Stand: 17.12.2019 22:32 Uhr

0:5 gegen Mainz: Desolate Bremer am Tiefpunkt

von Matthias Heidrich, NDR.de
Werder Bremens Milot Rashica © imago images/Claus Bergmann
Werder Bremen kassierte eine 0:5-Heimniederlage gegen Mainz.

Wo soll das noch hinführen bei Werder Bremen? Wenn es so weitergeht sehr wahrscheinlich in den Bundesliga-Abstieg. Bei den Hanseaten war vor dem Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz viel von Kampf und Einstellung die Rede gewesen. Was dann am Dienstagabend auf dem Platz passierte, war erschreckend. Willenlose Werderaner gingen im Weserstadion mit 0:5 (0:4) unter. Der nächste Offenbarungseid nach dem 1:6 bei den Bayern nur drei Tage zuvor.

Moisander: "Wir Spieler müssen uns schämen"

"Wir Spieler müssen uns schämen. Wir sind in die Kurve, um uns zu entschuldigen. Dass wir dann noch aufmunternde Sprüche bekommen, haben wir nicht verdient. Die Fans sind unglaublich", sagte Kapitän Niklas Moisander nach dem Debakel.

Werder könnte auf den Relegationsplatz abrutschen, sofern der 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt gewinnt. In Köln bestreiten die Bremer am kommenden Sonnabend (15.30 Uhr, im NDR Livecenter) ihr letztes Spiel des Jahres.

Baumann setzt auf Trainer Kohfeldt

Und das mit Trainer Florian Kohfeldt an der Seitenlinie. "Wir erleben jeden Tag, wie akribisch und gut Florian die Mannschaft vorbereitet. Deswegen gibt es intern keine Diskussion. Wir haben einen sehr, sehr guten Trainer und werden gemeinsam mit ihm aus dieser Situation herauskommen", sagte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann im NDR Interview.

Historisch schlechte erste Hälfte von Werder Bremen

16.Spieltag, 17.12.2019 18:30 Uhr

Werder Bremen

0

1. FSV Mainz

5

Tore:

  • 0:1 Quaison (10.)
  • 0:2 Pavlenka (15., Eigentor)
  • 0:3 Quaison (19.)
  • 0:4 Quaison (38.)
  • 0:5 Mateta (81.)

Werder Bremen: Pavlenka - Lang (80. Bartels), Veljkovic, Moisander, Augustinsson - N. Sahin (27. J. Eggestein) - M. Eggestein, Klaassen - Bittencourt - Rashica, Osako (69. Pizarro)
1. FSV Mainz: Zentner - R. Baku, Niakhaté, Hack, Martín - Fernandes (27. Brosinski), Kunde Malong (78. Barreiro Martins) - Öztunali, Boetius, Quaison - Szalai (67. Mateta)
Zuschauer: 37720

Weitere Daten zum Spiel

Die Fans der Bremer schwankten gefühlt zwischen unbändiger Wut und Schockstarre, als Referee Frank Willenborg zur Pause pfiff. Ein Pfeifkonzert hob an, doch es fiel nicht so laut aus, wie es hätte sein können. 0:4 leuchtete es von der Anzeigetafel im Weserstadion. Die knapp 38.000 Zuschauer waren Zeugen ein historisches Debakels geworden - vier Gegentore in der ersten Hälfte bedeuteten den höchsten Rückstand nach 45 Minuten in der Bremer Bundesligageschichte. Jedes der vier Tore hatte seine eigene kleine Geschichte, doch unter dem Strich lieferte die Kohfeldt-Mannschaft schlichtweg eine blamable Leistung ab. Sie ließ alles vermissen, was es braucht, um im Abstiegskampf zu bestehen.

Pavlenka-Eigentor als Sinnbild für die Werder-Krise

Drei Mal traf Robin Quaison für die Mainzer (10., 19. und 38.). Dazwischen lag ein Eigentor von Werder-Keeper Jiri Pavlenka, das als Sinnbild für die Bremer Seuchensaison durchgeht: Eine Paarung aus Unvermögen in Form des Querschlägers von Milos Velkovic an den eigenen Pfosten und Pech, dass der Ball an den Rücken von Pavlenka sprang und von dort ins Tor. Da waren gerade einmal 15 Minuten gespielt und Werder bereits ins seine Einzelteile zerfallen.

Selbst der ewig optimistische Kohfeldt wirkte vollkommen desillusioniert, als er nach dieser Vorführung in die Kabine schlich.

Pizarro trifft, doch der Treffer zählt nicht

Wirklich umlegen konnten die geschockten Bremer den Schalter in den zweiten 45 Minuten nicht mehr. Sie mühten sich, standen defensiv auch besser und der eingewechselte Claudio Pizarro traf sogar. Doch das Tor wurde wegen eines Handspiels des 41-Jährigen nicht gegeben (72.). Es lief einfach alles gegen die Grün-Weißen, die in der 81. Minute den fünften Gegentreffer kassierten. Jean-Philippe Mateta traf und zahlreiche Werder-Fans verließen das Weserstadion fluchtartig vor dem Abpfiff.

Weitere Informationen
Fußball und Tabelle © picture-alliance/ dpa, NDR.de/Screenshot Foto: Patrick Bernard

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 17.12.2019 | 20:00 Uhr

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