einiger Fans sind dem sechsmaligen deutschen Meister bereits teuer zu stehen gekommen. So verhandelt das DFB-Sportgericht am kommenden Freitag über die Einsprüche des Tabellenzweiten und des FC St. Pauli gegen die Strafen für den Pyro-Einsatz beim Zweitliga-Stadtderby im September. Als Wiederholungstäter waren der HSV im Einzelrichterverfahren zu 200.000 Euro und St. Pauli zu 120.000 Euro Strafe verurteilt worden. Der DFB-Kontrollausschuss hatte sogar eine Geldbuße von 250.000 Euro beziehungsweise 180.000 Euro beantragt.

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Hamburg Journal | 11.01.2020 | 19:30 Uhr

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