Stand: 03.11.2019 19:27 Uhr

FC St. Pauli mit bitterem Remis gegen Karlsruhe

von Matthias Heidrich, NDR.de
Der FC St. Pauli gab gegen den KSC eine 2:0-Führung aus der Hand.

Der FC St. Pauli, die Standardsituationen und einfach kein Ende: Am Sonnabend gab der Fußball-Zweitligist einen schon sicher geglaubten Heimsieg gegen den Karlsruher SC noch aus der Hand. Ein Kopfballtor nach einer Ecke von Marvin Pourié in der Nachspielzeit bescherte den Kiezkickern ein enttäuschendes 2:2 (0:0) im Spiel gegen den KSC - nach einer 2:0-Führung durch zwei verwandelte Elfmeter von Dimitrios Diamantakos. "Es ist das dritte Gegentor in Folge nach einem Standard. Immerhin stehen wir heute nicht mit leeren Händen hier. Es fühlt sich trotzdem wie eine Niederlage an", sagte St. Paulis Trainer Jos Luhukay.

FC St. Pauli überlegen, aber ohne Durchschlagskraft

12.Spieltag, 02.11.2019 13:00 Uhr

FC St. Pauli

2

Karlsruher SC

2

Tore:

  • 1:0 Diamantakos (50., Foulelfmeter)
  • 2:0 Diamantakos (61., Foulelfmeter)
  • 2:1 Lorenz (85.)
  • 2:2 Pourié (90. +1)

FC St. Pauli: Himmelmann - L.-M. Zander, Östigard, Buballa - Miyaichi, Flum, Becker, Penney (29. Ziereis), Sobota (80. Lankford), Möller Daehli (86. Veerman) - Diamantakos
Karlsruher SC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach (77. Camoglu) - Fröde (77. A. Fink), Kobald, Choi (64. Pourié), Wanitzek, Lorenz - P. Hofmann
Zuschauer: 29546 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Die Hamburger waren sichtlich bemüht, von Beginn an das Tempo hochzuhalten und die Gäste unter Druck zu setzen. Wie so häufig kombinierte sich das Luhukay-Team gefällig durchs Mittelfeld, doch echte Torgefahr strahlten die Kiezkicker in der ersten Hälfte nicht aus. Waldemar Sobota (6., 34.) hatte zwei gute Einschussmöglichkeiten, scheiterte jedoch an KSC-Keeper Benjamin Uphoff und mangelnder Präzision. Spielerischer Höhepunkt der ersten 45 Minuten war ohne Zweifel das Weltklasse-Zuspiel von Finn Ole Becker in die Tiefe auf Diamantakos (16.), das der St.-Pauli-Angreifer allerdings am Tor vorbeisetzte. Wäre er drin gewesen, hätte der Videoassistent dem Treffer auch wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verwehren müssen. Auf der anderen Seite entschärfte der zuletzt von Luhukay kritisierte, im Vergleich zum Pokalspiel aber wieder in die Startelf gerückte Robin Himmelmann die gefährlichste Szene der Gäste. St. Paulis Stammtorwart warf sich vor dem einschussbereiten Marvin Wanitzek in den Ball und kassierte dafür einen schmerzhaften Tritt in die Seite (15.).

"Der FCK ist wieder da!" statt "KSC Olé, Olé!"

Die Karlsruher präsentierten sich am Millerntor recht zurückhaltend, dabei hatten die Hamburger dem Team von Trainer Alois Schwartz eine "Motivations-Steilvorlage" geliefert. Vor der Partie spielten die Gastgeber nicht die Karlsruher Vereinshymne "KSC Olé, Olé!", sondern das Club-Lied des Rivalen 1. FC Kaiserslautern ein - "Der FCK ist wieder da!". Die KSC-Anhänger waren freundlich formuliert "not amused" über diesen Fauxpas, für den sich die Kiezkicker eilig via Stadionsprecher und in den sozialen Medien entschuldigten:

Nervenstarker Diamantakos trifft per Elfmeter

Nicht lange nach dem Wiederanpfiff lief über die Lautsprecher am Millerntor "Song 2" von Blur. Das untrügliche Zeichen dafür, dass die Kiezkicker einen Treffer erzielt haben. Diamantakos hatte einen an Buballa verursachten Foulelfmeter sicher zur 1:0-Führung verwandelt (50.). Dabei bewies der Grieche Nerven, vergingen vom ersten Pfiff bis zur Ausführung des Strafstoßes doch über drei Minuten. Schiedsrichter Christof Günsch (Reddighausen) überprüfte den Ellbogeneinsatz des Karlsruher Verteidigers Marco Thiede gegen Buballa selbst am Monitor und blieb letztlich zu Recht bei seiner Elfmeter-Entscheidung.

Pourié köpft das 2:2 für Karlsruhe

Als Blurs Tor-Hymne in der 61. Minute zum zweiten Mal ertönte, war die Messe am Millerntor eigentlich gelesen. Wieder hatte Diamantakos sicher vom Punkt verwandelt und auf 2:0 gestellt. Zuvor hatte Karlsruhes Lukas Fröde Ryo Miyaichi im Strafraum mit hohem Beim am Kopf getroffen. Wieder Diamantakos oder Miyaichi hätten bei ihrer Doppelchance in der 84. Minute das dritte Tor machen müssen. So nahm das St.-Pauli-Unheil seinen Lauf, als Marc Lorenz (86.) mit einem Distanzschuss den Anschlusstreffer markierte. In der ersten Minute der Nachspielzeit stieg Pourié am höchsten und setzte den Kopfball zum Ausgleich in die Maschen.

Zurück blieben konsternierte Kiezkicker, die es wieder einmal nicht geschafft hatten, eine Standardsituation zu verteidigen. "Die Mannschaft hat sich nicht belohnt "Wir waren nur 75 Minuten lang das bessere Team, danach haben wir den Gegner eingeladen", sagte Kapitän Daniel Buballa dem NDR. "So darf uns das nicht passieren."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 02.11.2019 | 19:30 Uhr