Stand: 28.06.2020 08:29 Uhr

HSV: Hecking erklärt Saisonfinale zur Charakterfrage

HSV-Trainer Dieter Hecking grübelt. © Witters Foto: Lennart Preiss
Ein nachdenklicher HSV-Trainer Dieter Hecking: Steht seine Mannschaft wieder auf?

Für HSV-Trainer Dieter Hecking gibt es vor dem Nervenkrimi um den Relegationsplatz in der zweiten Fußball-Bundesliga nur ein Szenario durchzuspielen: "Wie gewinnen wir?" Um die letzte Aufstiegsoption zu nutzen, braucht der Hamburger SV heute (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) zuallererst einen Heimsieg gegen den SV Sandhausen. Parallel müssen die "Rothosen" nach Bielefeld schauen, wo die als Aufsteiger bereits feststehende Arminia den 1. FC Heidenheim empfängt, der mit einem Punkt Vorsprung vor dem HSV den dritten Platz innehat.

In der möglichen Relegation wartet Werder

Seit Sonnabend ist klar: Sollte der HSV den Sprung auf Rang drei schaffen, würde in der Relegation (2. und 6. Juli) ausgerechnet der große Nordrivale Werder Bremen warten. Die Grün-Weißen vollbrachten unter Mithilfe von Union Berlin wieder einmal ein "kleines Werder-Wunder" und kletterten am letzten Bundesliga-Spieltag doch noch auf Tabellenplatz 16.

Hecking: "Können uns nicht auf andere verlassen"

Die Hamburger werden es zur Kenntnis genommen haben. Für sie liegt der Fokus allerdings auf Sandhausen und eben Heidenheim, die dem HSV in der Vorwoche einen "Niederschlag" (Hecking) verpasst hatten, als sie ein verloren geglaubtes Spiel kurz vor Schluss drehten.

Es sei "eine Charakterfrage", ob es seine Mannschaft schaffe, nach diesem Erlebnis wieder aufzustehen, sagte Hecking. "Wir müssen unser Ding machen, wir können uns nicht auf die anderen verlassen." Wenn der HSV sein Spiel gewonnen habe, könne man sich damit beschäftigen, was Heidenheim gemacht hat. Gleichwohl könne er sich von den Bielefeldern nicht vorstellen, dass sie die Füße hochnehmen. "Wenn wir es am Ende schaffen, haben wir es verdient. Wenn wir es nicht schaffen, haben wir es auch verdient", sagte Hecking.

Der Coach muss auf den gelbgesperrten Jordan Beyer und Timo Letschert verzichten, der sich eine Innenbandzerrung im Knie zugezogen hat und im Fall einer Relegation auch in diesen zwei Spielen ausfallen würde. Für den Innenverteidiger wäre Ewerton eine Option, doch der Brasilianer plagt sich noch mit Nackenproblemen.

Diekmeier: Letztes Spiel nicht entscheidend

Einen ungefährdeten HSV-Sieg gegen Sandhausen will ein Ex-Hamburger verhindern.

Gewinnt der SVS mit Kapitän Dennis Diekmeier im Volkspark, würden die Hamburger eine dritte Saison nacheinander in der Zweiten Liga spielen. "Natürlich sind Spiele gegen den HSV für mich besonders emotional. Ich habe acht Jahre für den HSV gespielt, hatte da eine schöne, manchmal auch schwierige Zeit", sagte der 30-Jährige. "Aber für uns ist es am Sonntag keine Frage, dass wir das Spiel gewinnen wollen."

Sollte es für die Hamburger erneut nicht mit dem Aufstieg klappen, wäre aus Sicht von Diekmeier ohnehin nicht das letzte Saisonspiel der Grund dafür. "Natürlich ist der HSV ein großer Club, den man in der Bundesliga sieht", sagte der Rechtsverteidiger. "Letztlich hat es aber jede Mannschaft in der eigenen Hand, wie sich die Saison gestaltet, und das hängt nicht nur vom letzten Spiel ab."

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 28.06.2020 | 15:00 Uhr

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