Stand: 18.06.2018 16:37 Uhr

Großer Umbruch, große Ziele: Hansa will Aufstieg

Hansa-Trainer Pavel Dotchev peilt den Aufstieg an.

Fußball-Drittligist Hansa Rostock ist am Sonntag nach gut vier Wochen Pause in die Saisonvorbereitung gestartet. Das Ziel des ehemaligen Bundesligisten ist die Rückkehr in die Zweite Liga. Ein Unterfangen, das allerdings schwierig werden dürfte.

"Wir wollen nächstes Jahr noch mehr Spiele gewinnen. Wir wollen diese Mannschaft, diese Fans, in der Zweiten Liga haben. Das ist der Plan", lässt Trainer Pavel Dotchev keine Zweifel an den Ambitionen der Mecklenburger. Nach Rang sechs in seiner ersten Saison will der 52-Jährige im zweiten Jahr an der Küste den Aufstieg perfekt machen, an dem der FC Hansa in der vergangenen Spielzeit zwischenzeitlich zumindest schnuppern durfte. "Der Aufstieg wäre letztes Jahr vielleicht einfacher gewesen. Leider hatten wir einen schwarzen Monat März. Aber wir wollen dieses Jahr noch besser sein", so Dotchev.

Den Sprung nach oben hat auch die Chefetage des letzten Meisters der NOFV-Oberliga in ihrem mittelfristigen Konzept für 2019 festgeschrieben. Der Etat für die Lizenzspielerabteilung wird dafür um rund 700.000 Euro auf 4,7 Millionen Euro erhöht. "Wir wollen angreifen und um den Aufstieg kämpfen", bekräftigt Finanzvorstand Christian Hüneburg.

Starke Dritte Liga

Dass das Unterfangen kein Selbstläufer wird, ist indes allen Beteiligten klar. "Die Liga wird noch interessanter und noch schwerer. Kaiserslautern und Braunschweig wollen direkt wieder hoch", sagt der Vorstandsvorsitzende Robert Marien. Auch der Karlsruher SC nimmt nach verpasster Aufstiegsrelegation wieder Kurs auf die Zweite Bundesliga, aus der Regionalliga kommt der TSV 1860 München mit den Millionen von Investor Hasan Ismaik. "Die Dritte Liga ist diesmal eine Mini-Zweite-Liga, aber ich freue mich auf die Herausforderung. Das ist eine sehr starke Liga, das ist uns bewusst. Aber ich sehe keinen einzigen Grund, dass wir unser Ziel zurückschrauben müssen", betont Dotchev.

Großer personeller Umbruch

Problematisch ist jedoch, dass Rostocks personeller Umbruch in der kurzen Sommerpause wesentlich größer ausfallen musste als angedacht. Leistungsträger wie Torhüter Janis Blaswich, Mittelfeldspieler Bryan Henning und Angreifer Soufian Benyamina konnten nicht gehalten werden. Den bisher elf Abgängen könnten weitere folgen: Torhüter Luis Zwick war ebenso wenig beim Trainingsauftakt dabei wie Christopher Quiring. Beide sind aktuell beurlaubt und können sich einen neuen Verein suchen. Einziger namhafter Neuer unter den bisher neun Zugängen neben Dirk Orlishausen (Karlsruher SC), der als Torwart-Trainer auch Standby-Profi sein wird, ist Stürmer Marco Königs, der beim Ligarivalen Kickers Würzburg keine Perspektive mehr hatte. "Ich bin heiß darauf, endlich loszulegen. Ich hoffe, meinen Teil dazu beitragen zu können, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen werden", unterstreicht der 28 Jahre alte Mittelstürmer, der die Erfahrung von immerhin 142 Drittligaspielen und 28 Einsätzen in der Zweiten Liga mitbringt.

"Möglichst schnell diese Mannschaft formen"

"Der Kaderumbruch war etwas größer als geplant. Aber wir haben Neuzugänge, die uns verstärken werden und von denen wir überzeugt sind, dass sie uns weiterbringen", sagt Manager Markus Thiele. "Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Uns erwartet dadurch, dass jetzt doch so viele neue Leute da sind, sehr viel Arbeit. Wir müssen möglichst schnell diese Mannschaft formen. Aber ich bin absolut zuversichtlich", so Dotchev. Noch "zwei, drei Positionen" will der FC Hansa besetzen. Dann wollen die Mecklenburger ihre ambitionierten Ziele "selbstbewusst und überzeugt" (Dotchev) in die Tat umsetzen. Entscheidend ist wie immer auf dem Platz - ab dem letzten Juli-Wochenende, wenn die Dritte Liga startet.

Hansa Rostocks Kader für die Serie 2018/2019

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 17.06.2018 | 19:30 Uhr

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