Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner gestikuliert am Spielfeldrand. © dpa-Bildfunk Foto: Michael Sohn/AP-Pool/dpa

Glasner deutet Abschied vom VfL Wolfsburg an

Stand: 23.05.2021 13:55 Uhr

Zwischen Trainer Oliver Glasner und dem VfL Wolfsburg stehen die Zeichen eindeutig auf Trennung. Die offizielle Bestätigung lässt aber weiterhin auf sich warten.

Nach dem sportlich bedeutungslosen 2:3 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 am Sonnabend deutete der Coach allerdings immerhin erstmals Gesprächsbedarf mit der Clubspitze an: "Wir werden uns über verschiedene Dinge unterhalten. Und werden informieren, wenn es etwas zu vermelden gibt."

Klingt, als würde der Österreicher den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga in Kürze verlassen, obwohl er den Club gerade in die Champions League geführt hat und sein Vertrag mit den Niedersachsen noch für eine weitere Saison gültig ist. Ob er die von ihm so geprägte Mannschaft auch gern in der Königsklasse trainieren würde, oder ob es noch eine tragfähige Basis für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke gibt: Auf all diese konkreten Fragen gab der 46-Jährige gar keine oder nur ausweichende Antworten.

Van Bommel gilt als Favorit

Schon seit Wochen verweisen der Trainer und die Clubführung auf ihren bis 2022 gültigen Vertrag, ohne darüber hinaus ein klares Bekenntnis zu einer weiteren Zusammenarbeit abzugeben. Mit dem früheren Bayern-Profi Mark van Bommel (zuletzt PSV Eindhoven) soll es sogar schon einen Favoriten auf die Glasner-Nachfolge geben.

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Mark van Bommel (l.) schüttelt Oliver Glasner die Hand. © IMAGO /Sven Simon Foto:

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Solange sich niemand klar äußert, kann über die Hintergründe des bevorstehenden Abschieds nur spekuliert werden. Ist das Verhältnis zwischen Glasner und Schmadtke zu stark belastet? Zieht es den österreichischen Trainer zurück zu seiner Familie? Oder geht es darum, wer einen wie großen Einfluss im sportlichen Bereich hat? Auch bei den Modalitäten einer möglichen Trennung geht es um viel Geld. Denn ob der Trainer freiwillig zurücktritt, ob ihn ein anderer Club aus dem Vertrag herauskauft, oder ob sich beide Seiten auf eine Abfindung einigen, macht finanziell einen großen Unterschied.

Fans feiern Oliver Glasner

Zuspruch erhielt Glasner von etwa 50 VfL-Fans, die ihr Team nach dem Mainz-Spiel vor dem Stadion feierten. Sie sangen: "Wir wollen den Glasner sehen." Und: "Ohne Glasner wär' hier gar nichts los." Die Anhänger sehen auch: Schmadtke und Schäfer haben ihren Verein vor drei Jahren als Beinahe-Absteiger übernommen und ihn seitdem durch exzellente Transfers und den Aufbau funktionierender Strukturen zu einem Champions-League-Teilnehmer geformt.

"Der Erfolg ist die Champions League"

Doch obwohl der Volkswagen-Club wirtschaftliche Sicherheiten und eine herausragende Infrastruktur bietet, will nun nach Bruno Labbadia 2019 offenbar schon der zweite erfolgreiche Trainer binnen kurzer Zeit dieses für viele beneidenswerte Arbeitsumfeld aus eigenem Antrieb verlassen. Im offensichtlich zerrütteten Verhältnis zwischen dem 46-Jährigen und Sportvorstand Schmadtke sitzt der ehemalige Bundesliga-Torhüter wieder einmal am längeren Hebel. So war es auch schon vor zwei Jahren bei Labbadia.

Dabei ist Glasner nach Felix Magath und Dieter Hecking erst der dritte Trainer in der Wolfsburger Vereinsgeschichte, der die Niedersachsen in die Königsklasse geführt hat. "Ich habe mich jeden Tag gefreut, hierherzukommen, weil ich wusste: Da ist einfach eine geile Gruppe. Der Erfolg ist die Champions League!", sagte Glasner - und auch das klang irgendwie nach Abschied.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.05.2021 | 22:50 Uhr

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