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Faride Alidou: HSV-Hoffnungsträger - aber wie lange noch?

Stand: 30.11.2021 08:17 Uhr

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder hoffnungsvolle Nachwuchstalente beim Fußball-Zweitligisten HSV. Faride Alidou ist aktuell wohl das größte. Aber schon im Sommer könnte das Märchen in Hamburg ein abruptes Ende finden.

von Tom Gerntke

Er wirkt so, als könne er es noch gar nicht richtig fassen - Faride Alidou reißt die Arme hoch und schreit seine ganze Freude raus. Es läuft die 13. Spielminute im Volksparkstadion und Alidou hat gerade den Führungstreffer der Hamburger gegen Ingolstadt erzielt. Die Fans feiern, die ganze HSV-Mannschaft jubelt mit dem Torschützen. Alidou steht im Mittelpunkt - wieder einmal. Für den 20-Jährigen ist es erst das zweite Profi-Tor, aber längst ist der Name Alidou rund um den Volkspark in aller Munde.

Alidous Vertragssituation könnte zum Problem werden

Nach dem 15. Spieltag liest sich Alidous Bilanz bemerkenswert: sechs Profieinsätze, zwei Tore und drei Assists. Klar, dass das Begehrlichkeiten in der Bundesliga und Europa weckt. Als mögliche Interessenten für das Offensivtalent werden Hertha BSC und AS Rom gehandelt. Das Problem für den HSV: Alidous Vertrag läuft nach der Saison aus. Im vergangenen Sommer wollte man sich bei den Hamburgern nicht auf eine Vertragsverlängerung festlegen. Jetzt spielt der schlacksige Techniker groß auf und die Unterschrift Alidous unter einem neuen Kontrakt dürfte für den Traditionsclub von der Elbe teurer werden als noch vor ein paar Monaten.

HSV-Sportdirektor Michael Mutzel ist trotzdem optimistisch, den U20-Nationalspieler in der Hansestadt halten zu können: "Faride bekommt vom Trainer das Vertrauen, hat hier einen geilen Club und in Hamburg eine Superperspektive. Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Mutzel zuletzt dem "Hamburger Abendblatt".

Alidou: Einer aus dem schwarz-weiß-blauen Bilderbuch

Alidou ist der Traum eines jeden Fußball-Managers: Ausgebildet im eigenen Campus, durchlief er seit 2012 geradlinig die unterschiedlichen Junioren-Mannschaften des HSV. Im vergangenen Sommer schaffte Alidou dann den Sprung von der U19 in die Zweite Mannschaft der "Rothosen". Mit dem Team von Trainer Hannes Drews heißen die Gegner in der Regionalliga Nord unter anderem Altona 93, Teutonia Ottensen und Phönix Lübeck.

Nach den ersten beiden Spieltagen in der Regionalliga-Saison beorderte ihn der neue HSV-Trainer Tim Walter zu den Profis - mit Erfolg. Alidou überzeugte eine Etage weiter oben, und so hieß die erste Auswärtsreise in der nun an Fahrt aufnehmenden Profikarriere des jungen Alidou Heidenheim.

Pflichtspiel-Debüt gegen Fortuna Düsseldorf

Allerdings musste sich der Nachwuchsmann für sein Profidebüt zunächst noch ein bisschen gedulden - erst drei Wochen später wechselte Walter den 20-Jährigen gegen Düsseldorf ein. Alidou überzeugte direkt, bestach durch seine Unbekümmertheit und sein hohes Tempo - den Gegentreffer zum 1:1-Entstand konnte aber auch er nicht verhindern. Sechs Tage später beim Auswärtsspiel in Paderborn fand sich Walters Entdeckung in der Startelf wieder. Bereits nach fünf Minuten traf er den Pfosten. Den Abpraller verwertete Moritz Heyer zum Führungstreffer - der erste (indirekte) Assist für Alidou im Profibereich.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Es folgte Regensburg und sein erstes Tor in der Zweiten Bundesliga. Es war ein "klassischer" Alidou: mit viel Tempo über die Seite freigespielt und dann den Ball flach und trocken am Torwart vorbei ins Tor geschossen. Nach seiner Auswechslung gab es Sprechchöre von den Rängen im Volksparkstadion. Man spürte es: In Hamburg ist die Sehnsucht nach einem "Heilsbringer" wie Alidou erfahrungsgemäß groß.

Auf Vereinsseite ist man darum bemüht, den Hype um den Sohn togoischer Eltern nicht zu groß werden zu lassen - nicht zuletzt Walter. "Das Tor war gut, aber ansonsten war Faride heute nicht so gut wie sonst", sagte der HSV-Trainer nach dem genialen Tor gegen Ingolstadt. "Es gibt genügend Dinge, die er noch besser machen muss."

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