Stand: 31.05.2020 15:23 Uhr

HSV müht sich zum Sieg gegen Wehen Wiesbaden

von Hanno Bode, NDR.de
HSV-Torschützen unter sich: Joel Pohjanpalo und David Kinsombi (v.l.).

Der HSV hat sich der Pflichtaufgabe SV Wehen Wiesbaden mit viel Mühe entledigt. Die Hamburger schlugen den Abstiegskandidaten am Sonntagnachmittag mit 3:2 (2:1) und verteidigten den dritten Tabellenplatz in der zweiten Fußball-Bundesliga. Doch insbesondere die Abwehrleistung der Elf von Coach Dieter Hecking war - wie schon drei Tage zuvor beim 2:3 in Stuttgart - nicht aufstiegsreif. Joel Pohjanpalo (27.) und David Kinsombi (14., 76.) waren für die Norddeutschen erfolgreich, Manuel Schäffler traf doppelt für den Gast (12., 57./Elfmeter).

"Uns war von vornherein klar, dass die Partie gegen Wehen eine schwierige Aufgabe werden würde. Wir mussten nach der Niederlage in Stuttgart wieder aufstehen und das haben wir geschafft", sagte Hecking.

Comebacker Pollersbeck früh geschlagen

Die Anfangsphase stand aus Hamburger Sicht unter der Überschrift: "Pleiten, Pech und Pannen".

So vermochte es Pohjanpalo in der sechsten Minute nicht, eine präzise Hereingabe von Josha Vagnoman aus wenigen Metern über die Linie zu bugsieren. Der Ball rutschte dem Finnen durch die Beine und landete im Seitenaus. Einen noch größeren Fauxpas leistete sich bald darauf Timo Letschert. Völlig unbedrängt passte der Verteidiger das Spielgerät in die Füße von Dominik Franke, der den im HSV-Strafraum stehenden Schäffler bediente. Der frühere Kieler drehte sich kurz und traf per gefühlvollem Heber zum 1:0. Keeper Julian Pollersbeck war ohne Abwehrchance.

Pollersbeck? Pollersbeck! Der 25-Jährige stand erstmals seit dem 4. Mai des vergangenen Jahres wieder in einer Zweitliga-Partie zwischen den Pfosten. Völlig überraschend hatte ihn Hecking für den bisherigen Stammtorwart Daniel Heuer Fernandes ins Team gebracht. Letzterer saß nicht einmal auf der Bank.

Pohjanpalo erst Pechvogel, dann Torschütze

Seine Klasse unter Beweis stellen konnte Pollersbeck im ersten Abschnitt lediglich ein einziges Mal: Bei einen strammen Schuss von Daniel-Kofi Kyereh riss der U21-Europameister von 2017 gerade noch rechtzeitig den rechten Arm hoch und verhinderte so den Ausgleich (39.).

Zu diesem Zeitpunkt führte der HSV in einer munteren Begegnung mit 2:1. Zunächst hatte Kinsombi mit einem wuchtigen Linksschuss egalisiert, dann sorgte Pohjanpalo per Kopf aus wenigen Metern für die Führung. Die Leverkusen-Leihgabe profitierte bei seinem fünften Saisontor allerdings vom schläfrigen Abwehrverhalten der Gäste. Sie hatten kein sichtbares Interesse gezeigt, eine eigentlich nicht sonderlich gefährliche Hereingabe von Tim Leibold aus der Halbposition zu klären. Getreu dem Motto: "Was du kannst, kann ich schon lange", stümperten die Hamburger daraufhin in der Defensive wieder munter vor sich hin. Glück für sie, dass der Abstiegskandidat die sich ihm bietenden Chancen nicht nutzte. So führte die Hecking-Elf zur Halbzeit mit 2:1.

Kinsombi sorgt für die Entscheidung

29.Spieltag, 31.05.2020 13:30 Uhr

Hamburger SV

3

Wehen Wiesb.

2

Tore:

  • 0:1 Schäffler (12.)
  • 1:1 Kinsombi (14.)
  • 2:1 Pohjanpalo (27.)
  • 2:2 Schäffler (57., Foulelfmeter)
  • 3:2 Kinsombi (76.)

Hamburger SV: Pollersbeck - Vagnoman, Letschert (61. Jatta), van Drongelen, Leibold - Fein, Kinsombi (81. C. Moritz), Hunt (62. Dudziak) - Schaub (61. Beyer), Pohjanpalo, Kittel (89. Harnik)
Wehen Wiesb.: H. Lindner - Mockenhaupt, Dams, Röcker (46. Ajani), Kuhn (84. Knöll), Franke - Chato, Aigner (75. Schwadorf), Titsch-Rivero (84. Schönfeld), Kyereh (75. P. Tietz) - Schäffler
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Die Arbeit gegen den Ball - sie blieb auch nach dem Wiederbeginn ein großes Manko der Hanseaten. Insbesondere Letschert war weiter ein großer Risikofaktor. Das Stellungsspiel des Niederländers genügte keinen Zweitliga-Ansprüchen, sein Zweikampfverhalten war phasenweise abenteuerlich. So auch in der 56. Minute, als der 27-Jährige Marvin Ajani im HSV-Strafraum von den Beinen holte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Schäffler sicher. Kurz darauf erlöste Hecking den Unglücksraben. Er wechselte Jordan Beyer für Letschert ein (61.).

Die Hamburger Pannen-Show war damit allerdings nicht beendet. Leibold gab mit einem Fehlpass in die Füße von Ajani eine weitere Kostprobe aus dem Potpourri von Unzulänglichkeiten - Pollersbeck verhinderte mit vollem Einsatz das 2:3 (74.). 120 Sekunden später lag der Ball dafür dann auf der Gegenseite im Netz. Nach feiner Vorarbeit des ansonsten blassen Sonny Kittel war erneut Kinsombi erfolgreich. Der Mittelfeldmann hatte schon im Hinrunden-Duell mit den Hessen (1:1) das HSV-Tor erzielt. Diesmal langte sein Doppelpack zu einem dreifachen Punktgewinn. Doch das war in Anbetracht der - gelinde ausgerückt - steigerungsfähigen Abwehrleistung auch fast schon die beste Nachricht für die ambitionierten Norddeutschen.

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Sportclub | 31.05.2020 | 23:05 Uhr

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