Stand: 22.10.2019 16:08 Uhr

Eine Halbzeit "fantastisch" - HSV jetzt gegen Stuttgart

von Ines Bellinger, NDR.de
Zwischen Zuversicht und gemischten Gefühlen: die HSV-Profis vor dem Doppelpack gegen Stuttgart.

Aus eins mach vier - so könnte die Erfolgsformel des Hamburger SV im heißen Herbst lauten. Eine starke erste Halbzeit im Zweitliga-Topspiel in Bielefeld (1:1) reichte, um den Angriff der Arminen auf die Tabellenspitze abzuwehren. Im nun folgenden Doppelpack gegen den VfB Stuttgart müssen die "Rothosen" wohl vier sehr gute Halbzeiten hinlegen, um sich an der Spitze der Zweiten Liga etwas abzusetzen und im DFB-Pokal ins Achtelfinale einzuziehen.

Hecking: "Fantastische erste Halbzeit"

Wie der HSV am Montagabend in eine möglicherweise vorentscheidende Saisonphase startete, machte allen Beteiligten Mut - selbst wenn sich der Ärger über den "dämlichen Ausgleich" (Tim Leibold) nicht ganz abstreifen ließ. "Das Spiel hat alles gehalten, was man sich versprochen hatte. Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt, in der wir nur das zweite und dritte Tor verpasst haben", lobte der nicht gerade als überschwänglich bekannte Trainer Dieter Hecking.

Erst Tempofußball, dann das große Zittern

Dass der Führungstreffer von Lukas Hinterseer aus einem Schnitzer in der Bielefelder Hintermannschaft resultierte, darf man wohl nur bedingt als Geschenk ansehen. Denn die Gäste waren vor der Pause drückend überlegen. Der HSV glänzte mit Tempofußball und wunderbaren Spielzügen, ehe nach dem Ausgleich doch noch das große Zittern begann, weil Bielefeld plötzlich die Räume bekam, um sein Spiel aufzuziehen. Bei einem Heimsieg hätte die Arminia den HSV von der Tabellenspitze verdrängt.

Ärger über Foul folgt Selbstkritik

Heckings Kollege Uwe Neuhaus stimmte in die Lobeshymnen für die Gäste ein: "In der ersten Hälfte hat der HSV alles gezeigt, was eine Spitzenmannschaft ausmacht." Einigkeit herrschte auf beiden Seiten auch darüber, dass es zum Eckball vor dem 1:1 gar nicht hätte kommen dürfen. Andreas Voglsammer hatte auf der rechten Seite Josha Vagnoman geschubst, es hätte Freistoß für den HSV geben müssen. Doch die Spieler waren trotzdem selbstkritisch: "Es war vielleicht vorher ein Foulspiel. Trotzdem können wir es besser verteidigen", räumte Linksverteidiger Leibold ein.

Stuttgart angeschlagen - und ohne Badstuber

Nun also Stuttgart. Der neben dem HSV heißeste Aufstiegsanwärter, der mit einem Punkt Rückstand auf die Hanseaten auf Rang zwei lauert, kommt am Sonnabend (13 Uhr) und für das Pokalspiel drei Tage später (18.30 Uhr / beides im Livecenter bei NDR.de) als angeschlagener Boxer an die Elbe. Der VfB hatte auf der Bielefelder Alm zwar gewonnen (1:0), danach aber zwei unerwartete Heimniederlagen kassiert (1:2 gegen Wehen Wiesbaden, 0:1 gegen Holstein Kiel). Zudem fehlt in Holger Badstuber die Stütze der Stuttgarter Abwehr. Der Innenverteidiger hatte sich nach einer Gelb-Roten Karte gegen Kiel zu einer Beleidigung des Schiedsrichtergespanns hinreißen lassen ("Ihr seid Muschis").

Obwohl Badstuber sich via Twitter entschuldigte ("Ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden") und Kollege Mario Gomez ihm zur Seite sprang ("Das ist Fußballdeutsch"), belegte ihn der DFB am Dienstag mit einer Sperre von zwei Meisterschaftsspielen und 8.000 Euro Geldstrafe. Gut möglich, dass es auch interne Konsequenzen gibt und Tim Walter sogar im Pokal auf den Ex-Nationalspieler verzichtet. Der VfB-Trainer war jedenfalls auch einen Tag nach dem 0:1 gegen Kiel noch sehr erbost über das Verhalten des Routiniers: "Gestern hat uns der Holger ein Bein gestellt", sagte er am Montag. Für den HSV hat der kommende Gegner möglicherweise zur rechten Zeit einen solchen "Nebenkriegsschauplatz" eröffnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.10.2019 | 23:03 Uhr