Stand: 03.02.2020 19:15 Uhr

Eintracht-Krise: "Zeigen, dass wir Kerle sind"

Angreifer Marvin Pourie vom Fußball-Drittligisten Eintracht Braunschweig © imago images / Hübner Foto: Hübner
Braunschweig-Zugang Marvin Pourié fordert nach zwei schwachen Spielen eine Reaktion des Teams.

Am Montagmittag hat der Fußball-Zweitligist Karlsruher SC die Trennung von seinem Trainer Alois Schwartz bekannt gegeben. Marvin Pourie wird die Beurlaubung des 52 Jahre alten Coaches gewiss mit großem Interesse verfolgt haben. Schließlich hat sich der Angreifer in der Winterpause von den Badenern an Eintracht Braunschweig ausleihen lassen, weil er bei Schwartz nicht mehr gesetzt war. Vom Wechsel zu den Niedersachsen versprach sich der Drittliga-Torschützenkönig der vergangenen Serie zwei Dinge: einen Stammplatz und den Aufstieg.

Nun, die Zeit des Pendelns zwischen Ersatzbank und Spielfeld scheint für den 29-Jährigen tatsächlich vorbei zu sein. Er zählte in beiden bisherigen Eintracht-Partien nach dem Jahreswechsel zur Startelf. Dass sich der Aufstiegswunsch des Stürmers erfüllt, scheint nach dem trostlosen 1:1 des BTSV am vergangenen Sonnabend gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FC Carl Zeiss Jena aber doch sehr fraglich.

BTSV am Freitag bei Spitzenreiter Duisburg

Bereits seit fünf Begegnungen wartet der deutsche Meister von 1967 nun auf einen Sieg. Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz ist auf sieben Punkte angewachsen. Und der nächste Gegner gehört nicht in die Rubrik "Laufkundschaft": Am kommenden Freitag (19 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) müssen die "Löwen" beim Spitzenreiter MSV Duisburg antreten.

Pourie: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand"

Pourie fand in Anbetracht der schwachen Vorstellungen der Niedersachsen bei 1860 München (1:4) und gegen Jena im Interview auf dem Youtube-Channel der Eintracht klare Worte. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Jetzt müssen wir Eier zeigen. Wir müssen zeigen, dass wir eine Mannschaft sind, dass wir Kerle sind", sagte der Angreifer. Er selbst könne sich auch nicht so recht erklären, warum das Team so schlecht aus der Winterpause gekommen ist: "Man sieht im Training, dass jeder die Qualität und das Potenzial hat. Aber irgendwie kriegen wir es gerade nicht auf den Platz."

Viel Rotation, wenig Ertrag

Dafür verantwortlich, dass die individuell für Drittliga-Verhältnisse sehr gut besetzte Mannschaft ihre Qualität abruft, zeichnet Trainer Marco Antwerpen. Doch der 48-Jährige ist noch immer auf der Suche nach der Idealformation. Gegen 1860 nahm er im Vergleich zur letzten Partie vor der Winterpause gegen den FC Magdeburg (2:2) gleich sechs Wechsel in der Startelf vor. Der Effekt: gleich null. Im Duell mit Jena standen dann drei Profis von Beginn an auf dem Platz, die im Auswärtsspiel bei den Münchner "Löwen" zunächst noch auf der Bank gesessen hatten. Dafür rotierten die Routiniers Bernd Nehrig und Stephan Fürstner sowie Robin Ziegele raus. Der Effekt auch hier: gleich null. "Viele Dinge sind komplett nicht aufgegangen", meinte Antwerpen zur Braunschweiger Leistung in Hälfte eins. Erst mit den Hereinnahmen von Nick Proschwitz und Martin Kobylanski zum zweiten Abschnitt wurde der BTSV-Auftritt etwas besser. Die Betonung liegt dabei allerdings auf "etwas".

Antwerpens Bilanz bis dato mäßig

"Wir müssen sehen, dass wir gegen Duisburg wieder eine andere Leistung auf den Platz kriegen", forderte Antwerpen. Für den 48-Jährigen könnte bei einer abermaligen Pleite die Luft an der Hamburger Straße bereits dünn werden. Der Kontrakt des Nachfolgers von Christian Flüthmann, von dem sich der BTSV Mitte November trennte, ist lediglich bis zum Saisonende datiert - und seine bisherige Bilanz mit neun Zählern aus sieben Partien für einen Aufstiegsanwärter eher mäßig. Das Duell mit dem MSV um den Braunschweiger Langzeit-Trainer Torsten Lieberknecht hat also vielleicht bereits richtungsweisenden Charakter - für die Eintracht und Antwerpen.

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