Stand: 26.08.2020 18:16 Uhr

HSV: Weitere Anteilsverkäufe für Jansen kein Tabu

Der neue Präsident des HSV e.V., Marcell Jansen, am 19. Januar 2019. © picture alliance/Axel Heimken/dpa Foto: Axel Heimken
HSV-Aufsichtsratschef Marcell Jansen betonte die Beschäftigung mit allen Optionen.

Marcell Jansen schließt zur Überwindung der finanziellen Herausforderungen weitere Verkäufe von Anteilen an der Fußball AG des Zweitligisten Hamburger SV nicht aus. Nach Informationen von NDR 90,3 droht allein für das Geschäftsjahr 2019/2020 ein Minus von knapp acht Millionen Euro. "Die wirtschaftliche Existenz muss über allem stehen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der AG und Präsident des HSV e.V. in einem Gespräch mit der am Donnerstag erscheinenden Wochenzeitung "Die Zeit": "Wir müssten uns doch eher Sorgen machen, wenn sich unser Vorstand nicht mit allen Optionen auseinandersetzen würde."

Für weiteren Verkauf Satzungsänderung notwendig

Der HSV e.V. hält aktuell 76,2 Prozent der AG-Anteile, Clubmäzen Klaus-Michael Kühne ist im Besitz von 20,6 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Kleinaktionäre. Würde Kühne mit mindestens 25 Prozent an der Fußball AG beteiligt sein, hätte er eine Sperrminorität und könnte wichtige Entscheidungen blockieren.

Für einen weiteren Verkauf von Anteilen müsste mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Mitglieder des HSV e. V. eine Satzungsänderung des Clubs beschlossen werden. Jansen: "Wir als Präsidium sind verpflichtet, unseren Beitrag dazu zu leisten, die Mitglieder bestmöglich über alle möglichen Szenarien aufzuklären. Am Ende sind sie es, die eine Entscheidung treffen werden."

Seit 2011 Verluste in Höhe von 74 Millionen Euro

Für die HSV Fußball AG dürfte es nicht beim Minus von acht Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr bleiben.

Aller Voraussicht nach wird sich die ohnehin schon bedrohliche Situation noch erheblich verschärfen: Wie NDR 90,3 aus dem Führungskreis der HSV Fußball AG erfuhr, kalkuliert der Club mit einem Minus von 30 Millionen Euro. Die Summe könnte sogar noch höher ausfallen, sollte sich zum Beispiel kein neuer Sponsor für den Stadionnamen finden. Investor Kühne hatte zuletzt pro Jahr vier Millionen Euro gezahlt, ist aber ausgestiegen. Seit 2011 haben die Hamburger Verluste in Höhe von 74 Millionen Euro angehäuft.

Seine Kadergestaltung für die kommende Zweitligasaison gehe der Club, seriös an, erklärte Jansen: "Die Zeiten, in denen wir Spieler gekauft haben, die wir uns eigentlich nicht leisten konnten, sind längst vorbei". Stattdessen setzt der HSV, der am Mittwoch im österreichischen Kufstein ein Testspiel gegen Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart mit 2:3 (1:3) verloren hat, verstärkt auf ablösefreie Transfers und Leihen.

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Ein Fußball und Geldscheine vor der HSV-Raute (Bildmontage) © fotolia.com, imago Foto: cornelius, Joachim Wendler

HSV kalkuliert mit 30 Millionen Euro Verlust

Dem HSV geht es finanziell so schlecht wie nie. Für die abgelaufene Saison beträgt das Minus nach Informationen von NDR 90,3 acht Millionen Euro. Die Prognose für das kommende Jahr ist noch düsterer. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 26.08.2020 | 16:25 Uhr

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