Stand: 10.12.2018 19:54 Uhr

Elfmeter gegen Hannover: DFB räumt Fehler ein

Die strittige Szene: Der Mainzer Jean-Philippe Mateta geht nach einem Zweikampf mit Hannovers Matthias Ostrzolek (l.) zu Boden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat nach dem Bundesligaspiel zwischen Mainz 05 und Hannover 96 (1:1) einen Fehler in der Bewertung der umstrittenen Foulelfmeterentscheidung eingeräumt. Der Strafstoß sei "regeltechnisch falsch" gewesen und außerdem sei es "unbedingt notwendig gewesen, dem Schiedsrichter die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild von diesem Zweikampf zu machen", sagte Jochen Drees, fachlicher Projektleiter für den Bereich Video-Assistent in einem auf der Homepage des DFB veröffentlichten Interview. "Ich bin mir sicher, dass die ursprüngliche Entscheidung dann von Robert Hartmann korrigiert worden wäre."

Drees verweist auf Kommunikationsfehler

Referee Hartmann hatte in der 86. Minute Elfmeter für Mainz gegeben, obwohl 96-Verteidiger Matthias Ostrzolek Stürmer Jean-Philippe Mateta wenn überhaupt nur leicht berührt hatte. Video-Assistent Patrick Ittrich hatte nicht eingegriffen. Mainz nutzte den Strafstoß zum späten Ausgleich. Drees verwies auf einen Kommunikationsfehler: "Hätte die Kommunikation in adäquater Form stattgefunden, wäre schnell klar gewesen, dass die Entscheidung auf Strafstoß nur aufgrund der Wahrnehmung des Schiedsrichter-Assistenten Christian Leicher erfolgte und der Schiedsrichter Robert Hartmann keine ausreichende Wahrnehmung zu diesem Vorgang hatte."

Heldt schimpft, der DFB ermittelt

Die Kritik aus dem 96-Lager war direkt nach dem Spiel heftig ausgefallen. "Das ist ja ein Witz, das war der Wahnsinn an Schwalbe. Wieso mischt er sich da nicht ein und sagt, das ist eine klare Schwalbe? Ich verstehe es nicht mehr. Es ist nicht mehr akzeptabel, der ganze Scheiß", schimpfte Manager Horst Heldt bei "Sky". Daraufhin hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen gegen Heldt eingeleitet. Im ersten Schritt wurde er schriftlich um eine Stellungnahme gebeten.

Kind: "So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel"

Mit etwas Abstand hatte sich der 96-Manager differenzierter geäußert: "Es geht mir nicht um den Schiedsrichter, der etwas falsch bewertet. Das passiert. Was nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", sagte Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Die auf dem Platz - der Schiri und die Spieler - sind die Ärmsten. Ich mache dem System einen Vorwurf." Clubchef Martin Kind stieß im NDR Sportclub in dasselbe Horn: "Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel."

Drees: "Wird auch weiterhin Diskussionsstoff geben"

Drees zeigte Verständnis für die öffentliche Aufregung um die unübersichtliche Frage: Wann greift der Video-Assistent ein und wann nicht? "Wir hatten am vergangenen Wochenende ein überraschend unterschiedliches Leistungsbild mit positiven wie negativen Entscheidungen der Video-Assistenten." Er machte allerdings auch deutlich, dass der Video-Schiedsrichter nicht unfehlbar ist: "Es wird auch weiterhin Diskussionsstoff nach vereinzelten Spielen in der Bundesliga geben, und in einigen Situationen werden auch sicher wieder unterschiedliche Auffassungen entstehen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 10.12.2018 | 22:40 Uhr

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