Stand: 12.03.2018 19:06 Uhr

HSV trennt sich von Hollerbach - Titz übernimmt

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Auf Bernd Hollerbach (r.) folgt beim HSV Christian Titz.

Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat Trainer Bernd Hollerbach freigestellt. Das teilte der abstiegsbedrohte Club am Montag mit und bestätigte damit zahlreiche Medienberichte. "Wir sind zur Überzeugung gelangt, dass wir im Hinblick auf unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt handeln mussten", sagte Vorstandschef Frank Wettstein. "Es ist uns wichtig, einen neuen Impuls zu setzen in dieser schwierigen Situation." Hollerbachs Nachfolger wird bis Saisonende U21-Coach Christian Titz, der die Regionalliga-Mannschaft der Hamburger an die Tabellenspitze gecoacht hat. Am Dienstagmorgen wird der 46-Jährige erstmals das Training bei den Profis leiten.

Vier Tage zuvor waren Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt beurlaubt worden. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht", hatte Hollerbach bereits vor der offiziellen Verkündung seiner Beurlaubung dem "Hamburger Abendblatt" gesagt.

Thomas von Heesen Übergangs-Manager

Zudem gab es eine überraschende Personalie: Der frühere HSV-Profi und ehemalige Aufsichtsrat Thomas von Heesen wird ab sofort und für die restlichen acht Spiel als sportlicher Berater des Vorstandes fungieren, teilte der Traditionsverein mit. "Bei ihm werden in den kommenden Wochen die tagesoperativen Managementfäden für die Bundesliga zusammenlaufen", kündigte Wettstein an. Von Heesen absolvierte in seinen 14 Jahren als HSV-Profi (1980 bis 1994) 368 Bundesligaspiele und gewann zahlreiche Titel. "Er wird die Lücke schließen, die bis zur Verpflichtung eines neuen Sportverantwortlichen entstehen könnte", sagte Wettstein.

"Momentan gilt das Projekt Klassenerhalt, nicht das Projekt Wiederaufstieg"

Hollerbach war erst vor sieben Wochen beim akut abstiegsgefährdeten Bundesligisten vorgestellt worden und hatte einen Vertrag bis 2019 unterschrieben. Die neue Club-Führung um Wettstein sowie Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann traute dem glücklosen Trainer, der in sieben Spielen keinen Sieg und nur drei Punkte holte, das "Fußball-Wunder" nicht mehr zu. "Unter dem Strich war keine wesentliche Verbesserung erkennbar, zudem haben ihm positive Ergebnisse gefehlt", so Wettstein, der in den aktuellen Planungen "den Fokus auf die Erstklassigkeit" richten will. "Momentan gilt das Projekt Klassenerhalt, nicht das Projekt Wiederaufstieg."

Verheerende Hollerbach-Bilanz

Der 48-jährige Hollerbach hatte die schlecht zusammengestellte Mannschaft Ende Januar übernommen, Verstärkungen gab es im Winter keine mehr. Der Ex-Profi geht als einer der erfolglosesten Trainer in die Bundesliga-Geschichte des HSV ein. Co-Trainer Rodolfo Cardoso, Steffen Rau, Torwart-Trainer Stefan Wächter und Teammanagerin Maria Wallenborn wurden ebenfalls von ihren Aufgaben entbunden. Nur der zweite Assistent Matthias Kreutzer wird auch zu Titz' Trainerteam gehören, ebenso wie dessen bisheriger U21-Co-Trainer Soner Uysal.

0:6-Klatsche in München als Auslöser

Kommentar

Kommentar: Hollerbach-Aus ist nachvollziehbar

Der HSV hat Trainer Bernd Hollerbach freigestellt. Acht Spieltage vor Saisonende, in gefühlt aussichtsloser Lage. Und doch ist die Trennung nachvollziehbar. Ein Kommentar. mehr

Nach der 0:6-Pleite bei Bayern München habe der Verein reagieren und den Trainer tauschen müssen, betonte Wettstein. "Der Auftritt ließ uns keine andere Wahl." Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt acht Runden vor Schluss weiter sieben Punkte. Am Sonnabend (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) trifft der HSV im Volksparkstadion auf Hertha BSC. "Christian Titz wird alles auf den Prüfstand stellen und eine andere Ansprache anbringen. Wir sind sehr positiv, dass wir gegen Berlin einen anderen Auftritt zeigen können", sagte Wettstein, der dem neuen Coach gleichzeitig volle Rückendeckung für etwaige personelle Konsequenzen gab. "Sollte das neue Trainerteam Spieler identifizieren, die sich nicht mit ausreichend Engagement den gemeinsamen Zielen widmen, kann es rigoros durchgreifen."

Alle Trainer der HSV-Bundesliga-Geschichte

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 12.03.2018 | 16:00 Uhr

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