Stand: 11.11.2018 21:19 Uhr

HSV: Becker fordert Bescheidenheit und Demut

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Ralf Becker ist seit Ende Mai diesen Jahres HSV-Sportvorstand.

Es liegen ereignisreiche Wochen hinter dem Fußball-Zweitligisten HSV und seinem Sportvorstand Ralf Becker. Erst trennte sich der "massive Krisenclub" (Vorstandsboss Bernd Hoffmann im NDR Sportclub) von seinem Nachwuchschef Bernhard Peters. Bald darauf wurde Trainer Christian Titz zum Unmut vieler Anhänger entlassen, obgleich das Team zu diesem Zeitpunkt lediglich zwei Zähler Rückstand auf den damaligen Tabellenführer 1. FC Köln hatte. Becker - erst seit Ende Mai diesen Jahres im Amt - hatte sich für eine Demission des bei den Fans beliebten Übungsleiters ausgesprochen, weil er das Saisonziel Aufstieg in Gefahr sah. Als Nachfolger für Titz holte der Sportvorstand Hannes Wolf und lag mit dieser Entscheidung - Stand jetzt - goldrichtig. Alle vier Pflichtspiele unter dem neuen Coach gewannen die Hamburger und eroberten die Tabellenführung.

"Hannes ist ein Trainer, der uns gut tut"

Der Sportvorstand des HSV, Ralf Becker, im NDR 90,3 Studio. © NDR Foto: Nina Rodenberg

Becker: "Feiern erst, wenn es was zu feiern gibt"

NDR 90,3 - Sportplatz -

Der HSV ist nach durchwachsenem Saisonstart inzwischen auf Kurs Wiederaufstieg. Sportvorstand Ralf Becker mahnte im NDR 90,3 Interview dennoch dazu, "bescheiden und nüchtern" weiterzuarbeiten.

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Dementsprechend fand Becker am Sonntagabend nur lobende Worte für den Übungsleiter, als er sich in der Sendung Sportplatz bei NDR 90,3 den Fragen von Britta Kehrhahn stellte. "Wir waren von Anfang an überzeugt, dass Hannes ein Trainer ist, der uns gut tut, der zu der Mannschaft passt. Er ist ein Trainer, der die Liga kennt und der sehr gut mit jungen Spielern arbeiten kann. Das waren alles Dinge, die uns wichtig waren", sagte der 48-Jährige. Wolf habe eine "gute Ansprache" und komme "sehr, sehr gut" bei den Spielern und auch dem Umfeld an, so Becker: "Wir sind total überzeugt, dass Hannes mit uns eine erfolgreiche Zeit gestalten kann." Der Kontrakt des 37-Jährigen, der den VfB Stuttgart im vergangenen Jahr in die Bundesliga führte, ist bis 2020 datiert.

Der Aufstieg als Selbstgänger? Mitnichten!

Trotz der bisher makellosen Bilanz des Titz-Nachfolgers sowie dem Sprung an die Tabellenspitze, warnte Becker davor, in allzu große Euphorie auszubrechen. "Wichtig ist, dass wir so weiterarbeiten, dass man nüchtern, bescheiden und demütig bleibt und versucht, Woche für Woche diesen Weg zu bestätigen. Wir haben noch keinen Grund, irgendetwas zu feiern. Wir haben eine schwere Aufgabe vor uns, ein großes Ziel", erklärte der Sportvorstand und betonte: "Wir feiern erst dann, wenn es etwas zu feiern gibt." Geht es nach den HSV-Verantwortlichen, soll im kommenden Sommer eine Party steigen. Und zwar eine Aufstiegs-Party. Denn nichts anderes hat sich das finanziell schwer angeschlagene Bundesliga-Gründungsmitglied zum Ziel gesetzt.

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"Es gibt noch gar nichts zu planen"

Der für Zweitliga-Verhältnisse immer noch sündhaft teure Kader müsste diese Vorgabe eigentlich erfüllen können. Gemeinsam mit Mitabsteiger 1. FC Köln hat der HSV den höchsten Etat aller Unterhaus-Clubs. Becker verwehrte sich dennoch dagegen, sich bereits jetzt mit einem Aufstieg und den etwaigen Folgen konkret zu beschäftigen. "Jetzt gilt es, den Lauf zu bestätigten und nicht über Dinge zu reden, die dann irgendwann in acht Monaten kommen. Wir würden den total falschen Ansatz haben, wenn wir meinen, es gibt jetzt schon irgendetwas zu planen. Es gibt noch gar nichts zu planen", sagte der 48-Jährige.

Sportvorstand muss auf Transfermarkt kreativ sein

Dass der Ex-Profi des Stadtrivalen FC St. Pauli in seiner Position als Sportvorstand stets die Augen und Ohren offenhalten muss, wollte er indes gar nicht verheimlichen. Im Hintergrund beschäftige man sich immer mit allen möglichen Szenarien, so Becker mit Blick auf die ungewisse Ligazugehörigkeit in der kommenden Serie. Klar scheint nur, dass dem 47-Jährigen selbst im Aufstiegsfall nur ein sehr überschaubares Budget für Neueinkäufe zur Verfügung stehen wird. Becker ist trotz des Sparzwangs zuversichtlich, die sportliche Substanz des Teams erhalten zu können. "Ich glaube, wir haben das bis jetzt ganz gut hinbekommen, aus den Möglichkeiten das Optimale herauszuholen. Da muss man vielleicht auch mal einen Spieler ausleihen und ein bisschen kreativ auf dem Transfermarkt sein", sagte der Sportvorstand.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Sportplatz | 11.11.2018 | 18:00 Uhr

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