Klaus Gjasula beim HSV-Training © picture alliance/xim.gs Foto: xim.gs / Philipp Szyza

HSV-Profi Gjasula verzichtet auf Länderspiele - Clubs in Sorge

Stand: 06.10.2020 11:30 Uhr

HSV-Profi Klaus Gjasula wird wegen der Corona-Pandemie auf die nächsten Einsätze in der albanischen Nationalmannschaft verzichten. Ohnehin bereiten den Clubs die Abstellungen ihrer Spieler große Sorgen.

"Infektionsrisiken und eine mögliche Quarantäneanordnung" hätten Gjasula zu dieser Entscheidung bewogen, teilte der Fußball-Zweitligist aus Hamburg am Dienstag mit. Zuvor hatte der im Sommer vom SC Paderborn zum HSV gewechselte Mittelfeldakteur bei Nationaltrainer Edoardo Reja und dem albanischen Verband entsprechende Genehmigungen eingeholt.

Für Albanien steht schon an diesem Mittwoch in Armenien das erste von drei Länderspielen binnen einer Woche an. Am Sonntag in Kasachstan geht es in der Nations League weiter. Beide Länder sind als Corona-Risikogebiete eingestuft. Am kommenden Dienstag steht dann noch ein weiteres Nations-League-Spiel in Litauen an - ohne Gjasula, der erst vor rund vier Wochen in zwei Risikogebieten gespielt hatte und dann nicht in bester körperlicher Verfassung zurückgekehrt war. An seiner Form will der Routinier nun in der Hansestadt arbeiten.

Clubs in Sorge: Kehren die Spieler gesund zurück?

Alleine die Bundesliga stellt in den nächsten Tagen 150 Profis ab, die mit den Nationalmannschaften in der ganzen Welt unterwegs sind. Den Clubs bereitet das große Sorgen. Noch nie war die Länderspielpause bei den Vereinen besonders beliebt, doch Corona hat die Lage verschärft. Kehren die Spieler gesund zurück und können planmäßig wieder eingesetzt werden? "Wir haben eine Zeit, die kompliziert ist. Ich habe dabei ein mulmiges Gefühl", sagte Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach.

Zweigeteilte Regelung der FIFA

Der Weltverband FIFA hat die Regeln nach heftiger Kritik an der lange unklaren Lage erst Ende der vergangenen Woche festgelegt. Um "für mehr Flexibilität und Sicherheit" zu sorgen, müssen die Vereine ihre Auswahlspieler nicht bereitstellen, wenn am Ort des Vereins oder am Ort des Länderspiels "eine zwingende Quarantäne oder Selbstisolation von mindestens fünf Tagen" einzuhalten ist oder "eine Reisebeschränkung" für eine dieser Städte besteht. Wenn die Behörden den jeweiligen Nationalteams für diese Fälle eine "spezifische Ausnahmebewilligung" ausgestellt haben, müssen die Clubs ihre Nationalspieler hingegen abstellen. Diese zweigeteilte Regelung, die eine Modifizierung der September-Richtlinien darstellt, gilt bis Ende des Jahres. Beide Regel-Varianten finden Anwendung.

Werder lässt seine Nationalspieler nicht reisen

So lässt Werder Bremen seine Nationalspieler grundsätzlich nicht reisen. "Das Bremer Gesundheitsamt hat verordnet, dass Berufsspieler von Werder, die in Risikogebieten unterwegs sind, nach ihrer Rückkehr fünf Tage in häusliche Quarantäne müssen", sagte Sportchef Frank Baumann: "Unabhängig von ein oder zwei negativen Tests." Eine Ausnahme gewährt Werder nur Yuya Osako, der zur japanischen Nationalmannschaft in die Niederlande darf. Aus dem Hintergrund für die "Reiseverbote" machte Baumann keinen Hehl: "Das Allerwichtigste für uns ist, dass wir keinen Spieler für das nächste Bundesligaspiel verlieren". 

Spieler sind das Kapital der Clubs

Die Sorge der Vereine kommt nicht von ungefähr. Schließlich sind die Profis ihr Kapital - und wie so oft während der Coronakrise steht auch wegen regional unterschiedlicher Vorgaben der Behörden eine mögliche Wettbewerbsverzerrung im Raum. Sollten am nächsten Spieltag wichtige Spieler in den Kadern fehlen, dürfte der Ärger groß sein. Mit Blick auf die deutsche Auswahl zeigte sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff zuversichtlich, dass der Tross die "schwierige Situation erfolgreich meistern" kann: "Wir gehen davon aus, dass die Systematik weiter funktioniert."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 07.10.2020 | 20:45 Uhr

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