Stand: 08.11.2017 16:47 Uhr

Werder Bremen und die Trainer-Frage

Werders Interimstrainer Florian Kohfeldt.

Beim Bundesliga-Vorletzten Werder Bremen ist in der Trainerfrage noch keine Entscheidung in Sicht. Sportchef Frank Baumann sondiert den Markt und klappert offenbar auch die Nachbarstaaten ab. Was nicht heißt, dass Interimscoach Florian Kohfeldt chancenlos ist.

Bei Werder Bremen hält die Suche nach einem Nachfolger des in der vergangenen Woche beurlaubten Coaches Alexander Nouri weiter an. Zurzeit zeichnet Florian Kohfeldt für das Training des Tabellen-17. der Fußball-Bundesliga verantwortlich. Die Chancen des etatmäßigen U23-Übungsleiters auf eine dauerhafte Beförderung sind allerdings schwer zu beziffern. "Er ist aktuell unser Trainer. Deswegen müssen wir natürlich einen besseren finden. Das wird sich dann eben zeigen - oder ob wir dann mit Florian den Weg auch weitergehen", erklärte Sportchef Frank Baumann nach dem 1:2 der Hanseaten am Freitagabend in Frankfurt. Kohfeldt selbst geht mit der Situation entspannt um. "Ich weiß wer meine Mitstreiter in der Trainerfrage bei Werder sind. Ich sage aber nichts", so der Interimstrainer.

Eine Situation, die jede Menge Raum für Spekulationen gibt und durch einen angeblichen Besuch Baumanns am vergangenen Wochenende in der Schweiz noch befeuert wird. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll sich der 42-Jährige am Sonntag die Partie zwischen dem FC Basel und Überraschungs-Tabellenführer Young Boys Bern (1:1) angeschaut haben. Er sei unter anderem wegen YB-Coach Adolf "Adi" Hütter zu Besuch im Nachbarland gewesen, heißt es. Baumann schweigt zu den Gerüchten.

Hütters Berater erteilt Absage

Der 47-jährige Hütter war zuletzt auch als heißer Kandidat auf den Posten des Nationaltrainers seines Heimatlandes Österreich gehandelt worden. Den Zuschlag für die Nachfolge von Marcel Koller erhielt aber letztlich der Deutsche Franco Foda. Dass Berns Erfolgscoach gerne einmal in der Bundesliga tätig sein würde, hat er nie verhehlt. "Einmal als Trainer in Deutschland arbeiten, wäre schon ein Wunsch von mir", erklärte er einst den "Salzburger Nachrichten". Doch jetzt würde Werder wohl zu früh kommen. Hütter will offenbar in Bern bleiben. "Seine Mission ist noch nicht beendet", sagte sein Berater Christian Sand am Mittwoch "Sky Austria".

Auch Weiler ein Thema an der Weser?

Möglich, dass Baumann die Alpenrepublik auch wegen eines anderen Trainers besucht hat. Nach Informationen der "Syker Kreiszeitung" soll der Sportchef nicht nur in Basel, sondern auch in der Nähe von Zürich einen Zwischenstopp gemacht haben, wo Rene Weiler lebt. Der frühere Trainer des 1. FC Nürnberg wurde beim belgischen Meister RSC Anderlecht Mitte September beurlaubt und wäre wohl komplikationsärmer zu verpflichten als Hütter, dem Bern erst eine Freigabe erteilen müsste. Zudem würde für Letzteren wohl eine saftige Ablösesumme fällig.

Suche nach der Ideallösung kompliziert

Möglicherweise scheut Baumann aber auch das Risiko, einen Bundesliga-unerfahrenen Coach zu verpflichten und setzt auf einen in der Beletage bereits mehrfach bewährten "Krisen-Helfer" wie Bruno Labbadia. Der Name des Ex-Werder-Profis hält sich ebenfalls noch hartnäckig rund ums Weserstadion. Allerdings soll der vormalige Trainer des Nordrivalen Hamburger SV mit dem Gedanken fremdeln, wieder als "Feuerwehrmann" irgendwo einzusteigen. Keine Frage: Bremens Suche nach einer Ideallösung ist kompliziert. So kompliziert wie die sportliche Lage der Norddeutschen.

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Dieses Thema im Programm:

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