Stand: 23.02.2019 06:28 Uhr

Eintracht Braunschweig: Schuberts Umbau wirkt

von Matthias Heidrich, NDR.de
Trainer André Schubert (r.) hat Eintracht Braunschweig wieder Leben eingehaucht.

13 Punkte aus den jüngsten sechs Spielen, besser als Eintracht Braunschweig war in diesem Zeitraum in der Dritten Liga nur der SV Wehen Wiesbaden (15 Punkte), gegen den die Niedersachsen auch die einzige Niederlage in dieser Hochphase hinnehmen mussten. Standen die Braunschweiger zuvor mit kläglichen zehn Zählern da und dem Rücken zur Wand, ist das rettende Ufer für den Tabellenvorletzten, der heute die SpVgg Unterhaching empfängt (ab 14 Uhr live im TV und bei NDR.de), in greifbare Nähe gerückt. Drei Punkte trennen die "Löwen" derzeit von einem Nichtabstiegsplatz. Stellt sich die große Frage: Was ist bei der Eintracht passiert?

Die neue Mischung macht's

Die vereinfachte Antwort: Trainer André Schubert hat die komplette Mannschaft umgekrempelt. "Wir haben die Positionen und Typen im Team etwas verändert. Wir haben jetzt eine andere Mischung. Damit ist es auch möglich, ein bisschen anderen Fußball zu spielen", sagte Schubert im Interview mit dem NDR Sportclub. Dass die Qualität in der noch von Ex-Manager Marc Arnold und Ex-Coach Henrik Pedersen zusammengestellten jungen Mannschaft schlicht nicht ausreichend war, erkannte Schubert schnell, als er im vergangen Oktober übernahm. Er hat die Winterpause genutzt. Er sortierte kräftig aus und stellte das Team mit insgesamt acht Transfers breiter und vor allem erfahrener auf.

Routiniers Kessel, Fejzic und Nehrig geholt

Die ehemaligen Braunschweiger Benjamin Kessel und Jasmin Fejzic sowie nicht zuletzt Ex-St.-Pauli-Kapitän Bernd Nehrig haben viel Routine ins Team gebracht. In diese Kategorie fällt auch Marc Pfitzner, den Schubert aus der U23 zurück zu den Eintracht-Profis holte. Hinzu kamen noch jüngere Talente wie Julius Düker oder Mike Feigenspan. "Die Qualität ist ein bisschen höher geworden. Das hilft, den Konkurrenzkampf im Kader hochzuhalten", so Schubert.

"Es ist noch nicht viel passiert"

Ein solcher Großumbau in der Winterpause kann auch nach hinten losgehen. Es spricht für den 47 Jahre alten Fußballlehrer, dass davon bislang auf dem Platz nichts zu merken ist. Im Gegenteil: Das Spiel der "Löwen" wirkt harmonischer als voher und auch im Umfeld hat die Aufholjagd wieder eine andere Stimmung erzeugt. Schubert schiebt die aufkeimende Euphorie gerne weit weg: "Es ist noch nicht viel passiert, wir haben den Anschluss geschafft. Jetzt müssen wir die nächsten Schritte machen." Er denkt die Saison schon vom Ende her, was nach der desaströsen Hinrunde auch der richtige Ansatz ist.

Schuberts Rechnung: 44 oder 45 Punkte reichen

"Am Ende der Saison müssen wir vier Mannschaften hinter uns lassen", so Schubert. 44 oder 45 Punkte müssen es nach seiner Rechnung dafür sein nach 38 Spielen: "Die haben in der Vergangenheit immer sicher gereicht." Das wären noch mindestens 21 Punkte in den verbleibenden 14 Partien. Immer noch eine Herkulesaufgabe, aber dank Schuberts Umbau ist die Wahrscheinlichkeit auf ein kleines Wunders größer geworden.

Weitere Informationen

Braunschweig: Die Alten sollen's richten

Drittligist Eintracht Braunschweig setzt im Abstiegskampf auf Erfahrung, verpflichtete Routiniers und Spieler mit BTSV-Vergangenheit. Auch Urgestein Marc Pfitzner zählt wieder zum Profikader. mehr

Der tiefe Fall der Braunschweiger Eintracht

Eintracht Braunschweig droht der Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Der Traditionsclub steht in der Dritten Liga mit dem Rücken zur Wand. Wie konnte es so weit kommen? Die Chronik eines Niederganges. mehr

Ergebnisse und Tabelle 3. Liga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.02.2019 | 14:00 Uhr