Die Braunschweiger jubeln. © picture alliance/dpa Foto: Swen Pförtner

Eintracht Braunschweig vergrößert St. Paulis Sorgen

Stand: 05.12.2020 14:55 Uhr

Eintracht Braunschweig hat die erhoffte Kehrtwende geschafft. Die Niedersachsen gewannen das Kellerduell gegen den FC St. Pauli am Sonnabend 2:1 (0:1).

von Johannes Freytag

Während die Hamburger nun mittlerweile seit acht Zweitliga-Partien auf einen Sieg warten, haben sich die Braunschweiger nach ihrem dritten Saison-Dreier etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt verschafft. Der Vorsprung der "Löwen" auf den ersten Abstiegsplatz - den die Kiezkicker innehaben - beträgt vier Punkte. Marcel Bär und Fabio Kaufmann belohnten mit ihren Toren in einer insgesamt schwachen Partie den Kampfgeist des Aufsteigers, Maximilian Dittgen hatte zuvor für die Kiezkicker getroffen.

"Wir haben einen dreckigen Sieg geholt und den Lucky Punch am Ende gesetzt. Aber genau solche Duelle braucht man, um sich Luft zu verschaffen", sagte Braunschweigs Siegtorschütze Kaufmann dem NDR. Trainer Daniel Meyer freute sich darüber, wie sein Team mit dem frühen Rückstand umging: "Es ist ein Wahnsinn, wie wir das weggesteckt haben, wie wir uns reingekämpft haben."

Trainer Schultz mit heftiger Kritik an seiner Mannschaft

St. Paulis Trainer Timo Schultz hingegen übte heftige Kritik an seinem Team: "Die Niederlage haben wir uns zu 100 Prozent selbst zuzuschreiben. Ich bin von einigen Spielern sehr enttäuscht. Dass sie ihre Performance überhaupt nicht auf den Platz bekommen haben, schläfrig, leise und lethargisch wirkten und sich nicht durchsetzen konnten." Nun stehe eine englische Woche an, "in der wir dreimal punkten müssen, sonst sieht es im Winter ganz düster aus".

Dittgen trifft früh für St. Pauli

Auf Braunschweiger Seite liefen Keeper Jasmin Fejzic sowie Lasse Schlüter und Martin Kobylanski für Felix Dornebusch, Manuel Schwenk (beide Bank) und Michael Schultz auf. St. Paulis Formation veränderte Trainer Schultz gegenüber der Vorwoche nur auf einer Position: Dittgen begann für Finn Ole Becker. Der Wechsel machte sich bereits nach knapp 80 Sekunden bezahlt. Daniel-Kofi Kyereh legte auf die linke Seite raus zum neuen Mann, und der traf aus gut 20 Metern flach und platziert ins lange Eck (2.). Fejzic streckte sich vergebens.

Braunschweig harmlos, Kessel muss verletzt raus

Der Treffer gab den Gästen die nötige Sicherheit, sie ließen es in der Folgezeit ruhiger angehen und die Eintracht kommen. Doch die Blau-Gelben konnten mit ihrem Ballbesitz nicht viel anfangen, St. Paulis in dieser Saison anfällige Abwehr hatte wenig Probleme mit den harmlosen Braunschweiger Angriffen. So plätscherte die Partie ein wenig dahin. Gefährlich wurde es - wenn überhaupt - vor dem Gehäuse der Gastgeber: Rodrigo Zalazars Freistoß ging über das Tor (20.), Kyerehs Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (27.).

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Braunschweig mühte sich, brachte aber im ersten Durchgang nicht mehr als einen harmlosen Kopfball von Nick Proschwitz (30.) zustande. Zu allem Überfluss verletzte sich Benjamin Kessel bei einer Grätsche gegen Dittgen auf der Torauslinie und musste ausgewechselt werden (45.).

Bär gleicht aus dem Nichts für Braunschweig aus

Auch in Hälfte zwei blieb es ein Kellerduell auf höchst überschaubarem Niveau. Dem BTSV gelang es weiterhin nicht, gefährlich vor das Tor der Hamburger zu kommen. Die Braun-Weißen ihrerseits standen zwar defensiv stabil, im Umschaltspiel haperte es jedoch. Torchancen blieben somit Mangelware.

Und doch stand es plötzlich 1:1: Proschwitz verlängerte einen langen und hohen Ball in den Strafraum, wo Bär den unentschlossen herauslaufenden Himmelmann überwand (67.). Auch Proschwitz' Gegenspieler Philipp Ziereis machte keine gute Figur. Angesichts der Spielanteile war der Treffer nicht unverdient, er hatte sich dennoch kaum angedeutet.

Kaufmann trifft zum BTSV-Sieg

Und es kam noch schlimmer für die Kiezkicker. Nach einem Pass von Danilo Wiebe grätschte Daniel Buballa ins Leere, Kaufmann hatte freie Bahn und schob zum 2:1 für die Braunschweiger ein (82.). Erst spät bäumten sich die Hamburger auf: Igor Matanovic (88.), Becker (89.) und James Lawrence (90.+4) vergaben gute Ausgleichschancen.

10.Spieltag, 05.12.2020 13:00 Uhr

Braunschweig

2

FC St. Pauli

1

Tore:

  • 0:1 Dittgen (2.)
  • 1:1 Bär (67.)
  • 2:1 F. Kaufmann (82.)

Braunschweig: Fejzic - B. Kessel (45.+1 Ziegele), Wydra, Nikolaou - Wiebe, Kroos, Kammerbauer, Schlüter - Kobylanski (90.+2 Ben Balla) - Bär (79. F. Kaufmann), Proschwitz
FC St. Pauli: Himmelmann - Ohlsson, Ziereis, Lawrence, Buballa (83. Paqarada) - Benatelli, Zalazar Martinez - Lankford (83. Taschtschi), Dittgen (83. Becker) - Kyereh (52. Daschner), Makienok (73. Matanovic)
Zuschauer:

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 05.12.2020 | 13:00 Uhr

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