Stand: 18.05.2019 15:26 Uhr

Eintracht Braunschweig feiert den Klassenerhalt

von Sebastian Ragoß, NDR.de

Alle Spieler stürmten beim Abpfiff auf das Spielfeld, doch Trainer André Schubert blieb ganz ruhig auf seiner Bank sitzen: Dabei hätte auch er allen Grund zum Feiern gehabt. Vor allem dank seiner Arbeit hat Eintracht Braunschweig den Totalzusammenbruch und den Abstieg in die Regionalliga verhindert. Ein dramatisches 1:1 (1:0) gegen Energie Cottbus am letzten Drittliga-Spieltag am Sonnabend reichte gerade so zum Klassenerhalt. "Das war wild heute, aber wir haben es geschafft", freute sich Schubert: "Es ging hier um die Existenz von Arbeitsplätzen und letztlich auch vom Verein. Die Fallhöhe wäre extrem gewesen. Deswegen sind wir so froh."

"Es war eine Saison mit so vielen Höhen und Tiefen. Jetzt haben wir es wirklich geschafft", sagte Kapitän Stephan Fürstner. Nach einer katastrophalen Hinrunde mit lediglich 13 Punkten schafften Schubert und sein Team doch noch den Klassenerhalt. Das Remis gegen Cottbus war der passende Abschluss der turbulenten Spielzeit, die für die Gäste aus der Lausitz mit dem Abstieg endete. "So ein Nervenkitzel wie heute ist nicht gut für’s Herz", so Fürstner. "Ich bin überwältigt, welche Last da herunterfällt. Wir können megastolz auf unsere Leistung in der Rückrunde sein", sagte Routinier Marc Pfitzner.

Führung durch einen umstrittenen Elfmeter

Dabei plätscherte die Partie eine knappe halbe Stunde ohne Höhepunkte, aber auch ohne große Emotionen vor sich hin. Nach einem Schuss von Braunschweigs Marcel Bär bekam Tim Kruse den Ball aus kürzester Distanz an die Hand, der Unparteiische entschied zum Entsetzen der Gäste auf Elfmeter. Nach langen Diskussionen trat Pfitzner an und verwandelte sicher (30.). "Ich habe einfach geschossen wie sonst auch", betonte der Torschütze.

Schlager musste nun aufpassen, dass ihm die Begegnung nicht entglitt. Die Spieler gerieten mehrmals verbal aneinander. Der Eintracht verlieh der glückliche Führungstreffer indes deutlich Selbstvertrauen. Braunschweig erhöhte den Druck und hatte vor der Pause erst durch Leandro Putaro und direkt im Anschluss durch Philipp Hofmann zwei weitere Chancen (38.).

Zwei Platzverweise in der Schlussphase

38.Spieltag, 18.05.2019 13:30 Uhr

Braunschweig

1

Energ.Cottbus

1

Tore:

  • 1:0 Pfitzner (31., Handelfmeter)
  • 1:1 Viteritti (57., Handelfmeter)

Braunschweig: Fejzic - Menz, Nkansah, Kijewski - R. Becker, Fürstner (27. Otto), Pfitzner (55. Burmeister), Feigenspan - Putaro - Bär, P. Hofmann (89. Düker)
Energ.Cottbus: A. Spahic - Schneider, R. Müller, Matuwila - K. Weidlich, T. Kruse (46. Viteritti), D. Bohl (46. Hemmerich), Schlüter (83. Holthaus) - de Freitas, Mamba - Rangelow
Zuschauer: 22745 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Da Jena und Großaspach bereits in Führung lagen, musste Cottbus gewinnen, um nicht abzusteigen. Deshalb wechselte Coach Claus-Dieter Wollitz offensiv - mit Erfolg. Energie drückte und erhielt ebenfalls - einen allerdings berechtigten - Handelfmeter: Christoph Menz blockte einen Flankenball mit der Hand und verursachte so den Strafstoß, den Fabio Viteritti genauso sicher verwandelte wie Pfitzner in Hälfte eins (57.).

Plötzlich wackelte die Eintracht. Sie wusste: Ein weiterer Gegentreffer könnte den Abstieg bedeuten. Doch Cottbus rannte zu ungestüm an. Zudem schwächte sich Energie selbst. Jose Matuwila sah nach zwei harten Fouls fünf Minuten vor dem Ende die Gelb-Rote Karte. Die Eintracht rettete im Nervenspiel die Führung über die Zeit, wenn auch mit Glück: Streli Mamba hatte in der Nachspielzeit noch eine Großchance, traf aber nicht. Menz sah nach einer Rangelei anschließend Rot, doch dies konnte Braunschweig egal sein. Am Ende bejubelten die Zuschauer einen im Winter nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg.

Braunschweigs schwerer Weg zum Klassenerhalt

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 18.05.2019 | 13:30 Uhr

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