Robin Dutt © picture alliance/Daniel Bockwoldt/dpa Foto: Daniel Bockwoldt

Dutt zur Löw-Debatte: "Nicht zu viel reininterpretieren"

Stand: 26.11.2020 11:25 Uhr

Der ehemalige DFB-Sportdirektor Robin Dutt sieht Oliver Bierhoff als Schlüsselfigur in der weiter heiß diskutierten Bundestrainer-Frage.

Zugleich bewertet der Verbands-Insider die jüngste Erklärung seines ehemaligen Arbeitgebers keinesfalls als Hinweis darauf, dass ein Rücktritt oder die Ablösung von Joachim Löw vorbereitet werden solle. "Dieser Wortlaut ist ein typischer DFB, in dem man auch nicht zu viel reininterpretieren darf", sagte Dutt im NDR 2-Bundesligashow-Podcast. Die DFB-Erklärung sei vor allem "eine Reaktion auf den Aufschrei" nach der 0:6-Blamage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Spanien gewesen.

Das Titelbild des NDR 2 Bundesligashow-Podcasts © istockphoto Foto: Aksonov

AUDIO: NDR 2-Bundesligashow-Podcast: Dutts Einblicke in den DFB (58 Min)

Der DFB hatte zu Wochenbeginn einen "Fahrplan" veröffentlicht, um die historische Pleite von Sevilla zu analysieren und mögliche "nächste Schritte" einzuleiten. Dieser Fahrplan sieht vor, "dem Bundestrainer die zeitliche und emotionale Distanz zu geben, die aktuelle Situation der Nationalmannschaft grundlegend aufzuarbeiten." Das verstärkte die Spekulationen um die Zukunft von Löw, der seit 2006 Bundestrainer ist und 2014 mit dem WM-Triumph in Brasilien seinen größten Erfolg feierte.

"Dass sich Bierhoff, Löw und Keller vor dem 4.12. austauschen, das muss ja so sein. Bierhoff kann nicht am 4.12. in die Sitzung gehen und wird dann gefragt: 'Was hat Jogi Löw gesagt?' und er antwortet: 'Mit dem habe ich nicht gesprochen.' Dass sie eng zusammensitzen und Oliver Bierhoff dann in die Sitzung geht und präsentiert, ist ein ganz normaler Vorgang." Robin Dutt

"Neue Weg steht bei EM auf dem Prüfstand"

Am 4. Dezember soll Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff ohne Löw dem DFB-Präsidium eine Analyse vorlegen. Für den ehemaligen Manager und Trainer Dutt, der von August 2012 bis Mai 2013 als DFB-Sportdirektor arbeitete, hat Bierhoff im Verbandspräsidium eine Schlüsselrolle. "So lange er im Amt ist, wird man das zwar hinterfragen, aber den Vorschlägen von Oliver Bierhoff folgen", sagte Dutt. Sonst wäre die Konsequenz eine Trennung von Bierhoff.

"Natürlich muss es immer Abschnitte geben, in denen man sich überprüft. Und wenn ich das inzwischen von außen beurteile, wurde das nach der letzten Weltmeisterschaft bewertet. Und man hat sich zu einem neuen Weg entschieden", ergänzte der 55-Jährige: "Dieser neue Weg steht bei der Europameisterschaft im nächsten Jahr auf dem Prüfstand - und nicht zwischendrin."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 28.11.2020 | 15:00 Uhr

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