Fans des VfL Wolfsburg © imago images/regios24

Fans zurück in die Stadien: Pro und Contra

Stand: 11.08.2021 14:44 Uhr

Am Wochenende startet auch die Bundesliga in ihre neue Saison, und die Tribünen füllen sich wieder mit Fans. Aber ist das richtig? Mats Nickelsen und Jörg Tegelhütter vom NDR Hörfunk vertreten unterschiedliche Standpunkte.

Am Dienstag hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länder bestätigt, was zuletzt schon galt: An Sportgroßveranstaltungen dürfen bis zu 25.000 Zuschauer teilnehmen, allerdings maximal die Hälfte der Gesamtkapazität. Ab einer Inzidenz, die stabil über 35 liegt, gelten weitere Einschränkungen. Die Politik sagt zudem: Ins Stadion dürfen nur geimpfte, genesene oder getestete Fans.

Bundesligist VfL Wolfsburg, der am Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) in der eigenen Arena gegen Aufsteiger VfL Bochum in die neue Spielzeit startet, wird dieser sogenannten 3G-Regel weiterhin folgen. Das bestätigte der Club am Mittwoch. Anders als der 1. FC Köln, der ab Ende August nur noch geimpfte oder von Covid-19 genesene Menschen ins Stadion lassen will.

Pro Fan-Rückkehr, Mats Nickelsen:

Ein halbvoll besetztes Stadion. Getestete, geimpfte oder genesene Menschen an der frischen Luft - wo soll denn da noch das Problem sein? Niemand fordert doch die große Stehplatztribüne in Dortmund wieder zu öffnen, auf der 25.000 Menschen dicht an dicht gedrängt stehen. Auch Bilder aus einem ausverkauften Stadion wie bei der EM in Budapest wird es nicht geben.

Es ist auch richtig, dass ab dem dritten Spieltag wieder Auswärtsfans ihre Teams begleiten dürfen. Ja, sie reisen dann kreuz und quer durch Deutschland, um ein Fußballspiel zu sehen. Aber unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln muss das einfach möglich sein. Der Profifußball polarisiert und bietet viele Angriffspunkte für berechtigte Kritik. In diesem Fall aber nicht. Die Zuschauerregeln sind vernünftig und der Pandemielage angemessen. Alles im Rahmen.

Gegen Fan-Rückkehr, Jörg Tegelhütter:

Natürlich wünschen sich viele Sportbegeisterte wieder Fußballspiele mit Zuschauern. Ich übrigens auch! Aber der Gedanke, dass sich demnächst wieder bis zu 25.000 Menschen dicht gedrängt in Bussen und Bahnen auf den Weg in ein Fußball-Stadion machen, stimmt mich skeptisch. Die ab dem dritten Spieltag zugelassenen Auswärtsfans tun ein Übriges. Schließlich reisen sie vorher oftmals hunderte Kilometer quer durchs Land. Eins haben wir doch gelernt in der Pandemie: dass Mobilität und Kontakte die Ausbreitung des Virus fördern.

Ich kann die Vereine verstehen, die nach zweistelligen Millionenverlusten wieder Karten verkaufen müssen. Genauso wie die Fans, die nach der langen Durststrecke wieder Lust auf Live-Fußball in den Stadien haben. Die Entscheidung pro Fans ist gefallen, aber alle Beteiligten müssen jetzt unglaublich diszipliniert sein, sonst bleibt am Ende mehr als ein ungutes Gefühl.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 11.08.2021 | 15:25 Uhr

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