Schlussjubel FC St. Pauli nach dem 3:0-Sieg gegen Holstein Kiel © Witters

FC St. Pauli: Kein Gedanke an den HSV, erst ist Aue dran

Stand: 26.07.2021 14:35 Uhr

3:0 gegen Holstein Kiel - der Saisonstart des FC St. Pauli war eindrucksvoll. Doch Trainer Timo Schultz möchte nicht über das Stadtderby gegen den HSV sprechen, blickt nur auf den nächsten Gegner Aue. Dagegen herrscht Katerstimmung bei den Kielern.

von Christian Wriedt

"Erster Spieltag, drei Punkte - da habe ich gar keine Lust, darüber zu reden", sagte St. Paulis Trainer Timo Schultz nach dem bärenstarken 3:0-Erfolg gegen Holstein Kiel. Worüber er nicht sprechen wollte, ist das Derby gegen den HSV am dritten Spieltag (13. August, 18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de). Als klar war, dass der Kiezclub in der Tabelle vor dem Stadtrivalen lag, nachdem der Hamburger SV auf Schalke "nur" 3:1 gewann, kam es, wie es kommen musste: "Die Nummer eins der Stadt sind wir", sangen die Fans im Millerntor-Stadion - knapp 9.000 waren zugelassen.

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Trainer Schultz wollte lieber über den Triumph gegen Kiel sprechen, den ersten Auftaktsieg nach drei Jahren für St. Pauli: "Es hat Spaß gemacht, der Mannschaft zuzusehen. Die Bereitschaft und die Schärfe, gegen den Ball zu arbeiten, war richtig, richtig gut. Dass wir kicken können und vorne Qualität haben, das wissen wir und das hat man auch gesehen."

Selbst die Abgänge der Leihspieler Omar Marmoush und Rodrigo Zalazar fielen gegen Kiel nicht ins Gewicht. Es überzeugten die spielfreudigen Finn Ole Becker und Daniel Kofi Kyereh, vorne überraschte Schultz mit der Doppelspitze Simon Makienok und Guido Burgstaller. Von den Neuzugängen kamen Jakov Medic in der Innenverteidigung und Nikola Vasilj im Tor zum Einsatz.

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Doch trotz seiner Zufriedenheit riet der Coach allen, schnell wieder runterzukommen. "Wir gehen ins Training, arbeiten weiter und dann steht erstmal Aue vor der Tür - auch wenn das jetzt keiner hören will." Doch bevor sich Schultz mit dem Team auf das Auswärtsspiel gegen Erzgebirge Aue am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) vorbereitet, konnte er den Sieg am Sonntagabend woanders genießen: "Ich gehe ins Konzert von Johannes Oerding. Das ist erst mal das Entscheidende", sagte er augenzwinkernd.

Trainer Werner: "Waren in allen Bereichen unterlegen"

Katerstimmung herrschte dagegen bei Holstein Kiel. Noch vor wenigen Wochen erst in der Relegation zur Bundesliga am 1. FC Köln gescheitert (1:0, 1:5), war das Team in Hamburg nicht wiederzuerkennen. "Wir waren gegen St. Pauli in allen Bereichen unterlegen, sowohl offensiv als auch defensiv. Die Aggressivität hat gefehlt, die Frische und auch die Abstimmung", analysierte KSV-Coach Ole Werner schonungslos.

Aber der Trainer wusste auch, woran es lag: "Bei uns war der Umbruch groß und die Vorbereitung kürzer. Alles, was gefehlt hat, müssen wir uns jetzt erarbeiten, und zwar möglichst schnell." Die verlorene Relegation spiele in den Köpfen der Spieler keine Rolle mehr, so Werner. "Das ist eine andere Saison und wir sind jetzt eine andere Mannschaft." Die Neuzugänge wie Patrick Erras, Steven Skrzybski, Aron Fridjonsson und Fiete Arp, der aufgrund seiner HSV-Vergangenheit am Millerntor dauerhaft ausgepfiffen wurde, haben noch Luft nach oben.

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Kiels Sportdirektor Uwe Stöver blickte nach dem verpatzten Start bereits wieder nach vorne: "Das können wir wesentlich besser." Die nächste Gelegenheit für die "Störche" bietet sich am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FC Schalke 04 - im Duell der Hamburg-Geschädigten vom ersten Spieltag.

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Dieses Thema im Programm:

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