Stand: 24.07.2020 09:08 Uhr

Eintracht Braunschweig will wieder "begeistern"

Daniel Meyer (l.) und Peter Vollmann wollen in Braunschweig "begeisternden Fußball" spielen lassen.

Vor zwei Wochen wurde Daniel Meyer als neuer Trainer des Zweitliga-Aufsteigers Eintracht Braunschweig vorgestellt - viel Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen, hatte der 40-Jährige bislang aber noch nicht. "80 bis 85 Prozent meiner Zeit verbringe ich auf dem Vereinsgelände", erklärte Meyer im Interview mit dem NDR Hörfunk, lediglich zum Schlafen gehe er ins Hotel und erst "ein zwei Mal" habe er es zum Essen in die Innenstadt geschafft. Dennoch weiß der neue BTSV-Coach genau, was die Anhänger der "Löwen" hören wollen: "Blau-Gelb ist super", lobte Meyer die Vereinsfarben des Clubs und gab neben dem Klassenerhalt auch einen Erfolg im "Derby gegen West-Peine" als Saisonziel aus.

Vollmann: "Ein Aufstieg bedeutet immer viel Arbeit"

Gleichwohl weiß auch Meyer, dass der niedersächsische Landesrivale Hannover 96, der um den Aufstieg mitspielen will, ganz andere sportlichen Voraussetzungen hat als der Liga-Neuling.

"Der Aufstieg war lange nicht absehbar, was die Kaderplanung erschwert hat. Normalerweise hat man einen gewissen Vorlauf. Jetzt - auch bedingt durch Corona - ist alles viel komprimierter", so der Eintracht-Coach, der am 3. August sein Team zum ersten Training an der Hamburger Straße begrüßen will.

Das sieht auch Sportchef Peter Vollmann so: "Ein Aufstieg bedeutet immer viel Arbeit, weil die Kaderqualität aufgewertet werden muss." Immerhin: Mit der Verpflichtung von Dominik Wydra, Nico Klaß, Jannis Nikolaou und Michael Schultz sind vier Neuzugänge da und der Umbruch in der Defensive abgeschlossen. "Nachholbedarf haben wir in der Offensive", erklärte Vollmann. Unter anderem versuchen die Niedersachsen, die in der vergangenen Rückrunde ausgeliehenen Marvin Pourié (Karlsruhe) und Merveille Biankadi (Heidenheim) weiter zu binden.

Abkehr vom "Ergebnisfußball"

Für den überraschenden Wechsel auf der Trainerbank hat Vollmann nachvollziehbare Gründe: Über die ganze Saison gesehen habe die Eintracht zu selten überzeugt und zu oft lediglich "Ergebnisfußball" geboten. 64 Zähler sammelten die Niedersachsen in der abgelaufenen Saison - erst zum zweiten Mal in der Geschichte der eingleisigen Dritten Liga (seit 2008/2009) reichte diese magere Punkteausbeute zum direkten Aufstieg. Zum Vergleich: Als die Braunschweiger 2011 Drittligameister wurden, hatten sie satte 21 Zähler mehr (85) gesammelt. Vollmann sieht daher rückblickend in den Corona-bedingten Geisterspielen sogar einen Vorteil für die Eintracht. Dem einen oder anderen Spieler in der Mannschaft sei so der Druck genommen worden, den eine unzufriedene Stadionkulisse erzeugt hätte.

Meyer: "Mut, junge Spieler reinzuwerfen"

In der kommenden Saison will Vollmann an der Hamburger Straße aber Fußball sehen, der "begeistert" - dafür stehe der neue Trainer, der zudem Zweitliga-erfahren sei und die Liga kenne. Meyer kündigte an, "Ballbesitzfußball" spielen zu lassen, also "über den Ballbesitz die Dinge in die Richtung zu lenken, wie wir sie brauchen".

Meyer hat in Braunschweig Defizite ausgemacht: "Wir hatten zuletzt eher eine ältere Mannschaft und im U23-Bereich wenige Jungs, denen man den Sprung nach oben zutraut." Natürlich brauche es eine gewisse Balance im Kader, er stehe aber für den "Mut, junge Spieler reinzuwerfen".

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Sport aktuell | 24.07.2020 | 09:25 Uhr