Stand: 05.10.2018 20:42 Uhr

Ein Sieg für Titz - HSV gewinnt in Darmstadt

von Ingmar Deneke, NDR.de
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Umarmung nach dem 2:0 - Lewis Holtby (M.) und Trainer Christian Titz.

Der Hamburger SV hat das ersehnte Erfolgserlebnis in der zweiten Fußball-Bundesliga gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Christian Titz gewann am Freitagabend beim SV Darmstadt 98 mit 2:1 (2:0). Es war der erste Dreier des HSV nach zuvor drei sieg- und torlosen Spielen in Folge, der in die Kritik geratene Titz konnte in der Diskussion um seinen Posten Argumente in eigener Sache sammeln. Nach der enttäuschenden Nullnummer gegen den FC St. Pauli trat seine Mannschaft vor allem offensiv inspirierter auf als noch in der Englischen Woche. Allerdings stand der Auswärtssieg in der Schlussphase auf wackligen Beinen. "Die Mannschaft war hochkonzentriert, hat über weite Strecken ein richtig gutes Spiel gezeigt. Das Ergebnis war gut, die Art und Weise war gut, das war das, was wir sehen wollten", sagte Manager Ralf Becker dem NDR im Anschluss.

Arp stürmt - Hunt und Holtby ziehen die Fäden

Im Vergleich zum Stadtderby gab es beim HSV nur einen personellen Wechsel in der Startelf: Der Japaner Tatsuya Ito ersetzte den Schweizer Vasilije Janjicic. Im Sturm bekam Youngster Jann-Fiete Arp abermals den Vorzug vor Pierre-Michel Lasogga. "Eine Entscheidung für Fiete, nicht gegen Pierre", sagte Titz.  

Der 18-Jährige sorgte in der Anfangsphase auch gleich für die ersten beiden Torschüsse des Abends - einmal versuchte er es aus der Distanz (5.), einmal aus spitzem Winkel (7.). Taktisch hatte Titz interessante Veränderungen vorgenommen: Orel Mangala spielte alleine auf der Sechs, davor sollte das offensive Mittelfeld - angeführt von den Routiniers Lewis Holtby und Aaron Hunt - mehr Chancen kreieren als zuletzt. Der Plan ging auf, der HSV suchte Lücken und fand sie: Hunt nutzte ein Holtby-Anspiel und traf trocken in das rechte untere Eck - 1:0 für die Hamburger durch das erste Zweitliga-Tor des 32-Jährigen (14.). Defensiv bekam der HSV zunächst wenig zu tun, zu harmlos traten die Darmstädter auf, die zuletzt dreimal in Folge verloren hatten. Die knappe Führung der Gäste nach einer halben Stunde war verdient.

Symbolisch - Holtby trifft und umarmt Titz

Allerdings schlichen sich nun vermehrt Fehler in das Aufbauspiel des HSV ein, der Offensivschwung war in dieser Phase verpufft. Dann gab es, noch vor der Pause, den ersten Wechsel - für Ito kam Khaled Narey in die Partie (41.). Ein Wechsel mit Wirkung: Narey machte über die linke Seite Druck, legte für Holtby auf, der auf 2:0 erhöhte (45.). Sein Jubellauf Richtung Trainerbank mündete in einer dicken Umarmung mit Titz. Die unmissverständliche Botschaft: "Wir stehen hinter unserem Coach!" Es war zugleich der Schlusspunkt der ersten Hälfte.

Hektische Schlussphase

9.Spieltag, 05.10.2018 18:30 Uhr

SV Darmstadt

1

Hamburger SV

2

Tore:

  • 0:1 Hunt (14.)
  • 0:2 L. Holtby (45.)
  • 1:2 Dursun (89.)

SV Darmstadt: Heuer Fernandes - Rieder (80. Höhn), M. Franke, Sulu, Holland - Kamavuaka (60. Wurtz), Y. Stark - Sirigu (56. Jones), T. Kempe, Heller - Dursun
Hamburger SV: Pollersbeck - G. Sakai, Bates, van Drongelen, Douglas Santos - L. Holtby (75. C. Moritz), Mangala - Tat. Ito (42. Narey), Hunt, Hwang - Arp (66. Janjicic)
Zuschauer: 17400 (ausverkauft)

Weitere Daten zum Spiel

Darmstadt stand jetzt unter Druck, machte aber keinen. Gut für den HSV, der die Partie nahezu problemlos kontrollierte. Erst in der 61. Minute erhöhte eine Kopfball-Abwehr von Rick van Drongelen den Puls bei den mitgereisten HSV-Fans, als der Ball gefährlich nah am Pfosten vorbeistrich. Zwei Minuten danach war es noch knapper, als D98-Stürmer Tobias Kempe eine Riesenchance ungenutzt ließ und freistehend übers Tor schoss - das hätte der Anschluss sein müssen. HSV-Coach Titz stärkte die Defensive, brachte Janjicic für Arp. Die Gäste lauerten nun vermehrt auf Konter - in der 67. Minute fast mit Erfolg, doch der letzte Pass von Gotoku Sakai auf Hunt kam nicht an. Auf der anderen Seite verzog Darmstadts Aytac Sulu aus kurzer Distanz (71.).

In der Schlussphase wurde das Geschehen auf dem Rasen zerfahrener, der Ball bewegte sich vor allem im Mittelfeld. Dann, wie aus dem Nichts, traf Darmstadt, Serdar Dursun war nach einer Ecke zur Stelle (89.). Weil ein Kempe-Freistoß der Gastgeber in der Nachspielzeit übers Tor segelte und auch ein Schuss von Marcel Heller sein Ziel verfehlte, blieb es beim 2:1. "Ich bin stolz auf die Mannschaft, denn es ist nicht einfach. Wir trainieren Menschen, und wenn du dann einen gewissen Druck bekommst, kannst du das von einer Mannschaft mit jungen Menschen nicht fernhalten", bilanzierte Titz.

Dieses Thema im Programm:

Der NDR 2 Abend | 05.10.2018 | 19:00 Uhr

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