Stand: 20.01.2020 16:25 Uhr

HSV: Das Ziel Aufstieg fest im Blick

von Lars Pegelow, NDR Hörfunk

Als die Fußballer des Hamburger SV zum Testspiel beim FC Basel im Champions-League-erprobten Baseler St. Jakob-Park einliefen, hatte der Stadionsprecher große Worte für den Gast bereit. Der "namhafte Bundesligist" HSV sei zum Freundschaftsspiel gekommen, Es sei ein "harter Test" für den FC Basel, der selbst ja immerhin in der Europa League aktiv ist. Mehr als 6.000 Fans waren zu diesem Spiel gekommen - und tatsächlich: Am Ende siegte der "große Traditionsverein aus Norddeutschland" mit 2:0 beim erfolgreichsten Team aus der Eidgenossenschaft in den vergangenen Jahren. "So ein Ergebnis tut gut am Ende einer anstrengenden Woche", bilanzierte Trainer Dieter Hecking. Mehr als einmal stand der Coach an der Seitenlinie und klatschte demonstrativ bei gelungenen Aktionen seiner Spieler. "Man hat gesehen, dass eine gewisse Leichtigkeit zurückkommt." Hecking und seine Mannschaft können deswegen mit Selbstvertrauen in den zweiten Teil der Saison gehen.

Beyer und Schaub erhöhen Konkurrenzkampf

Trotz der Schwächephase Ende 2019 stehen die Hamburger noch auf einem Aufstiegsplatz, und die Eindrücke des Trainingslagers und der Testspiele lassen den Schluss zu, dass der Aufstieg am Ende wirklich nur über den HSV gehen wird. Durch die Verpflichtungen von Rechtsverteidiger Jordan Beyer und Louis Schaub für die Mittelfeld-Zentrale haben die Hamburger Verantwortlichen den internen Konkurrenzkampf angefacht. Ein Stürmer soll auch noch kommen - und die Botschaft dahinter lautet: Tatenlosigkeit wie vor einem Jahr, als der Verein in der Rückrunde einen beispiellosen Einbruch erlebt hat, wird nicht wieder geduldet. "Jordan Beyer hat seine Sache schon sehr gut gemacht", sagte Hecking. "Wir brauchen ihn wegen unserer Verletzungsprobleme in der Abwehr." Ähnlich positiv äußerte sich der Trainer über Schaub, der allerdings noch Kraftprobleme hatte. "Ich freue mich", sagte Schaub, "dass wir nach dem Trainingslager zwei freie Tage haben. Und dann geht es mit Volldampf zum Spiel gegen Nürnberg."

Hecking will Abkehr vom Ballbesitz-Fußball

Dabei hat Hecking längst verstanden, dass der mentale Druck des Aufsteigen-Müssens eine Bürde sein kann. Zu sehen war dies in all jenen Spielen im November und Dezember, als sich die junge Hamburger Mannschaft an defensiven Gegnern in der Zweiten Liga aufgerieben hat. Sein Rezept, das er nach dem Basel-Test durchaus überraschend verkündete, ist die Abkehr vom anspruchsvollen Ballbesitzfußball nach der Devise: Sollen die anderen doch erstmal beweisen, dass sie es besser können als wir. Mit einem Lächeln blickte Hecking am Ende des Trainingslager in die Kameras. "Entspannt bleiben", sagte der Trainer. Vielleicht führt dieser Weg nach zwei Jahren tatsächlich wieder zurück in die Bundesliga.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 20.01.2020 | 19:30 Uhr

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