HSV-Trainer Walter nach Sieg im Pokal unzufrieden mit seiner Elf

Stand: 09.08.2021 13:42 Uhr

Der Hamburger SV hat sich im DFB-Pokal eine Runde weitergekämpft. Trainer Tim Walter war mit dem Spiel seiner Mannschaft aber phasenweise nicht einverstanden. Er will an seiner anspruchsvollen und kraftraubenden Spielweise mit Dominanz und Offensive festhalten.

2:1 gegen den Drittligisten Eintracht Braunschweig und der Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals - durchaus ein Erfolg für den Hamburger SV, der in den vergangenen Jahren das eine oder andere Mal bereits in der ersten Runde gestolpert und ausgeschieden war. Aber: Trainer Tim Walter war dennoch nicht ganz zufrieden.

Walter: "Das ist eine Frechheit meiner Mannschaft"

"Wir sind nicht bereit gewesen, nach hinten zu laufen. Das ist eine Grundeinstellung. So ein Tor, wie wir es kassiert haben, das ist eine Frechheit meiner Mannschaft", zürnte der Coach. Vor dem Ausgleich hatte Eintracht Braunschweig einen Einwurf schnell ausgeführt und damit die HSV-Spieler überrumpelt. Den davonstürmenden Sebastian Müller konnten die Hamburger nicht mehr einholen. Müller bediente Luc Ihorst, den den Ball zum 1:1 versenkte.

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Braunschweigs Sebastian Müller (l.) im Zweikampf mit Hamburgs Jan Gyamerah (M.) und Manuel Wintzheimer. © Witters

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"Nicht nach hinten zu laufen, ist schon fahrlässig", grollte Walter. Der Fußballlehrer, der auf Dominanz und Offensive setzt, ist nicht gewillt, von seiner anspruchsvollen und kraftraubenden Spielweise abzuweichen. Aber es gehe in erster Linie nicht um das System, sondern um die Grundeinstellung: "Wenn der Einwurf über mich rübergeworfen wird, und ich kann nicht in meine Position kommen, dann habe ich den Job verfehlt", sagte Walter.

Mit der zweiten Halbzeit sehr zufrieden

"Bereitschaft ist alles! Wenn die Jungs bereit sind, das zu tun, so wie in der zweiten Halbzeit, dann bin ich sehr, sehr zufrieden." Im ersten Abschnitt jedoch habe sein Team nach dem 1:0 "aufgehört, Fußball zu spielen". In der Halbzeitpause nahm sich Walter seine Mannen zur Brust und impfte ihnen wieder ein, "dass wir viel Herz reinlegen und einfach kontrollieren wollen".

Diese Art zu spielen, ist körperlich sehr anstrengend. Womöglich setzt Walter deshalb verstärkt auf junge Spieler, die konditionell mehr in die Waagschale werfen können als erfahrene Hasen. Gegen Braunschweig wechselte der Coach die 20-jährigen Anssi Suhonen und Mikkel Kaufmann als Reaktion auf die erste Halbzeit ein. Profis wie Toni Leistner (wird in wenigen Tagen 31) und Klaus Gjasula (31), die in der Vorsaison als Korsettstangen verpflichtet worden waren, spielen bei Walter keine Rolle mehr. Insgesamt sieht Walter den HSV aber auf einem guten Weg.

Am Freitag steht das Derby gegen St. Pauli an

Das nächste Zweitliga-Spiel dürfte aber nicht nur die Spieler schlauchen, sondern auch den Trainer, den ganzen Verein sowie die Fans. Am Freitagabend (18.30 Uhr im Livecenter bei NDR.de) steht das Stadtderby beim FC St. Pauli an, der wie der HSV mit einem Sieg und einem Unentschieden in die Saison gestartet ist. In der vergangenen Saison gewannen die Kiezkicker am Millerntor 1:0 gegen die Rothosen - ein Ergebnis, das Trainer Walter wieder unzufrieden stimmen würde.

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Marvin Ducksch © IMAGO / Nordphoto

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