Stand: 20.03.2020 11:57 Uhr

Kurzarbeit: Eintracht-Spieler wollen Zeichen setzen

Braunschweigs Merveille Biankadi (r.) und seine Mitspieler bejubeln einen Treffer. © imago images / Hübner
Braunschweigs Spieler wollen, "dass der Verein diese Krise übersteht".

Eintracht Braunschweig hat als nächster Club aus der Dritten Liga Kurzarbeit eingeführt. Die Spieler hätten dem Vorgehen zugestimmt, teilten die Niedersachsen am Donnerstag mit. "Das war ein wichtiger und lebensnotwendiger Schritt für die Zukunft des Vereins und ist gar nicht hoch genug anzurechnen", sagte Wolfram Benz, Geschäftsführer der Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA.

Finanzieller Schaden noch nicht zu ermessen

Die Dritte Liga hat ihren Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie erst einmal bis zum 30. April ausgesetzt. Den Vereinen fehlen daher vor allem Zuschauer-Einnahmen. Der finanzielle Schaden sei noch nicht zu ermessen, so Benz. Die Eintracht hatte schon nach dem Zweitliga-Abstieg und dem folgenden verlorksten Drittliga-Jahr finanziell und personell abspecken müssen. Vor den Braunschweigern hatten unter anderem bereits der 1. FC Kaiserslautern und der SV Meppen auf Kurzarbeit umgestellt.

Nehrig: "Möchten unseren Beitrag leisten"

"Wir alle wissen, was diese Situation für die Eintracht bedeutet. Damit möchten wir ein Zeichen setzen und unseren Beitrag leisten, dass der Verein diese Krise übersteht", sagte Braunschweigs Kapitän Bernd Nehrig.

Neben den Profis werden auch Geschäftsführer Benz und Sportdirektor Peter Vollmann auf Teile ihres Gehaltes verzichten. Er sei "stolz auf die Spieler unserer Mannschaft. Alle haben die Situation verstanden und waren sofort bereit, ihren Beitrag zu leisten, um Eintracht Braunschweig insgesamt aus dieser schwierigen Situation wieder rauszukriegen", berichtete Benz.

Die "Löwen" setzen mit dem Mannschaftstraining zunächst bis zum 19. April aus. "Unsere Spieler werden sich in dieser Zeit individuell fit halten. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung, wollen mit gutem Beispiel vorangehen und die mögliche Verbreitung des Virus, die innerhalb einer Mannschaft natürlich viel wahrscheinlicher ist, unterbinden", sagte Vollmann.

Einkaufshilfe für Risikogruppen organisiert

Der Club hat als Reaktion auf Pandemie eine Einkaufshilfe für Risikogruppen organisiert. Freiwillige Helfer bringen Menschen in der Region, die an Vorerkrankungen leiden oder über 60 Jahre alt sind, Einkaufsbestellungen direkt vor die Haustür. Die Fahrtkosten übernehmen die Niedersachsen. "Es ist uns eine Herzensangelegenheit, auch und gerade in für uns als Profi-Verein wirtschaftlich schwierigen Zeiten, den Menschen in dieser Krisensituation zu helfen und auch andere dazu zu ermutigen, unserem Beispiel zu folgen", so Benz.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 22.03.2020 | 23:00 Uhr

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