Hamburgs Khaled Narey (l.) im Zweikampf mit Aues Jan Hochscheidt. © Witters

HSV bei Erzgebirge Aue: Bloß nicht die Nerven verlieren

Stand: 05.02.2021 10:39 Uhr

Vergangenes Jahr verspielte der HSV mit einem Negativlauf den Aufstieg, unter anderem mit einem 0:3 in Aue. Das erneute Gastspiel im Erzgebirge steht beim Zweitliga-Tabellenführer unter anderen Vorzeichen.

In der vergangenen Saison begannen Mitte Februar für den HSV die Wochen des sportlichen Misserfolgs, an deren Ende der Aufstiegstraum platzte. Zu Beginn des Negativlaufs verloren die Hanseaten nicht nur das Stadtderby gegen den FC St. Pauli (0:2), sondern wenige Tage später auch in Aue (0:3). Dort gastieren die Hamburger heute (18.30 Uhr, im NDR Livecenter) und müssen beweisen, dass die Mannschaft stabiler als im Vorjahr ist - und die Rückkehr in die Bundesliga schaffen kann.

Kittel als Sinnbild für den HSV-Wandel

Vieles spricht dafür. Zum Beispiel, dass die Hamburger eine sportliche Krise bereits bewältigt haben. Im Herbst blieb die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune fünfmal in Folge sieglos und stürzte aus den Aufstiegsrängen. Die Hanseaten berappelten sich aber und blicken inzwischen auf neun Partien ohne Niederlage (sieben Siege, zwei Remis) zurück.

Fast sinnbildlich für die Auferstehung könnte Sonny Kittel stehen: Bei der bislang letzten HSV-Niederlage (0:1 gegen Hannover 96) galt der Offensivmann wegen seiner Roten Karte noch als Sündenbock. Seit seinem Comeback auf dem Platz ist der 28-Jährige wie verwandelt. Sieben Scorerpunkte (drei Tore, vier Vorlagen) in den jüngsten vier Partien sprechen eine deutliche Sprache.

Aue ein "Lieblingsgegner" von Terodde

Das Beispiel Kittel zeigt, dass der HSV in der Offensive keineswegs nur der "FC Terodde" ist: Von den jüngsten zwölf HSV-Treffern erzielte der Goalgetter (17 Saisontore) lediglich einen - dennoch gab es drei Siege und ein Remis. Statistisch gesehen trifft der 32-Jährige aber am Freitag wieder, denn drei Partien in Folge ohne ein Terodde-Tor gab es in dieser Saison noch nicht. Und Aue scheint dem Angreifer zu liegen: In elf Spielen gegen die Erzgebirgler hat er bereits acht Mal eingenetzt - nur gegen St. Pauli (zehn) und Sandhausen (neun) hat er eine bessere Bilanz.

Ambrosius ist für Thioune gesetzt

Auch personelle Ausfälle haben die Hamburger bislang nicht nachhaltig aus der Bahn geworfen. Toni Leistners Rotsperre zu Saisonbeginn kompensierte das Thioune-Team genauso wie die zwischenzeitlichen Verletzungen von Tim Leibold, Jan Gyamerah, Josha Vagnoman, Bakery Jatta, David Kinsombi oder Jeremy Dudziak. Jüngster HSV-Patient ist Abwehrchef Leistner, der sich einen Muskelbündelriss im hinteren linken Oberschenkel zugezogen hat und wohl nicht vor März wieder einsatzfähig ist.

Thioune muss also die Innenverteidigung umbauen. Stephan Ambrosius sei gesetzt, sagte der HSV-Coach vor dem Aue-Spiel. Auf dessen neuen Nebenmann wollte sich der 46 Jahre alte Fußballlehrer nicht festlegen. Er deutete an, sich aus dem Trio Moritz Heyer, Gideon Jung und Jonas David bedienen zu wollen.

"Sieg-Garant" Jung

"Deswegen ist es ja wichtig, dass wir die anderen bei Laune halten und uns auf die verlassen", so Thioune. Einer dieser "anderen" ist eben Jung, der bislang eher eine Nebenrolle spielte. Zwölfmal stand der 26-Jährige bislang auf dem Platz, wurde dabei jedesmal ein- oder ausgewechselt. Allerdings: Alle zwölf Partien endeten mit einem Sieg des HSV, und sein bestes Spiel zeigte Jung... in der Hinrunde beim 3:0 gegen Aue.

Mögliche Aufstellungen:

Aue: Männel - Gonther, Samson, Breitkreuz - Fandrich, Gnjatic - Strauß, Hochscheidt, Nazarov, Krüger - Testroet
HSV: Ulreich - Gyamerah, Heyer, Ambrosius, Leibold - Onana - Kinsombi, Dudziak - Jatta, Terodde, Kittel

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 07.02.2021 | 19:30 Uhr

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