Stand: 24.07.2020 13:47 Uhr

HSV: Bankdrücker Moritz rechnet mit Hecking ab

Mittelfeldspieler Christoph Moritz hat nach seinem Abschied vom Hamburger SV harsche Kritik an Coach Dieter Hecking geübt, der dem Fußball-Zweitligisten nach dem gescheiterten Aufstieg ebenfalls den Rücken kehrte. "Viele fühlten sich links liegen gelassen vom Trainer. Und manche wurden am Ende als Hoffnungsträger gebraucht. Dass das nicht so funktioniert wie gewünscht, war abzusehen. Dafür war die Stimmung zu dem Zeitpunkt in der Kabine einfach schon zu schlecht", sagte der 30-Jährige dem HSV-Blog "Rautenperle".

Moritz selbst spielte unter Hecking in der vergangenen Serie nur eine Nebenrolle. Lediglich vier Zweitliga-Startelfeinsätze schlugen für den früheren Bundesliga-Profi zu Buche. Insgesamt kam er - auch verletzungsbedingt - nur auf acht Partien in seinem zweiten Jahr beim sechsmaligen deutschen Meister.

Kein Standing, um Misstände anzusprechen

Der ehemalige Schalker und Mainzer scheute sich ob seines Reservistendaseins, das Gespräch mit Hecking zu suchen. "Normalerweise spricht man miteinander und benennt Baustellen und Probleme. Aber ich hatte nach den anderthalb Jahren beim HSV und dem halben Jahr unter ihm einfach nicht das Standing, um zum Trainer zu gehen und ihn auf Missstände anzusprechen", erklärte Moritz. Nach dem Ende der Corona-bedingten Zwangspause sei die Stimmung bei ihm und den anderen wenig bis gar nicht eingesetzten Akteuren stetig schlechter geworden, so der 30-Jährige weiter: "Je später die Saison, desto größer wurde der Frust bei denen, die nicht berücksichtigt wurden. Da nehme ich mich null aus. Auch für mich waren es immer sechs Tage, die mächtig Spaß gemacht haben - und dann eben der eine Tag, an dem man als Fußballer mächtig Frust schob."

Titz-Nachfolger ohne Wertschätzung für Moritz

Moritz war vor zwei Jahren vom damaligen HSV-Coach Christian Titz an die Elbe geholt worden. Nach dessen rascher Entlassung und der Amtsübernahme von Hannes Wolf kam der 30-Jährige nur noch auf Kurzeinsätze, bevor er sich in der Winterpause zu Darmstadt 98 ausleihen ließ. Im Sommer des vergangenen Jahres folgte die Rückkehr nach Hamburg. Auch der zweite Anlauf beim Traditionsclub lief für Moritz nicht wie gewünscht. Nun verlässt er die Hansestadt. Wohin es ihn zieht, steht noch nicht fest.

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