Fußball-Bundesliga startet kommende Woche
Die Fußball-Bundesliga und die Zweite Liga werden ihre unterbrochenen Saisons mit Geisterspielen bereits ab kommender Woche fortsetzen. Das beschloss das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) als zuständiges Gremium. Die 36 Proficlubs seien am Mittwochabend informiert worden, bestätigte der Dachverband. Zuvor hatten die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer entschieden, dass der Profi-Fußball den Spielbetrieb nach mehr als zwei Monaten Pause unter strengen Auflagen wieder aufnehmen kann. Von der zunächst geplanten Forderung einer zweiwöchigen Quarantäne für die Vereine rückte die Politik ab.
Clubs haben Quarantäne-Pläne
Somit gilt nun offenbar die Vorgabe aus dem medizinischen Konzept von DFL und DFB, in dem es heißt:
DFL-Boss Seifert: "Gute Nachricht für die Bundesliga"
"Die heutige Entscheidung ist eine gute Nachricht für die Bundesliga und die 2. Bundesliga. Sie ist verbunden mit einer großen Verantwortung für die Clubs und ihre Angestellten, die medizinischen und organisatorischen Vorgaben diszipliniert umzusetzen", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Bei den Nordclubs gab es durchweg positive Reaktionen zum Re-Start: "Wir haben nun Planungssicherheit, dass wir die Saison zu Ende bringen können, was aus unterschiedlichen Gründen für alle Clubs sehr wichtig ist", so Hannovers Clubboss Martin Kind.
Wettbewerbsnachteil? Widerstand aus Bremen
Laut Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher sei der Beschluss einstimmig gefallen.
Nach Worten von Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) soll es allerdings in der Diskussion über den Termin "ordentlich zur Sache" gegangen sein. Man habe sich bei diesem Thema in die Wolle gekriegt, er habe auch diesmal keinen Hehl aus seiner Skepsis gegenüber Geisterspielen gemacht. Nach der Entscheidung habe er dann aber für einen Start am 20. oder 21. Mai geworben, so Bovenschulte. Auch Werder-Sportchef Frank Baumann plädierte (vergeblich) für einen längeren Vorlauf, er sieht einen Wettbewerbsnachteil für die Bremer, "da an anderen Standorten bereits seit Wochen in zum Teil deutlich größeren Gruppen als in Bremen trainiert werden konnte".
Hygiene-Konzept sieht dauerhafte Testung vor
Die DFL hatte für den schnellen Neustart ein Sicherheits- und Hygiene-Konzept entworfen, das unter anderem die dauerhafte Testung der Profis vorsieht. Mehrere Testrunden hat es bei den Clubs bereits gegeben. Bislang gab es zehn positive Befunde.
Bei der Videokonferenz der DFL am Donnerstag mit den 36 Profivereinen, von denen die ersten bereits das uneingeschränkte Mannschaftstraining aufgenommen haben, sollen die Ergebnisse des Polit-Gipfels vom Mittwoch erörtert werden. Klar ist jedoch, dass sich die Profis auf einen sehr eng getakteten Spielplan einstellen müssen. Spätestens am 30. Juni soll die Saison beendet werden, da dann die Verträge für die laufende Spielzeit auslaufen.
Noch neun Spieltage sind zu absolvieren
Unter anderem muss die DFL auch klären, in welcher Reihenfolge die Partien ausgetragen werden. Neun Spieltage sind in den beiden höchsten deutschen Fußball-Spielklassen noch zu absolvieren, außerdem in der Bundesliga das Nachholspiel Werder Bremen - Eintracht Frankfurt. Eigentlich müsste es mit dem 26. Spieltag weitergehen. Die DFL favorisiert nach übereinstimmenden Medienberichten aber ein Modell, das die Fortführung mit dem 33. oder 34. Spieltag vorsieht.
TV-Einnahmen gesichert
Für die Liga ist die Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Durch die Fortsetzung des Spielbetriebs sind zumindest die millionenschweren TV-Gelder gesichert.
