Stand: 22.11.2019 20:22 Uhr

St. Pauli kann den "Aue-Fluch" nicht besiegen

von Johannes Freytag, NDR.de
Wieder verloren - Enttäuschung bei den Spielern des FC St. Pauli.

Der "Aue-Fluch" des FC St. Pauli hat weiter Bestand. Der Hamburger Fußball-Zweitligist verlor am Freitagabend beim FC Erzgebirge Aue mit 1:3 (0:2) und wartet damit seit 2013 auf einen Sieg gegen die Sachsen. Die angesichts zahlreicher verletzter Spieler erneut durcheinandergewirbelte Mannschaft von Trainer Jos Luhukay spielte zwar nicht wie eine "Notelf", fand aber auch kein Mittel gegen das keinesfalls übermächtige Team aus Aue. "Mit Ball sah das ganz ordentlich aus, gegen den Ball war das amateurhaft", schimpfte Kapitän Jan-Philipp Kalla nach der Partie im NDR Interview. So blieb der Treffer von Henk Veerman, der sein Startelf-Debüt feiern durfte, der einzige Lichtblick aus Hamburger Sicht.

Henk Veerman erstmals in der Startelf

Luhukay nahm gegenüber dem 1:1 gegen Bochum fünf Veränderungen an der Startformation vor: Für Philipp Ziereis, Mats Möller Daehli (beide Bank), Johannes Flum (muskuläre Probleme), Daniel Buballa (Knieprobleme) und Dimitrios Diamantakos (Verdacht auf Muskelfaserriss) begannen James Lawrence, Ersin Zehir, Marvin Knoll, Kalla und Veerman.

14.Spieltag, 22.11.2019 18:30 Uhr

Erzgeb. Aue

3

FC St. Pauli

1

Tore:

  • 1:0 Krüger (14.)
  • 2:0 Nazarov (24., Handelfmeter)
  • 2:1 Veerman (56.)
  • 3:1 Testroet (62.)

Erzgeb. Aue: Männel - Rizzuto, Mihojevic, Gonther, D. Kempe - Fandrich, Riese - Baumgart, Nazarov (80. Samson), Krüger (85. Daferner) - Testroet (73. Zulechner)
FC St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson (67. Lankford), Lawrence, Östigard, Kalla - Knoll (67. Becker) - Miyaichi, Sobota, Zehir (46. Möller Daehli), Gyökeres - Veerman
Zuschauer: 14000

Weitere Daten zum Spiel

Der niederländische Stürmer war es dann auch, der die erste Torchance der Partie hatte. Veerman pflückte einen langen Ball technisch höchst elegant herunter, sein Abschluss geriet jedoch zu harmlos, Aues Torwart Martin Männel hatte keine Mühe (11.). Im Gegenzug kamen die Hausherren erstmals gefährlich vor das Tor von Robin Himmelmann, Tom Baumgart scheiterte jedoch am Hamburger Keeper (12.). Kurz darauf war Himmelmann jedoch machtlos: Bedrängt von Clemens Fandrich, leitete Lawrence unfreiwillig und halbhoch im Strafraum quer auf Florian Krüger weiter, der drosch unhaltbar den Ball aus wenigen Metern unter die Latte (14.).

Und es kam noch bitterer für St. Pauli, das eigentlich ganz ordentlich begonnen hatte. Und wieder spielte Lawrence eine unglückliche Rolle. Bei einer Abwehraktion soll ihm der Ball aus kürzester Distanz an den halb angelegten Arm geprallt sein - so entschied es jedenfalls Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) nach Hinzuziehen des Videobeweises. Dimitrij Nazarov verwandelte den Handelfmeter zum 2:0 (24.).

Die Kiezkicker steckten trotz des frühen Rückstands nicht auf, fanden aber gegen Aues sicher stehende Abwehr kaum ein Durchkommen. Ein Schuss von Veerman (31.), den Männel zur Ecke abwehrte, blieb die gefährlichste Aktion der Norddeutschen. Auf der Gegenseite vergab Pascal Testroet die Riesenchance aufs 3:0 - Himmelmann klärte im Eins-gegen-Eins-Duell mit dem Fuß (40.).

Veermans Treffer bringt nur kurz Hoffnung

Nach dem Seitenwechsel kam Möller Daehli (für den blass gebliebenen Zehir) in die Partie. Der Norweger, der mit Oberschenkelproblemen von seinem Länderspieleinsatz zurückgekehrt war, sollte mehr Schwung in die Offensive bringen.

Und St. Pauli schöpfte tatsächlich wieder Hoffnung: Waldemar Sobota schoss einen Freistoß von der rechten Seite in die Strafraummitte, wo Veerman den Ball erneut gekonnt mitnahm und den Anschlusstreffer erzielte (56.). Aber nur sechs Minuten später stellte Aue den alten Abstand wieder her. Testroet reichte nach einem Konter dazu eine Körpertäuschung gegen Lawrence, um aus knapp elf Metern frei zum 3:1 einschießen zu können (62.).

Die Hausherren zogen sich nun immer mehr zurück und ließen St. Pauli kommen. Die Luhukay-Elf bewies weiterhin Moral und drängte auf den erneuten Anschlusstreffer. Kevin Lankfords Schuss aus spitzem Winkel wehrte Männel ab (71.), auch den Kopfball von Veerman hielt Aues Keeper fest (74.). St. Paulis Himmelmann musste nur noch einmal eingreifen, als er einen Schuss von Christoph Daferner parierte (85.).

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.11.2019 | 19:30 Uhr