Stand: 14.07.2019 11:40 Uhr

HSV: Mit Hecking weg vom Schlingerkurs

von Lars Pegelow, NDR Hörfunk

Das einwöchige Sommer-Trainingslager des Hamburger SV im österreichischen Kitzbühel ist beendet. In zwei Tests spielte der Fußball-Zweitligist 1:1 gegen den griechischen Ex-Meister Olympiakos Piräus und 0:1 gegen den englischen Premier-League-Absteiger Huddersfield Town. Was lief gut beim HSV, woran hapert es noch? NDR Reporter Lars Pegelow war in Tirol dabei und zieht Bilanz.

Zwei Spiele, ein Tor, kein Sieg. Die Testspiel-Bilanz des Hamburger SV im Trainingslager in Österreich ist durchwachsen. Das hat Trainer Dieter Hecking geärgert, denn von den Leistungen her war durchaus nicht alles mager. Wie schon in den drei Tests in Norddeutschland zuvor zeigte der neue HSV spielerische Elemente, die gefallen konnten. Das scheint vor allem zwei Gründe zu haben: Zum einen ist da der Input des neuen Trainerteams. Hecking ist die unumstrittene Autorität in diesem Verein. Selbst gestandene Profis wie Aaron Hunt oder Kyriakos Papadopoulos schauen zum erfahrenen und erfolgreichen Hecking auf.

Kampf um die Stammplätze

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Der Kader des HSV für die Saison 2019/2020

Von Torwart Daniel Heuer Fernandes über Abwehrmann Rick van Drongelen bis hin zu Stürmer-Neuzugang Lukas Hinterseer - der Kader des Zweitligisten HSV für die Saison 2019/2020. Bildergalerie

Der zweite Grund ist der große Konkurrenzkampf im Team. Zwar ist die Führung von ihrer Vorgabe, mit 23 Profis in die Saison zu gehen, noch weit entfernt. Aktuell hat der HSV 29 Spieler. Doch dies hat sein Gutes, es wird um die Stammplätze gefightet. Allein im zentralen Mittelfeld kämpfen mit Gideon Jung, Adrian Fein, Jeremy Dudziak (Hecking: "Er hat in diesen Tagen sicherlich Pluspunkte gesammelt"), David Kinsombi, Vasilije Janjicic, Christoph Moritz und Berkay Özcan gleich sieben Profis um zwei Positionen.

Allerdings, und jetzt kommen die Problemfaktoren, ist der Kader noch nicht ausgewogen. Rund um die offensiven Schlüsselfiguren Hunt und Sonny Kittel ist mit Khaled Narey, Bakery Jatta, Jairo Samperio und Manuel Wintzheimer (über die Flügel) sowie Lukas Hinterseer und Bobby Wood (in der Sturmspitze) zu wenig Power vorhanden. Das haben nicht zuletzt die Tirol-Tests gezeigt.

Weg vom Gejammer und Gemecker der Vorjahre

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HSV-Sportchef Boldt: "Gewisse Qualität ist da"

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Im Interview spricht HSV-Sportchef Jonas Boldt über die Bedingungen in Kitzbühel, Umbrüche im Team und Herausforderungen. Video (05:42 min)

Sportvorstand Jonas Boldt muss mit Transfers bis zum 2. September für die entsprechende Ausgewogenheit sorgen und Trainer Hecking die Puzzle-Teile zusammenbringen. Eine "Herkulesaufgabe", wie er selbst sagte. Denn nebenbei muss der Stimmungsumschwung gelingen. Weg vom Gejammer und Gemecker der Vorjahre, hin zu Aufbruch und Unternehmungslust für die Zukunft. Gerade an dieser Aufgabe sind HSV-Verantwortliche zuletzt immer wieder gescheitert.

Störende Debatten zu den Akten legen

In zwei Wochen startet die neue Saison. Es wäre hilfreich, wenn der Club bis dahin die störenden Debatten um Stadion-Uhr und Lotto-Hymne zu den Akten gelegt hat. Ob der HSV sportlich beim Heimauftakt gegen Darmstadt 98 schon in Bestform sein wird, ist offen. Gegen überzogene Start-Euphorie haben die Resultate gegen Olympiakos Piräus (1:1) und Huddersfield Town (0:1) (Hecking: "Das ist alles noch zu brav") sicher gewirkt. Auch bei Anteilseigner Klaus Michael-Kühne, der in der "Zeit" bemängelte, die Mannschaft sei "kunterbunt zusammengewürfelt".

Entscheidend ist aber sowieso, was am Ende herauskommt. Behält der HSV sein langfristiges Aufstiegs-Ziel vor Augen und gerät bei Rückschlägen nicht sofort wieder auf Schlingerkurs, wäre dies das größte Verdienst von Dieter Hecking und Co.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 14.07.2019 | 19:30 Uhr

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