Stand: 23.10.2018 17:58 Uhr

HSV: "Wolf weiß, wie man aufsteigt"

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Hannes Wolf soll den HSV zurück in die Bundesliga führen.

"Nicht über den Aufstieg reden, sondern hart arbeiten" - mit diesen Worten hat sich Hannes Wolf am Dienstagnachmittag als neuer Trainer des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV vorgestellt. Der 37-Jährige, der im vergangenen Jahr den VfB Stuttgart in die Bundesliga zurückgeführt hatte, sprach von einer "großen Motivation" und einer "großen Herausforderung", dies auch mit dem HSV zu schaffen: "Das Feuer ist zu 100 Prozent da."

"Er weiß, wie man aufsteigt", begründete HSV-Sportchef Ralf Becker die Entscheidung, Wolf als Nachfolger des am Vormittag geschassten Christian Titz an die Elbe zu lotsen. Wolf, der einen Vertrag bis 2020 erhalten hat, sei "eines der größten Trainertalente Deutschlands. Er steht für den Weg, den wir gehen wollen, nämlich mit jungen Spielern arbeiten zu wollen." Der gebürtige Bochumer wurde vor seiner Zeit in Stuttgart sowohl mit der B-Jugend als auch mit der A-Jugend von Borussia Dortmund Meister.

Becker: "Mit der Punkteausbeute noch gut bedient"

Bei der Vorstellung von Wolf hatte Becker auch noch einmal dargelegt, warum Titz freigestellt wurde: Er habe die bisherigen zehn Saisonspiele noch einmal Revue passieren lassen und dabei festgestellt, "dass wir zwar 18 Punkte haben, aber mit der Art und Weise, wie wir sie geholt haben, noch gut bedient sind". Mit anderen Worten: Mit dem Spielstil von Titz - viel Ballbesitz - sahen die Verantwortlichen das Saisonziel Aufstieg gefährdet. Der HSV, der mit dem teuersten Kader der Liga-Historie im Unterhaus angetreten war, belegt in der Tabelle den fünften Rang, liegt damit zwei Plätze hinter dem Stadtrivalen FC St. Pauli, aber auch nur zwei Zähler hinter Tabellenführer Köln. Titz hatte auch nach dem jüngsten 0:0 im Heimspiel gegen Bochum um Geduld geworben und seinen Kurs verteidigt: "Wir sind weiterhin in der Spitzengruppe dabei, es ist nicht viel passiert."

Ärger um Arp-Post bei Instagram

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Titz-Aus: Den erstbesten Zeitpunkt genutzt

23.10.2018 16:22 Uhr
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Christian Titz ist nicht mehr Trainer des Hamburger SV. Die Vereinsführung hat offenbar nie an Titz geglaubt, so NDR 90,3-Redakteurin Britta Kehrhahn. Audio (03:46 min)

Das sahen Becker und der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann offenbar anders. Beide teilten Titz am Dienstagmorgen in einem persönlichen Gespräch mit, dass der Trainer mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden sei. Dass Titz bei vielen HSV-Fans hohes Ansehen genießt, ließ Becker unbeeindruckt: "Ich weiß, mit der Entscheidung sammle ich keinen Beliebtheitspreis ein. Aber darum geht es mir auch nicht. Ich muss nach meiner Überzeugung handeln."

Auch die Mannschaft hatte sich zuvor für ihren Coach ausgesprochen. Youngster Jann-Fiete Arp hatte dies nach der Titz-Entlassung mit einem Wut-Post bei Instagram noch einmal deutlich gemacht. Der 18-Jährige wurde dafür von Becker gerügt: "Eine Meinungsäußerung nach außen auf diese Art und Weise geht natürlich gar nicht. Das werden wir intern mit Fiete besprechen." Wolf sieht kein Problem darin. Seine Aufgabe sei es nun, das Team auf die nächste Partie am Freitag (18.30 Uhr) beim 1. FC Magdeburg vorzubereiten. Angesichts der kurzen Zeit gelte es, das Training zu dosieren. Wichtig sei "mentale Schärfe" und "körperliche Frische".

Titz nur 32 Wochen im Amt

Noch im Mai hatte der HSV den Vertrag mit Titz, der am 13. März den glücklosen Bernd Hollerbach als Coach des Profiteams ersetzt hatte, um zwei Jahre bis 30. Juni 2020 verlängert. Damit ist der als Hoffnungsträger gestartete Titz nach nur 32 Wochen schon wieder Geschichte. Vor allem die Heimbilanz dürfte zu seiner Entlassung geführt haben. Vor dem Spiel gegen Bochum hatte es im Volksparkstadion herbe Niederlagen gegen Holstein Kiel (0:3) und Jahn Regensburg (0:5) gegeben. In den letzten drei Heimpartien blieben die Hanseaten damit ohne Torerfolg.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.10.2018 | 19:30 Uhr

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